SAVOIR-VIVRE AUF SEE

Die über­schau­bar gro­ße „Le Ly­ri­al“von Ponant sorgt für ei­ne fast fa­mi­liä­re At­mo­sphä­re an Bord und für ei­ne ent­spann­te Rei­se mit fran­zö­si­scher Le­bens­art, bei der man Fe­ri­en auf See ge­nie­ßen und die ver­schie­dens­ten Rei­se­zie­le ent­de­cken kann. Cru­ce­ro ging au

Crucero - Das Kreuzfahrtmagazin - - Inhalt - TEXT UND FO­TOS: CHRIS­TI­AN KOLB & KA­RIN KUDLA

Mit Ponant von Lis­s­a­bon nach Te­ne­rif­fa

Kunst­vol­le Flie­sen­mo­sai­ke. Ge­schäf­ti­ges Trei­ben. Der Duft exo­ti­scher Früch­te liegt in der Luft. Das ist mein ers­ter Ein­druck beim Be­such der Markt­hal­le „Mer­ca­do dos Lav­ra­do­res“in Ma­dei­ras Haupt­stadt Fun­chal. Ganz in der Nä­he der Ufer­pro­me­na­de wer­den Blu­men, Früch­te und fri­scher Fisch ver­kauft. Mit char­man­tem Lä­cheln la­den ei­ni­ge Händ­ler die Be­su­cher des Bau­ern­mark­tes ein, ne­ben Ba­na­nen und Man­gos auch un­be­kann­te Köst­lich­kei­ten zu pro­bie­ren. „Ana­nasbana­ne“nennt ei­ner der Händ­ler ei­ne ent­fernt an ei­nen schup­pi­gen Tan­nen­zap­fen er­in­nern­de Frucht. Der sü­ße und aro­ma­ti­sche Ge­schmack der Frucht fas­zi­niert mich auf An­hieb. Am Nach­bar­stand kos­te ich Ma­ra­cu­jas. Ei­ne schmeckt nach Ana­nas, ei­ne nach Kirsch und ei­ne an­de­re nach Zi­tro­ne oder Oran­ge.

EI­NE YACHT­KREUZ­FAHRT MIT FA­MI­LIÄ­RER AT­MO­SPHÄ­RE

Die fan­tas­tisch schme­cken­den Früch­te sind ei­ner von vie­len Sin­nes­ein­drü­cken wäh­rend ei­ner Rei­se mit der fran­zö­si­schen Lu­xus­ree­de­rei Com­pa­gnie du Ponant. Mit 122 Ka­bi­nen ist das Schiff „Le Ly­ri­al“an­ge­nehm klein; der Ka­ta­log spricht von ei­ner Yacht­kreuz­fahrt. Das über­schau­bar gro­ße Schiff sorgt für ei­ne fast fa­mi­liä­re At­mo­sphä­re an Bord und für ei­ne ent­spann­te Rei­se, bei der man das Meer er­le­ben und die ver­schie­de­nen Rei­se­zie­le be­son­ders ge­nie­ßen kann. Be­wusst hat sich auch Ka­pi­tän Ré­mi Ge­ne­vaz für Ponant ent­schie­den. Nach ei­ni­gen Jah­ren auf Fracht­schif­fen kam der Fran­zo­se vor 21 Jah­ren auch we­gen der „schö­nen Zie­le“und des „gu­ten Es­sens“an Bord. „Das Schiff hat die bes­te Grö­ße. Es bie­tet Kom­fort, aber es ist kei­ne schwim­men­de Fa­b­rik. Auch mit der Cr­ew gibt es ei­ne fa­mi­liä­re At­mo­sphä­re“, er­zählt er mir bei mei­nem Be­such auf der Brü­cke. Die ge­hört ge­nau wie das Pool­deck zu den Lieb­lings­or­ten des Fran­zo­sen. Wäh­rend der ein­wö­chi­gen Rei­se gibt es zwei Ga­la­aben­de. Zu­vor be­steht beim Ka­pi­täns­emp­fang die Ge­le­gen­heit zum An­sto­ßen, aber auch für ein Fo­to oder ein klei­nes Ge­spräch – in ei­ner der Bord­spra­chen Fran­zö­sisch und Eng­lisch. Je nach Rei­se­rou­te sind mit Ponant in ers­ter Li­nie Fran­zo­sen un­ter­wegs – doch die meis­ten der Gäs­te spre­chen ge­nau wie das Per­so­nal gut Eng­lisch und ei­ni­ge so­gar Deutsch.

