By­ton

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Wie die Chi­ne­sen ver­netz­tes Fah­ren si­cher ma­chen wol­len.

HAn­nes RügHeimeR

Der von ehe­ma­li­gen BMWund Nis­san/In­fi­niti-Ma­na­gern ge­grün­de­te und von chi­ne­si­schen In­ves­to­ren fi­nan­zier­te Au­to­her­stel­ler By­ton will mit elek­tri­schen und hoch­au­to­ma­ti­sier­ten Fahr­zeu­gen punk­ten. Auch in punc­to Ver­net­zung will man ganz vorn mit da­bei sein.

Dass da­bei auch die Si­cher­heit ge­währ­leis­tet bleibt, liegt in der Ver­ant­wor­tung von Abe T. Chen. con­nect hat mit ihm ge­spro­chen.

mo­der­ne Au­tos gel­ten als Com­pu­ter auf Rä­dern. Hat „By­tes on Wheels“des­halb ei­nen ehe­ma­li­gen Ha­cker für die si­cher­heit ver­pflich­tet?

Ich wür­de so­gar sa­gen, un­se­re Fahr­zeu­ge sind ein Com­pu­ter-Netz­werk auf Rä­dern. Das Pro­blem ist, dass vie­le ein­ge­setz­te Tech­no­lo­gi­en wie et­wa das CAN-Pro­to­koll nie da­für ent­wi­ckelt wur­den, mit dem In­ter­net ver­bun­den zu sein. Die Au­to­in­dus­trie hat sich dar­über an­fangs zu we­nig Ge­dan­ken ge­macht. Wird ein Smart­pho­ne ge­hackt, ver­lie­ren Sie Da­ten. Wird ein Au­to ge­hackt, kann es schnell um Le­ben und Tod ge­hen.

Wie be­geg­net By­ton die­sem Pro­blem?

Wir ha­ben Si­cher­heit von vorn­her­ein in den Fo­kus un­se­rer Ent­wick­lung ge­stellt. In un­se­ren Fahr­zeu­gen gibt es ein so­ge­nann­tes By­ton Smart Ga­te­way. Es setzt auf kryp­to­gra­phi­sche Si­gna­tu­ren so­wie Ma­chi­ne Le­arning und ent­schei­det auf die­ser Ba­sis, wel­che Da­ten-

Der New­co­mer By­ton will die Autobranche mit elek­tri­schen, hoch­au­to­ma­ti­sier­ten und voll ver­netz­ten Fahr­zeu­gen auf­mi­schen. con­nect hat mit dem Si­cher­heits­chef ge­spro­chen. „Wird ein smart­pho­ne ge­hackt, ver­lie­ren sie Da­ten. Wird ein Au­to ge­hackt, kann es schnell um Le­ben und Tod ge­hen.“

pa­ke­te es zu den ein­zel­nen Steu­er­ge­rä­ten oder zum In­fo­tain­ment-Sys­tem wei­ter­lei­tet und wel­che nicht. Das In­fo­tain­ment spricht da­bei im­mer nur mit dem Smart Ga­te­way, je­doch nicht mit dem Rest des Au­tos.

Wenn man wie By­ton ein kom­plett neu­es Fahr­zeug ent­wi­ckelt, könn­te man dann nicht auf die­se ver­al­te­ten Tech­no­lo­gi­en ver­zich­ten?

In ei­ni­gen Aspek­ten, et­wa bei der Ver­net­zung von En­ter­tain­ment-Kom­po­nen­ten, ist das schon mög­lich. Dort nut­zen wir Et­her­net. An­de­rer­seits ar­bei­ten wir mit den­sel­ben nam­haf­ten Zu­lie­fe­rern zu­sam­men wie auch an­de­re Au­to­her­stel­ler. Wir sind des­halb zu dem Schluss ge­kom­men, dass es heu­te noch nicht mög­lich ist, auf Ele­men­te wie den CANBus völ­lig zu ver­zich­ten. Un­ser An­satz ist da­her, ihn mit Kon­zep­ten wie dem Smart Ga­te­way ganz­heit­lich ab­zu­si­chern.

Wie lässt sich si­cher­stel­len, dass es in Ih­rer Si­cher­heits­ar­chi­tek­tur nicht doch un­dich­te Stel­len gibt?

Wir un­ter­zie­hen das Sys­tem Stress­tests, bei de­nen ver­sier­te Ha­cker ver­su­chen, un­se­re Schutz­me­cha­nis­men zu um­ge­hen. Im Üb­ri­gen liegt die Ent­wick­lungs­ho­heit für al­le Ver­net­zungs­funk­tio­nen bei un­se­rem Se­cu­ri­ty Lab und nicht bei an­de­ren Ab­tei­lun­gen. An­schlie­ßend tes­tet ein an­de­res Team, das für die Pro­dukt­si­cher­heit ver­ant­wort­lich ist, die Re­sul­ta­te. Wir ver­fol­gen al­so kon­se­quent den An­satz „Se­cu­ri­ty by De­sign“.

Wird Si­cher­heit so­mit zum Wett­be­werbs­fak­tor oder gibt es auch in­dus­trie­wei­te Ko­ope­ra­ti­on?

Bei­des. Wir se­hen Si­cher­heit de­fi­ni­tiv als Wett­be­werbs­fak­tor. Gleich­zei­tig ar­bei­ten wir an der Stan­dar­di­sie­rung von Si­cher­heits­ar­chi­tek­tu­ren und -kon­zep­ten mit und er­wä­gen, Tei­le un­se­rer Lö­sun­gen, et­wa im Be­reich von V2X – Ve­hi­cle-toE­ver­y­thing Com­mu­ni­ca­ti­ons – als OpenSour­ce-Soft­ware zur Ver­fü­gung zu stel­len. Auch brin­gen wir uns ein, wenn es um die De­fi­ni­ti­on von Zu­las­sungs­vor­schrif­ten durch staat­li­che Auf­sichts­be­hör­den geht.

Wie nutzt By­ton die Mög­lich­kei­ten der Ver­net­zung kon­kret?

In un­se­rem ers­ten Fahr­zeug wird es zur Last­ver­tei­lung gleich drei 4G-Mo­dems ge­ben. Zu­sätz­li­che Wi-Fi-Mo­dems ver­sor­gen die End­ge­rä­te der In­sas­sen, kom­mu­ni­zie­ren aber auch per V2X, mit Smart Ci­ties oder mit La­de­sta­tio­nen. Und un­ser Key­less-En­try-Sys­tem ba­siert auf Blue­tooth LE. Ich fin­de, das ist wirk­lich sehr viel Con­nec­tivi­ty.

Abe T. Chen ist seit 2017 bei By­ton und ver­ant­wor­tet als Vice Pre­si­dent den Be­reich Di­gi­tal Tech­no­lo­gy. Vor­her ar­bei­te­te der ehe­ma­li­ge Ha­cker un­ter an­de­rem für App­le, HP und Tes­la.

Ver­net­zung mit dem Smart­pho­ne und dem In­ter­net spielt für By­ton ei­ne zen­tra­le Rol­le. Da­mit stel­len sich na­tür­lich auch Si­cher­heits­fra­gen.

con­nect-Au­tor Han­nes Rügheimer (rechts) traf By­ton-Ma­na­ger Abe Chen (links) im Ok­to­ber auf der Au­to­mo­ti­ve-Fach­mes­se Elect in Stutt­gart.

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