ZTE Axon 9 Pro

connect - - INHALT - MICHA­EL PEUCKERT

Nach­dem der exis­tenz­be­dro­hen­de Streit mit den USA bei­ge­legt ist, mel­det sich ZTE mit ei­nem Pau­ken­schlag zu­rück: Das Axon 9 Pro über­zeugt im Test auf gan­zer Li­nie.

Nach­dem der exis­tenz­be­dro­hen­de Streit mit den USA bei­ge­legt ist, mel­det sich ZTE mit ei­nem Pau­ken­schlag zu­rück: Das Axon 9 Pro über­zeugt im Test auf gan­zer Li­nie.

Hin­ter ZTE lie­gen schwie­ri­ge Mo­na­te. Just als der chi­ne­si­sche Her­stel­ler mit dem Bla­de V9 (Test in 5/2018) ein star­kes Ein­stei­ger-Smart­pho­ne auf den Markt brach­te, ver­häng­te die Trump-Re­gie­rung mas­si­ve Sank­tio­nen – es muss­te so­gar um die Exis­tenz von ZTE ge­bangt wer­den. Mitt­ler­wei­le gibt es ei­ne Ei­ni­gung im Streit mit den USA und ZTE geht wei­ter sei­nen Ge­schäf­ten nach: Smart­pho­nes und Netz­werk-In­fra­struk­tur bau­en. Das Ver­trau­en der Kun­den muss sich der Kon­zern frei­lich erst wie­der er­ar­bei­ten. Gro­ße Hoff­nun­gen setzt man da­bei in das jüngs­te Ex­em­plar aus der Smart­pho­ne-Ab­tei­lung, das brand­neue Top­mo­dell Axon 9 Pro. Für ge­ra­de ein­mal 650 Eu­ro will es die Platz­hir­sche von App­le, Hua­wei und Samsung an­ge­hen.

Ed­les Teil mit cle­ve­rem Dis­play

Wie die gro­ßen Kon­kur­ren­ten trägt auch das Axon 9 Pro vor­ne und hin­ten Glas, das von ei­nem Me­tall­rah­men zu­sam­men­ge­hal­ten wird. Rah­men und Rück­sei­te prä­sen­tie­ren sich in ei­nem ed­len Dun­kel­blau, dem Rü­cken hät­te aber ei­ne hoch­wer­ti­ge­re An­ti­fin­ger­print­be­schich­tung gut­ge­tan, denn be­reits nach we­ni­gen Se­kun­den Nut­zung trü­ben Fin­ger­ab­drü­cke das Bild. Da­für kann das Axon 9 Pro mit ei­ner IP68-Zer­ti­fi­zie­rung punk­ten und wi­der­steht im All­tag Staub und Was­ser. Ma­te­ria­li­en und Ver­ar­bei­tung lie­gen auf ei­nem ho­hen Ni­veau, hal­ten aber sub­jek­tiv ei-

nen ge­rin­gen Re­spekt­ab­stand zu den Markt­füh­rern von Samsung, App­le und Hua­wei.

Das gilt je­doch nicht für die 6,2 Zoll gro­ße OLED-An­zei­ge im mo­der­nen 18,7:9-For­mat. Die Auf­lö­sung be­trägt 1080 x 2248 Pi­xel und sorgt so für ei­ne Pi­xel­dich­te von 402 ppi. Da­zu ge­sellt sich mit 447 cd/m2 ei­ne recht ho­he Strahl­kraft für ein Dis­play mit selbst­leuch­ten­der OLED-Tech­nik. Wie ak­tu­ell üb­lich kommt auch das Axon 9 Pro mit ei­ner Ein­ker­bung (Notch) im obe­ren Dis­play­be­reich, die ab­hän­gig von der ge­wähl­ten App ver­schwin­det, sich aber nicht ganz de­ak­ti­vie­ren lässt.

Da­für bie­tet das ZTE-Flagg­schiff die Gra­fik-Optimierung „Axon Vi­si­on“. Für die ist ein ei­gen­stän­di­ger Dis­play­pro­zes­sor zu­stän­dig, der in Ver­bin­dung mit ei­nem RGB-Sen­sor das Um­ge­bungs­licht er­fasst und nicht nur die Hel­lig­keit, son­dern auch die Farb­tem­pe­ra­tur dy­na­misch an­passt. Zu­dem be­herrscht das ZTE die HDR-10-Wie­der­ga­be für mehr De­tails und rech­net so-

gar die Bild­ra­te bei Be­darf hoch, um Un­schär­fen in Vi­de­os und Fil­men zu re­du­zie­ren. In der Pra­xis sor­gen all die­se Hel­fer dann für ei­ne be­son­ders bril­lan­te und kon­trast­rei­che Dar­stel­lung, die zu­dem mit ei­ner sat­ten Farb­wie­der­ga­be ge­fal­len konn­te.