AUF DEN SPU­REN DER SEE­FAH­RER

Bei der Rei­se „Von Lis­s­a­bon nach Te­ne­rif­fa“folgt „Le Ly­ri­al“den Spu­ren der Ent­de­cker. Die zo­gen einst vom por­tu­gie­si­schen und spa­ni­schen Fest­land los, um für ih­re Kö­ni­ge neue Län­der und Han­dels­rou­ten zu ent­de­cken. Dar­über be­rich­tet auf die­ser Rei­se bei meh­re­ren Vor­trä­gen Bord­lek­tor Je­an-françois Choug­net. Der 60-jäh­ri­ge ist aus­ge­wie­se­ner Ex­per­te für die Ge­schich­te der Re­gi­on und be­geis­tert bei sei­nen lan­des­kund­li­chen Vor­trä­gen mit gro­ßem Fach­wis­sen.

Die Ent­de­ckungs­rei­sen führ­ten un­ter an­de­rem an die afri­ka­ni­sche Küs­te. An der legt „Le Ly­ri­al“beim Zwi­schen­stopp im ma­rok­ka­ni­schen Cas­ablan­ca an. Die Stadt an der At­lan­tik­küs­te, in de­ren Groß­raum mehr als sechs Mil­lio­nen Men­schen le­ben, gilt als be­son­ders eu­ro­pä­isch ge­prägt. Das sieht man auch am Baustil, der bei äl­te­ren Ge­bäu­den vom fran­zö­si­schen Art dé­co in­spi­riert ist. Da­mals mach­ten sich vie­le Ar­chi­tek­ten aus Pa­ris auf den Weg in die Ko­lo­nie, um bei Bau­pro­jek­ten ih­re Krea­ti­vi­tät aus­zu­le­ben. Die wohl größ­te Se­hens­wür­dig­keit der Stadt ist die zum Teil über dem Meer er­bau­te Has­san II. Mo­schee. Schon vom Schiff aus sieht man das recht­ecki­ge, 210 Me­ter ho­he Mi­na­rett der größ­ten Mo­schee Afri­kas. Im In­ne­ren des Got­tes­hau­ses fin­den rund 25.000 Men­schen Platz, auf dem Vor­platz bis zu 80.000. Wer den gan­zen Tag in Cas­ablan­ca ver­bringt, kann ei­ne der ein­drucks­volls­ten Mo­sche­en der Welt auch von in­nen be­sich­ti­gen. Auf­re­gend ist ein Be­such der Me­di­na in den Abend­stun­den. In den klei­nen Gas­sen ist ein gro­ßer Ba­sar mit Tex­ti­li­en, Ar­gan­öl, tra­di­tio­nel­lem Kunst­hand­werk und vie­len an­de­ren Pro­duk­ten ent­stan­den.

