Goog­le Pi­xel 3 und 3 XL

Die neu­en Goog­le-Pho­nes Pi­xel 3 und Pi­xel 3 XL füh­ren die Pro­dukt­li­nie kon­se­quent fort. Für die brei­te Mas­se tau­gen sie aber wei­ter­hin nicht.

connect - - INHALT - ANDRE­AS SEEGER

Die neu­en Goog­le-Pho­nes füh­ren die Pro­dukt­li­nie kon­se­quent fort. Für die brei­te Mas­se tau­gen sie aber wei­ter­hin nicht.

Wir wol­len die bes­te Nut­zer­er­fah­rung für Goo­gleDi­ens­te”, ver­lau­te­te ein Fir­men­ver­tre­ter bei der Prä­sen­ta­ti­on der drit­ten Pi­xel-Ge­ne­ra­ti­on. Vie­le Smart­pho­nes ver­kau­fen und Markt­an­tei­le ge­win­nen ist al­so nicht das Ziel von Goog­le. Denn da­mit wür­de man in Kon­kur­renz zu Her­stel­lern wie Hua­wei, Samsung oder So­ny tre­ten, mit de­nen man part­ner­schaft­lich zu­sam­men­ar­bei­tet. Aus die­sem Grund sind die neu­en Mo­del­le wie­der so teu­er: Für das Pi­xel 3 mit 64 GB Spei­cher muss man 849 Eu­ro hin­blät­tern, für die 128-GB-Ver­si­on 949 Eu­ro. Das Pi­xel 3 XL kos­tet 949 bzw. 1049 Eu­ro. Die Ge­rä­te sind ab 2. No­vem­ber im Goog­le Store er­hält­lich, au­ßer­dem bei der Te­le­kom, bei Vo­da­fo­ne und im Ein­zel­han­del (Me­dia Markt, Sa­turn). Wenn man be­denkt, dass Du­al-SIM fehlt und der Spei­cher nicht er­wei­ter­bar ist, dann sind die Prei­se kaum wett­be­werbs­fä­hig – das sol­len sie auch nicht sein. Na­tür­lich ist Goog- le auch an gu­ten Ver­kaufs­zah­len in­ter­es­siert, aber sie ste­hen eben nicht im Vor­der­grund.

De­sign und Hap­tik Spit­zen­klas­se

Auch die drit­te Ge­ne­ra­ti­on ist un­ver­kenn­bar Pi­xel, da­für sorgt zum ei­nen der farb­lich ab­ge­setz­te Power-Knopf, zum an­de­ren die zwei­ge­teil­te Rück­sei­te – oben glatt, un­ten an­ge­raut. Un­ter­schied zu den Vor­gän­gern: Dies­mal be­steht nicht nur der obe­re Be­reich aus Glas, die kom­plet­te Rück­sei­te ist aus ei­ner Go­ril­la-Glas-5-Plat­te ge­fer­tigt, die zu den Rän­dern hin ge­run­det ist und flie­ßend in den Me­tall­rah­men über­geht, so­dass die Pho­nes sich der Hand re­gel­recht an­schmie­gen. Ver­glei­che mit dem iPho­ne 8 drän­gen sich auf. Hap­tik und De­sign sind ab­so­lu­te Spit­ze, die Ge­häu­se nach IP68 zer­ti­fi­ziert. Die Dis­plays sind eben­falls ei­ne Wucht. Goog­le setzt bei bei­den Pho­nes auf das ge­streck- te 18:9-For­mat. Die OLED-Tech­no­lo­gie, die im­men­se Leucht­kraft und die bril­lan­ten Far­ben ha­ben auf uns mäch­tig Ein­druck ge­macht. Un­ter den Dis­plays gibt Qual­comms Top-

Pro­zes­sor Snap­dra­gon 845 den Takt vor, flan­kiert von 4 GB RAM. Die Ge­rä­te sind tech­nisch auf der Hö­he der Zeit, aber es gibt Lü­cken in der Aus­stat­tung: Ne­ben dem klei­nen Spei­cher und dem feh­len­den Mi­croSD-Slot ha­ben wir auch ei­ne Klin­ken­buch­se ver­misst. Soft­ware­sei­tig fehlt ei­ne Ge­sichts­er­ken­nung, man kann bio­me­trisch nur per Fin­ger ent­sper­ren.

Star­ke neue Ka­me­ra­funk­tio­nen

Der Schwer­punkt liegt wie­der auf der Ka­me­ra. Wäh­rend sich die tech­ni­schen Rah­men­da­ten kaum ver­än­dert ha­ben (12,2 Me­ga­pi­xel-Sen­sor mit ei­ner Pi­xel­grö­ße von 1,4 Mi­kro­me­tern, flan­kiert von OIS+EIS, Blen­de f/1.8 und Du­al-Pi­xel-Au­to­fo­kus), gibt es ein gan­zes Bün­del neu­er Funk­tio­nen:

1. Der Au­to­fo­kus ver­folgt be­weg­li­che Ob­jek­te au­to­ma­tisch.

2. Die ver­bes­ser­te HDR-Ver­ar­bei­tung sorgt bei ho­hem Kon­trast­um­fang für noch mehr De­tails in dunk­len und hel­len Bild­be­rei­chen.

3. „Night Sight” er­mög­licht Nacht­auf­nah­men in ei­ner Qua­li­tät, die mit Hua­weis P20 Pro ver­gleich­bar ist. Das Fea­tu­re ist al­ler­dings noch nicht fer­tig ent­wi­ckelt und soll En­de des Jah­res per Up­date nach­ge­lie­fert wer­den.