Power-Pro­zes­sor macht Tem­po

Doch nicht nur beim Dis­play fährt ZTE gro­ße Ge­schüt­ze auf, auch beim SoC (Sys­tem-on-aChip) ma­chen die Chi­ne­sen kei­ne Kom­pro­mis­se und be­stü­cken ihr Top-Pho­ne mit dem per­for­man­ten Qual­comm SDM845 mit acht bis zu 2,8 GHz schnel­len Ker­nen. Zur Sei­te ste­hen die­sem 6 GB Ar­beits­spei­cher – ei­ne Kom­bi­na­ti­on, die nicht nur bei den Bench­mark­tests, son­dern auch im All­tag für High­spee­dTem­po sorgt.

Die rest­li­che Hard­ware­aus­stat­tung kann sich mit LTE der Ka­te­go­rie 18, ac-WLAN, NFC, Blue­tooth 5.0 und ei­nem USBC-An­schluss eben­falls se­hen las­sen. Da­zu gibt es 105 GB an frei­em Nut­zer­spei­cher, der sich dank Wech­sel­spei­chers­lot auch noch er­wei­tern lässt. Al­ter­na­tiv nimmt die­ser Slot ei­ne zwei­te SIM-Kar­te auf, wo­mit das Axon 9 Pro dann den Du­al-SIM-Be­trieb be­herrscht. Kom­plet­tiert wird das üp­pi­ge Pa­ket von ei­nem gut funk­tio­nie­ren­den Fin­ger­print­sen­sor auf der Rück­sei­te so­wie draht­lo­sem La­den für den 4000-mAh-Ak­ku.

Na­ti­ves An­dro­id, tol­le Aus­dau­er

Beim The­ma Be­nut­zer­ober­flä­che hat ZTE sei­ne ei­ge­ne Ver­si­on ver­wor­fen und setzt beim Axon 9 Pro auf na­ti­ves An­dro­id 8.1. So soll auch si­cher­ge­stellt wer­den, dass Up­dates schnell

zum Nut­zer ge­lan­gen. Die Be­die­nung ge­lingt da­mit in­tui­tiv, aber ei­gen­stän­di­ge Fea­tu­res gibt es kaum zu ent­de­cken. Ne­ben ei­nem pri­va­ten Be­reich für sen­si­ble Da­ten und ei­nem Echt­zeit­dol­met­scher, der in der Pra­xis noch nicht ganz über­zeu­gen konn­te, ist nur we­nig los.

Im La­bor sah das dann schon ganz an­ders aus, denn mit ei­ner Lauf­zeit von über zehn St­un­den im Dis­play­be­trieb ge­hört das ZTE zu den ech­ten Dau­er­läu­fern un­ter den Smart­pho­nes. Nur die le­dig­lich durch­schnitt­li­chen Mess­wer­te für den LTE-Be­trieb trü­ben das an­sons­ten star­ke Bild ein we­nig.

Die Sen­sa­ti­on ist per­fekt!

Trotz die­ses klei­nen Man­kos ist die Sen­sa­ti­on per­fekt, denn mit 442 Punk­ten holt das Axon 9 Pro nicht nur ein „über­ra­gend“in der Preis-Leis­tungs-No­te, son­dern auch ein „sehr gut“im En­d­er­geb­nis. Da­mit ist ZTE nun der ers­te Ver­fol­ger der Hua­weiE­li­te und lässt so­gar Samsung hin­ter sich. Gra­tu­la­ti­on zu die­sem tol­len und über­ra­schen­den Er­folg.

In den Dol­by­At­mos-Ein­stel­lun­gen kann man nicht nur selbst Hand an das Klang­tu­ning le­gen, son­dern auch aus ver­schie­de­nen Set­tings für Mu­sik, Film oder Spie­le wäh­len. Die Ka­me­ra­ein­heit steht nur we­nig über und stört so nicht im All­tag. Der Fin­ger­print­sen­sor ist gut er­reich­bar.

Im App-Me­nü fin­det sich die Funk­ti­on „ZTE Ca­res“. Die gibt Hin­wei­se bei Pro­ble­men und führt auf Wunsch ei­nen kom­plet­ten Hard­ware­test durch, um das Smart­pho­ne auf Herz und Nie­ren zu che­cken.

Mit „Pri­va­ter Be­reich“hat das Axon 9 Pro auch ei­nen per PIN ge­schütz­ten Be­reich für Da­tei­en zu bie­ten. Er­gänzt wird die Funk­ti­on von ei­nem Pass­wort­ma­na­ger.

Die App „Dol­met­scher“bie­tet nicht nur Text­ein­ga­be, son­dern er­fasst auch di­rekt Spra­che und bie­tet ei­ne Über­set­zung in Echt­zeit. Im Test klapp­te díes aber nicht im­mer gut.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.