UN­TER­WEGS IN DIE KÖ­NIGS­STADT RABAT

Mit Gui­de Re­doua­ne und den an­de­ren Gäs­ten von Ponant bin ich mit dem Bus un­ter­wegs nach Rabat. Die Haupt­stadt des Kö­nig­reichs liegt 87 km ent­fernt von Cas­ablan­ca. Schon auf der Fahrt er­fah­re ich ei­ne Men­ge über das Kö­nig­reich, in dem mit Ber­bern, Ju­den und Ara­bern gleich drei Volks­grup­pen hei­misch sind. Am Rand der Stra­ße, die durch aus­ge­dörr­te Fel­der und klei­ne Wäl­der führt, se­he ich im­mer wie­der ro­te Fah­nen we­hen. Der grü­ne Stern mit fünf Za­cken auf der Flag­ge steht für die fünf Säu­len des Is­lams. Am Rand der Stadt Rabat liegt der weit­läu­fi­ge Kö­nigs­pa­last. Auf dem Ge­län­de be­fin­den sich die ver­schie­de­nen Mi­nis­te­ri­en, die die en­ge Ver­bin­dung von Re­gie­rung und Kö­nigs­haus deut­lich ma­chen. Nicht weit ent­fernt se­hen wir den Has­sanTurm, das Wahr­zei­chen Ra­bats. Vier in ro­ten Uni­for­men ge­klei­de­te Sol­da­ten wa­chen an den Ein­gän­gen des präch­ti­gen Mau­so­le­ums in der Nä­he des Turms. Auf­wen­dig ge­schnitz­te, gold­ver­zier­te Holz­de­cken, far­ben­fro­he Mo­sai­ke und Mar­mor­bö­den ver­lei­hen der Gr­ab­stät­te von Mo­ham­med V. ei­ne be­ein­dru­cken­de Schön­heit. In der Stadt mit ih­ren his­to­ri­schen Wehr­mau­ern und den mo­der­nen Neu­bau­vier­teln rund um die Me­di­na zeigt man Schön­heit nicht nach au­ßen. Da­für sind die Häu­ser von in­nen um­so präch­ti­ger aus­ge­stat­tet.

LIS­S­A­BON: DIE STADT DER ENT­DE­CKER

Die Ge­schich­te der por­tu­gie­si­schen Haupt­stadt Lis­s­a­bon – Aus­gangs­punkt der Rei­se – lernt man am bes­ten durch ei­nen Be­such im „Lis­boa Sto­ry Cen­ter“ken­nen. Ein Au­dio­gui­de be­glei­tet mich bei dem ein­stün­di­gen Rund­gang von der Grün­dung der Stadt über ihr Wachs­tum bis hin zum ver­hee­ren­den Erd­be­ben, das die Stadt 1755 er­schüt­ter­te. In Ver­bin­dung mit ei­nem den Fluss Te­jo hin­auf­ra­sen­den Tsu­na­mi und ei­nem Stadt­brand zer­stör­te das Be­ben Lis­s­a­bon in wei­ten Tei­len. Doch das konn­te den Ent­de­cker­drang der Por­tu­gie­sen nicht auf­hal­ten. An die gol­de­ne Zeit der Por­tu­gie­sen, als die Ent­de­cker die Mee­re be­herrsch­ten, er­in­nert auch der Vo­r­ort Belém. Die­sen er­reicht man schnell und be­quem mit der Stra­ßen­bahn – und kann sich dort nicht nur den Belém Turm und das See­fah­rer­denk­mal an­schau­en, son­dern auch das Jeró­ni­mos Klos­ter aus dem 16. Jahr­hun­dert. Mich be­geis­tert be­son­ders der sich über zwei Eta­gen er­stre­cken­de Kreuz­gang mit ei­ner Viel­zahl reich ver­zier­ter Säu­len.

EI­NE STADT VOL­LER MU­SIK UND GE­NUSS

Ei­ner der schöns­ten Or­te am Abend ist die Aus­sichts­ter­ras­se der Burg­an­la­ge Ca­s­te­lo de São Jor­ge ober­halb des Stadt­zen­trums von Lis­s­a­bon. Die Fe­s­tung wur­de Mit­te des 11. Jahr­hun­derts von den Mau­ren er­baut und bie­tet ei­nen wun­der­vol­len Pan­ora­ma­blick auf die Stadt. Be­kannt ist Lis­s­a­bon auch für die Mu­sik. Bis hoch zur Burg hört man die ver­schie­de­nen Klän­ge der Stadt – auch die für Lis­s­a­bon ty­pi­sche Fa­do-mu­sik mit ih­ren me­lan­cho­li­schen Gi­tar­ren­ak­kor­den.

