Country Homes (Germany) - - WOH­NEN -

ZEIT­ZEU­GEN Die mas­si­ven Holz­bal­ken an der De­cke so­wie die al­ten, schwe­ren Tü­ren ver­ra­ten das wah­re Al­ter die­ses Hau­ses.

tra­fen sie hier kei­nen ein­zi­gen Mit­bie­ter an. Sie fan­den sich al­lein im Pool der In­ter­es­sen­ten. „Das Häu­schen war so ver­rot­tet und ver­nach­läs­sigt, dass selbst der ge­wief­tes­te Im­mo­bi­li­en­mak­ler ei­nen Rie­sen­bo­gen dar­um mach­te“, lacht Loui­sa heu­te. Die bei­den lie­ßen sich den­noch nicht ab­brin­gen und gin­gen schließ­lich als Neu­be­sit­zer ei­nes Ur­alt­ge­bäu­des aus der Auk­ti­on her­vor. Dann führ­te der di­rek­te Weg von Loui­sa und Char­lie in das nächst­ge­le­ge­ne Bau­un­ter­neh­men, spe­zia­li­siert auf his­to­ri­sche Ge­bäu­de. Ein Plan war schnell ge­macht und ein­deu­tig: Nichts als das Grund­ge­rüst des Hau­ses konn­te ste­hen blei­ben. Der al­te An­bau wur­de ab­ge­ris­sen und neu auf­ge­baut. Das Dach ab­ge­tra­gen und neu ge­legt. Ein Heiz­sys­tem war kaum er­hal­ten, so ver­leg­te man ei­ne neue Bo­den­hei­zung. Als schließ­lich Was­ser­lei­tung, Elek­tro­nik und Strom- und Gas­ver­sor­gung er­neu­ert wa­ren, fand Loui­sa end­lich Zeit und Mu­ße, sich den schö­nen Sei­ten ei­nes Ei­gen­heims zu wid­men: der In­nen­ein­rich­tung. Ih­re prak­ti­sche Ver­an­la­gung und ih­re krea­ti­ve Ader ver­hal­fen ihr da­bei, ein an­tik an­ge­hauch­tes und edel an­mu­ten­des De­si­gn­kon­zept zu ent­wi­ckeln. Vor al­lem auf An­tik­märk­ten wur­de sie fün­dig: Vie­le der ge­brauch­ten Mö­bel­stü­cke und Ac­ces­soires stam­men aus Frank­reich und wer­den dem ge­schichts­träch­ti­gen Flair des Hau­ses dank ih­res glanz­voll ro­man­ti­schen Cha­rak­ters ge­recht. Doch Loui­sas Zu­tun war am En­de den­noch ge­fragt: Es galt

ei­ne Ba­lan­ce zwi­schen ex­tra­va­gan­ter Ele­ganz und fri­scher Leich­tig­keit zu schaf­fen. So griff sie zur Pa­let­te skan­di­na­vi­scher Nu­de-Tö­ne und strich vie­le ih­rer Er­run­gen­schaf­ten in de­zen­ten Far­ben, die für ein ent­spann­tes Wohl­fühl-Am­bi­en­te sor­gen und zu­gleich wun­der­bar ins Haus pas­sen. Durch die­sen er­fin­de­risch krea­ti­ven Schöp­fer­geist von Loui­sa konn­te sich die Familie das Geld für teu­res neu­es Mo­bi­li­ar spa­ren. Das steck­te sie wie­der­um so­gleich in die vie­len Tex­ti­li­en und Stof­fe, die das Cot­ta­ge zu ei­nem klei­nen Reich der Ge­müt­lich­keit ma­chen. Die hell­blau­en Vor­hän­ge im Schlaf­zim­mer, die mit Ro­sen ver­zier­te Bett­wä­sche, die Kis­sen im Gar­de­ro­ben­be­reich: Übe­r­all lau­ern wei­che ku­sche­li­ge Klei­nig­kei­ten, die zum an­schmie­gen und hin­ein­ku­scheln ein­la­den.

Ob die Familie das Groß­pro­jekt, ein ur­al­tes Haus zum Fa­mi­li­en­reich zu ma­chen, voll­endet hat? Dar­auf weiß Loui­sa kla­re Wor­te zu fin­den: „Das ist ein Haus mit Tü­cken und Schwä­chen, aber ei­nes, in dem sich seit nun 400 Jah­ren Fa­mi­li­en­le­ben in all sei­ner Schön­heit und Viel­sei­tig­keit ab­spielt. Wir freu­en uns, die­se schon so lang an­hal­ten­de Ge­schich­te ein biss­chen fort­schrei­ben zu dür­fen. Aber das Haus hat sein Ei­gen­le­ben, be­fin­det sich im ewi­gen Pro­zess. Wir sind nur Gast hier.“ Gu­te Aus­sich­ten gleich nach dem Auf­ste­hen: Der Blick aus dem Schlaf­zim­mer lan­det di­rekt im Grü­nen!

VER­LO­CKEND Für ei­ne Le­cke­rei, ge­schmückt mit den Früch­ten aus dem Gar­ten, und ein Täss­chen Tee neh­men sich die Ni­cholls stets ge­nü­gend Zeit.

GU­TER FANG Fisch­schwär­me und Ok­to­pus­ten­ta­kel sor­gen auf So­fas und Ses­seln für ma­ri­ti­mes Flair.

EIN­GE­PASST In die­se Ni­sche wur­de ei­ne Bank maß­ge­schnei­dert ein­ge­baut. Oben ein paar Ha­ken an­ge­bracht und die Gar­de­ro­be ist per­fekt.

TRAUM­HAFT Vor­hang auf für die Re­la­x­oa­se De­lu­xe. Die frei ste­hen­de Wan­ne macht das Bad zum ex­qui­si­ten Spa-Be­reich.

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