4. „Top Fo­to” knipst in ei­nem Zeit­fens­ter von an­dert­halb Se­kun­den vor und nach dem Tipp auf den Aus­lö­ser per­ma­nent Fo­tos, aus de­nen man sich das bes­te her­aus­su­chen kann. Goog­le rei­chert die Se­ri­en­bild­funk­ti­on mit Soft­ware-In­tel­li­genz an: Der Fotograf kann sich vom Sys­tem die bes­ten Auf­nah­men an­zei­gen las­sen. Das trifft sei­ne Ent­schei­dung an­hand von vi­su­el­len Merk­ma­len wie Lä­cheln, Au­gen­zwin­kern oder Fal­ten.

5. Die Mög­lich­keit, Fo­tos im Roh­da­ten­for­mat (RAW) zu spei­chern, ist nun di­rekt in der Ka­me­ra­Soft­ware im­ple­men­tiert. Die DNGs wer­den auf Wunsch auch in der Goog­le-Cloud ge­si­chert.

6. „Su­per Zoom” ist ei­ne neue Klas­se von Di­gi­tal­zoom, Goog­le ver­spricht ei­ne Ver­grö­ße­rung in ei­ner bis­her nicht ge­kann­ten Qua­li­tät und zeig­te Fo­to­bei­spie­le, die in der Tat be­ein­druck­ten.

Auch die Front­ka­me­ra ist viel­ver­spre­chend. Goog­le setzt auf ein Ge­spann aus Stan­dard- und Weit­win­kel­brenn­wei­te, bei­de mit 8-Me­ga­pi­xel-Sen­sor. Der Weit­win­kel er­fasst ei­nen Bild­aus­schnitt von 97 Grad, so­dass wun­der­ba­re Grup­pen­sel­fies ge­lin­gen.

An­dro­id 9 ist nun voll­stän­dig

An­dro­id 9 ist zwar schon ver­öf­fent­licht und auch auf ei­ni­gen Smart­pho­nes in­stal­liert, es fehlt aber noch ei­ne wich­ti­ge Sa­che: Die „Di­gi­talWell­being“-Über­sicht, die zeigt, wie häu­fig man sein Smart­pho­ne in die Hand nimmt und Mög­lich­kei­ten bie­tet, die Nut­zung zu be­schrän­ken, et­wa in­dem man ei­ne App zeit­lich be­grenzt. Die Pi­xel-3-Mo­del­le wer­den zu den ers­ten Pho­nes mit die­sem Tool ge­hö­ren.

Die Nut­zer­er­fah­rung auf den Ge­rä­ten ist gran­di­os, so viel kön­nen wir schon nach dem ers­ten Aus­pro­bie­ren sa­gen. Das liegt nicht nur an der ex­zel­len­ten Hard­ware, son­dern auch an den vie­len klei­nen De­tails, mit de­nen Goog­le die Be­die­nung in­tui­ti­ver macht. Bei­spiel­haft da­für steht die In­te­gra­ti­on der Bil­der­ken­nungs­soft­ware Lens, die man ak­ti­viert, in­dem man ein­fach in der Ka­me­ra­vor­schau län­ger auf das Dis­play tippt. Aber: Ei­ne ähn­li­che (wenn auch nicht gleich­wer­ti­ge) Nut­zer­er­fah­rung bie­ten Smart­pho­nes mit An­dro­id One. Ei­ne ver­gleich­bar gu­te Ka­me­ra bie­ten die High-En­der von Samsung und Hua­wei. Und al­le ge­nann­ten Al­ter­na­ti­ven sind ent­we­der deut­lich güns­ti­ger oder bie­ten mehr (Spei­cher-) Aus­stat­tung fürs Geld. Die neu­en Pi­xel wer­den al­so wei­ter ein Ni­schen­da­sein fris­ten – als al­ler­ers­te Wahl für Goog­le-Fans mit ho­hen An­sprü­chen.

Pi­xel 3 Dem klei­ne­ren Mo­dell fehlt die Dis­play-Ker­be, die zwei Front­ka­me­ras sind links­sei­tig an­ge­ord­net. Die An­zei­ge im ge­streck­ten 18:9-For­mat misst 5,5 Zoll und zeigt 2160 x 1080 Pi­xel. Bei bei­den Pho­nes setzt Goog­le auf OLED.

Bei­de Mo­del­le kom­men in Schwarz, Weiß und ei­ner mat­tro­sa/pink­far­be­nen Va­ri­an­te auf den Markt. De­ren war­mer Farb­ton sieht gut aus und ist ei­ne er­fri­schen­de Ab­wechs­lung.

Pi­xel 3 XL Das 6,3-Zoll-Dis­play mit der ho­hen Auf­lö­sung von 2960 x 1440 Pi­xeln reicht fast über­all bis knapp an den Rand, die Ein­ker­bung oben be­her­bergt das dua­le Ka­me­ra­sys­tem. Die Qua­li­tät der Dar­stel­lung über­zeugt.

Stoff-Ca­se Die Schutz­hül­len aus Stoff sind mitt­ler­wei­le ein Mar­ken­zei­chen der Pi­xelSe­rie. Die Tex­ti­lober­flä­che au­ßen ist grif­fig und ver­mit­telt ei­ne an­ge­neh­me Hap­tik, in­nen schützt ei­ne wei­che Füt­te­rung aus Mi­kro­fa­ser das Smart­pho­ne. Die Stoff-Ca­ses wer­den in vier Far­ben für 45 Eu­ro an­ge­bo­ten.

Kopf­hö­rer Die neu­en USB-CKopf­hö­rer wer­den mit Bü­gel­schlau­fen im Ohr fi­xiert und lie­gen dem Pi­xel 3 (XL) bei, kön­nen aber auch se­pa­rat im Goog­le Store für 35 Eu­ro be­stellt wer­den. Ein lan­ger Druck auf den schwar­zen Knopf star­tet den Goog­le As­sis­tant.

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