FRAN­ZÖ­SI­SCHE LE­BENS­ART WIRD WIRK­LICH­KEIT

Nach dem Ein­che­cken der Gäs­te am Nach­mit­tag und der Si­cher­heits­übung bleibt „Le Ly­ri­al“noch bis zum nächs­ten Mit­tag am Kreuz­fahrt­ter­mi­nal ver­täut. So bleibt Zeit für ei­nen Aus­flug oder die wei­te­re Ent­de­ckung der Stadt auf ei­ge­ne Faust. An Bord der „Le Ly­ri­al“wird fran­zö­si­sche Le­bens­art Wirk­lich­keit. Von der Be­grü­ßung an Bord, über den Ser­vice im Re­stau­rant bis zum auf­merk­sa­men But­tler für die Sui­ten-gäs­te über­zeugt mich der Ser­vice. Auch gas­tro­no­misch wird den Gäs­ten ei­ne Men­ge ge­bo­ten. Früh­stück und Mit­tag­es­sen wer­den in Buf­fet­form an­ge­bo­ten. Da­bei ent­schei­den sich die Gäs­te spon­tan, ob sie im ex­klu­si­ven Re­stau­rant auf Deck 2 spei­sen, oder im et­was le­ge­re­ren auf Deck 6. Zu die­sem ge­hö­ren auch ei­ni­ge Plät­ze auf dem Pool­deck, so­dass ich bei an­ge­neh­men Tem­pe­ra­tu­ren Wind und Son­ne ge­nie­ße. Das Abend­es­sen gibt es à-la­car­te. Die von Chef­koch Flo­rent Del­for­t­rie zu­sam­men­ge­stell­ten Me­nüs sind ab­wechs­lungs­reich und köst­lich. Of­fe­ne Wei­ne, Was­ser und an­de­re Ge­trän­ke aus der „Open Bar“-selec­tion sind mit dem Rei­se­preis be­zahlt. An man­chen Ta­gen fin­den die Gäs­te nach dem Es­sen noch ei­ne klei­ne Über­ra­schung auf ih­rer Ka­bi­ne und ge­nie­ßen Ma­ca­rons oder frisch ge­ba­cke­ne Kek­se als Bett­hup­ferl. Da die meis­ten Ka­bi­nen über ei­nen Bal­kon ver­fü­gen, ver­brin­ge ich man­chen Abend auf die­sem und schaue mir den ma­le­ri­schen Son­nen­un­ter­gang an. Der An­blick des fun­keln­den Ster­nen­him­mels, die un­end­li­che Wei­te des Mee­res und das sanf­te Wel­len­rau­schen kre­ieren ei­ne un­be­schreib­li­che At­mo­sphä­re. An an­de­ren Ta­gen ist das Show­pro­gramm zu ver­lo­ckend, denn das Bal­lett „Pa­ris C`show“prä­sen­tiert sei­ne ab­wechs­lungs­rei­chen Tanz­shows. Mu­sik­lieb­ha­ber kön­nen Live-mu­sik in der Lounge auf Deck 3 und in der auch als Pia­no Bar ge­nutz­ten Ob­ser­va­to­ry Lounge auf Deck 6 ge­nie­ßen.

CÉ­SAR MANRIQUES KUNST IN DER LAND­SCHAFT

Auch die Schön­heit der Na­tur steht im Mit­tel­punkt der Rei­se. Auf der Vul­kan­in­sel Lan­za­ro­te lädt Aus­flugs­lei­te­rin So­phia Ro­d­ri­guez ih­re Gäs­te ein, die kar­ge Schön­heit der In­sel zu be­wun­dern. Wäh­rend man­che zu den Feu­er­ber­gen im Ti­man­fa­ya Na­tio­nal­park fah­ren, ha­be ich mich für ei­nen Aus­flug zu zwei be­son­de­ren, von Cé­sar Man­ri­que ge­stal­te­ten, Se­hens­wür­dig­kei­ten ent­schie­den. Ei­ne da­von trägt den Na­men „Mi­ra­dor del Rio“. Mit dem Bus bringt uns Rei­se­lei­te­rin Ana Loui­sa San­chez von der Ha­fen­stadt Ar­re­ci­fe bis zum nörd­li­chen En­de der

In­sel. Erst ganz spät ist er­kenn­bar, dass hin­ter dem Park­platz 475 Me­ter über dem Meer kein na­tür­li­cher Fels, son­dern ein men­schen­ge­mach­tes Bau­werk steht. Wie bei den an­de­ren von ihm ge­stal­te­ten Land­mar­ken hat Cé­sar Man­ri­que auch hier ei­ne ein­drucks­vol­le Har­mo­nie zwi­schen Na­tur, Land­schaft und Kunst ver­wirk­licht. Durch ei­nen klei­nen Ein­gang ge­lan­ge ich in das In­ne­re und er­le­be ei­ne Über­ra­schung. Der Gang wei­tet sich zu ei­nem lie­be­voll ge­stal­te­ten Treff­punkt mit Pan­ora­ma­schei­ben. Auf der Ter­ras­se da­vor steht man di­rekt am Ab­grund. Ich ge­nie­ße den spek­ta­ku­lä­ren Pan­ora­ma­blick auf die Nach­bar­in­sel La Gra­cio­sa. Der 266 Me­ter ho­he Berg Las Agu­jas passt gut ins Pan­ora­ma mit den drei klei­ne­ren Ei­lan­den. Kurz dar­auf geht es wei­ter zur nächs­ten Sta­ti­on, den „Ja­me­os del Agua“.

WO EINST GLÜ­HEN­DE LA­VA FLOSS

Vor Tau­sen­den von Jah­ren ent­stand bei Aus­brü­chen des Vul­kans de la Co­ro­na ein sechs Ki­lo­me­ter lan­ger Tun­nel bis in den Oze­an. Die­sen Tun­nel, des­sen De­cke teil­wei­se ein­ge­stürzt ist, hat Cé­sar Man­ri­que zu neu­em Le­ben er­weckt. Über in den Fels ge­haue­ne, un­re­gel­mä­ßi­ge Stu­fen stei­ge ich hin­ab in den vul­ka­ni­schen Tun­nel, durch den einst ein Fluss aus La­va ström­te. Ei­ne Welt aus kar­gem Gestein, aus­drucks­vol­ler De­ko­ra­ti­on und grü­nen Pflan­zen emp­fängt mich. Ich wer­fe ei­nen schnel­len Blick in den bis zum Meer rei­chen­den und da­mit un­zu­gäng­li­chen Teil des Tun­nels. Dann zieht es mich in die an­de­re Rich­tung. In ei­nem un­ter­ir­di­schen See le­ben dort im kla­ren Was­ser in der Dun­kel­heit leuch­tend wei­ße Kreb­se. Weit über ih­nen hän­gen korb­ar­ti­ge La­ter­nen. Hin­ter der un­ter­ir­di­schen La­gu­ne war­tet die nächs­te Über­ra­schung. In ei­nem nach oben of­fe­nen Ab­schnitt des Tun­nels hat Cé­sar Man­ri­que ei­nen Pool und ei­nen exo­ti­schen Gar­ten an­le­gen las­sen. Ei­ne vi­el­leicht hun­dert Jah­re al­te Pal­me ragt über den wei­ßen Pool, der farb­lich ei­nen star­ken Kon­trast zu den dunk­len Fel­sen dar­stellt. Grü­ne Kak­te­en und das blaue Was­ser sind wei­te­re Hin­gu­cker.

VIEL ZEIT FÜR ENT­SPAN­NUNG UND ER­LEB­NIS­SE

Kurz nach der Ab­fahrt aus Lis­s­a­bon se­he ich wie sich die Wel­len in der Nä­he ei­nes klei­nen Fi­scher­boots in ei­ner lan­gen Li­nie kräu­seln. Neu­gie­rig ge­wor­den, ge­he ich zur Re­ling und ent­de­cke, dass es sich um ei­ne Schu­le von Del­phi­nen han­delt. Erst sprin­gen ein­zel­ne Tie­re ele­gant aus dem Was­ser. Doch schon bald wer­den es im­mer mehr. Rund 100 der ver­spiel­ten Mee­res­säu­ger sprin­gen durch die Luft. Ka­pi­tän Ré­mi Ge­ne­vaz greift mit be­geis­ter­ter Stim­me zum Mi­kro­phon und in­for­miert in ei­ner der sel­te­nen Durch­sa­gen über das Na­tur­schau­spiel. So ha­ben vie­le der Gäs­te Ge­le­gen­heit, die fas­zi­nie­ren­den Mee­res­tie­re mit ih­rem schein­bar im­mer lä­cheln­den Ge­sicht aus der Nä­he zu er­le­ben. Da die Land­auf­ent­hal­te auf die­ser Rei­se durch die gro­ßen Ent­fer­nun­gen re­la­tiv kurz sind, bleibt viel Zeit die An­nehm­lich­kei­ten auf dem Schiff zu ge­nie­ßen. Zu de­nen ge­hö­ren nicht nur die mit Lie­be fürs De­tail ein­ge­rich­te­ten Ka­bi­nen – un­ter an­de­rem aus­ge­stat­tet mit künst­li­chen Or­chi­de­en. Im öf­fent­li­chen Be­reich des Schif­fes ste­hen Bü­cher, Spie­le

und ei­ne Spie­le­kon­so­le für die Gäs­te zur Ver­fü­gung. Wer mag, kann in der Bou­tique nach ei­nem neu­en Out­fit oder schö­nen Sou­ve­nir schau­en. Ei­ne gan­ze Rei­he von Lie­gen sor­gen da­für, dass es auf dem Pool­deck und vor der Pan­ora­ma­lounge fast im­mer ein ge­müt­li­ches Plätz­chen gibt. Ent­span­nung Su­chen­de fin­den an Bord zu­dem ein Dampf­bad. Im Ponant Yacht Spa wer­den Well­ness-mas­sa­gen, Ge­sichts­be­hand­lun­gen und an­de­re An­wen­dun­gen an­ge­bo­ten. Rund um die Uhr zu­gäng­lich ist der Fit­ness-raum.

EI­NE RAD­TOUR DURCH CÁ­DIZ

Er­freu­lich für sport­li­che Gäs­te: Die Ree­de­rei hat zehn Fahr­rä­der an Bord und ver­leiht die­se kos­ten­frei. Das nut­ze ich in Cá­diz. Die spa­ni­sche Stadt gilt als ei­ne der äl­tes­ten kon­ti­nu­ier­lich be­wohn­ten Städ­te Eu­ro­pas. Vom Ha­fen aus geht es zu­nächst ein Stück über die mo­der­ne Ha­fen­mau­er. Dann fah­re ich in die an­de­re Rich­tung. Ich tra­ge das Rad ei­ne stei­le Trep­pe hin­auf und kann dann über die di­rekt am Meer ge­le­ge­ne al­te Stadt­mau­er fah­ren. Dort ste­hen his­to­ri­sche Ka­no­nen, die Cá­diz einst vor An­grei­fern schütz­ten. Ein Stück wei­ter be­wun­de­re ich zwei rie­si­ge Gum­mi­bäu­me. Die ur­al­ten Bäu­me ste­hen in ei­nem klei­nen Park ober­halb des Mee­res. Von der et­was her­un­ter­ge­kom­me­nen Aus­sichts­platt­form „Pas­seo San­ta Bár­ba­ra“schaue ich spä­ter auf das Meer und in den bild­schö­nen Park Ge­no­ves. In die­sem gibt es ei­nen klei­nen See mit künst­li­chem Was­ser­fall. Die Rad­tour führt mich am Cas­til­lo de San­ta Ca­ta­li­na vor­bei zum Strand Pla­ya de la Ca­l­eta. Für ei­nen kur­zen Mo­ment nut­ze ich die Ge­le­gen­heit, das er­fri­schen­de Meer­was­ser zu ge­nie­ßen. Kurz dar­auf fah­re ich über ei­ne lan­ge Brü­cke auf das Cas­ti­lo de San Se­bas­tián zu. Lei­der hat es an die­sem Tag ge­schlos­sen, doch durch das Nied­rig­was­ser er­öff­net sich die Chan­ce mit et­was Wa­ge­mut an der Burg­mau­er ent­lang über den tro­cken ge­fal­le­nen Mee­res­bo­den zu ge­hen. Schließ­lich keh­re ich nach ei­nem kur­zen Ab­ste­cher zur Ka­the­dra­le auf das Schiff zu­rück.

DIE BLU­MEN­IN­SEL MA­DEI­RA

Land­schaft­li­ches High­light der Rei­se ist Ma­dei­ra. Bei 216.000 Ein­woh­nern kom­men Jahr für Jahr al­lein mit dem Schiff mehr als ei­ne Mil­li­on Gäs­te an. Ich ha­be Glück – wir kom­men an ei­nem ru­hi­gen Tag, an dem ne­ben uns nur ein wei­te­res Schiff im Ha­fen von Fun­chal vor An­ker liegt. Einst wur­de die Stadt nach dem am Ufer wach­sen­den, wil­den Fen­chel be­nannt. Heu­te ist da­für kein Platz mehr. Je­der Qua­drat­me­ter im Stadt­zen­trum ist ge­nutzt. Die Fahrt mit dem Aus­flugs­bus ins Berg­dorf Mon­te wird zu ei­ner ech­ten Pan­ora­ma­fahrt. Rei­se­füh­re­rin Li­na Per­ne­ta bringt ih­re Gäs­te nach ei­nem kur­zen Spa­zier­gang zur Wall­fahrts­kir­che Nos­sa Sen­ho­ra do Mon­te. Auf dem Weg se­he ich Män­ner mit wei­ßen Uni­for­men und Le­der­stie­feln. Die­se brin­gen Gäs­te mit tra­di­tio­nel­len, „To­bog­gan“ge­nann­ten Korb­schlit­ten ein Stück weit ins Tal. Die Schlit­ten wa­ren einst ein wich­ti­ges Trans­port­mit­tel auf

der ge­bir­gi­gen In­sel. Heu­te gibt es noch 150, die längst zu ei­ner Tou­ris­ten­at­trak­ti­on ge­wor­den sind. Mit der Seil­bahn ge­lan­gen wir zum Bo­ta­ni­schen Gar­ten ober­halb der Stadt. Ne­ben zahl­rei­chen exo­ti­schen Pflan­zen wächst dort die auch Pa­ra­dies­vo­gel­blu­me ge­nann­te St­re­lit­zie, die Na­tio­nalb­lu­me Ma­dei­ras.

TE­NE­RIF­FA HAT VIEL ZU BIE­TEN

Wenn das Schiff am letz­ten Tag in San­ta Cruz auf Te­ne­rif­fa an­kommt, soll­te man sich die Zeit neh­men, um auch die­se In­sel zu ent­de­cken. Wäh­rend man­che Gäs­te ein Nach­pro­gramm bei Ponant ge­bucht ha­ben, ent­schei­de ich mich für ei­nen lo­ka­len Veranstalter. Aa­ron Bar­re­to, Grün­der von Ana­ga Ex­pe­ri­ence, bringt mich mit dem Au­to in das klei­ne Berg­dorf Cha­mor­ga, das bis heu­te auf­grund der en­gen Stra­ßen nicht für gro­ße Bus­se er­reich­bar ist. Be­vor die Wan­de­rung be­ginnt, keh­ren wir in ei­nem tra­di­tio­nel­len Gast­haus ein. Aa­ron hat bei der Wir­tin Bar­raqui­to ge­nann­ten, sü­ßen und mit Zimt ge­würz­ten Kaf­fee be­stellt. Dann geht es los. Auf schma­len Tram­pel­pfa­den ma­chen wir uns auf den Weg zur Küs­te. Der Gui­de kennt je­de der in­sel­ei­ge­nen Pflan­zen und er­zählt von Na­tur, Kul­tur und Ge­schich­te der In­sel. Der Weg führt vor­bei an grü­nen Ba­na­nen­stau­den, Avo­ca­do­bäu­men, far­ben­fro­hen Blu­men und zer­fal­le­nen Ter­ras­sen. Schließ­lich se­hen wir das glit­zern­de Meer und den Leucht­turm von Ana­ga. Au­ßer­ge­wöhn­lich gro­ße Ei­dech­sen flit­zen durch die Land­schaft. Zie­gen sind auf der Su­che nach grü­nen Zwei­gen. Dar­über thront ein al­ter Dra­chen­baum. Für uns geht der Weg wie­der nach oben den Hang hin­auf. Ei­ni­ge Zeit spä­ter ras­ten wir und kön­nen von hoch oben auf den Leucht­turm bli­cken. Da­hin­ter das blaue Meer im Son­nen­schein. Wan­dern macht hung­rig – ge­ra­de nach ei­ner Kreuz­fahrt vol­ler ku­li­na­ri­scher Ge­nüs­se. Aa­ron Bar­re­to weiß, dass die lo­ka­le Kü­che ein Er­leb­nis ist. Er nimmt uns mit in ein sonst nur von Ein­hei­mi­schen be­such­tes Re­stau­rant im Ha­fen­ort San An­drés. Dort gibt es fri­schen Fisch, Mu­scheln und an­de­re Köst­lich­kei­ten. Da­zu trin­ke ich sü­ßen Wein von der son­nen­ver­wöhn­ten Vul­kan­in­sel und den­ke zu­rück an ei­ne Wo­che vol­ler Er­leb­nis­se, Ge­nüs­se und Ent­span­nung. 

Die­se Rei­se wur­de durch Un­ter­stüt­zung der Ree­de­rei er­mög­licht.

In der Nä­he des Fluss­ufers steht der Tri­umph­bo­gen der Rua Au­gus­ta. Das ge­wal­ti­ge Tor er­in­nert an den Wie­der­auf­bau der Stadt und wur­de ab 1775 er­rich­tet. Be­su­cher kön­nen mit dem Auf­zug und über klei­ne Trep­pen nach oben ge­lan­gen und über­bli­cken von dort nicht nur den Platz „Pra­ça do Co­mér­cio“mit der Rei­ter­sta­tue von Jo­sé I., son­dern in die an­de­re Rich­tung auch die Haupt­ein­kaufs­stra­ße Rua Au­gus­ta. In ei­ner der Ne­ben­stra­ßen liegt der be­rühm­te Auf­zug „Ele­va­dor de San­ta Jus­ta“. Wer ge­nug Zeit hat, kann mit die­sem ei­ni­ge Stock­wer­ke hin­auf­fah­ren und dort die ehe­ma­li­ge Klos­ter­kir­che „Con­ven­to do Car­mo“be­sich­ti­gen.

Ei­ner der schöns­ten Or­te in Lis­s­a­bon ist die Aus­sichts­ter­ras­se der Burg­an­la­ge „Ca­s­te­lo de São Jor­ge“ober­halb des Stadt­zen­trums. Die Tür­me bie­ten wun­der­vol­le Pan­ora­ma­bli­cke auf die Stadt.

Lan­za­ro­te – links oben: der klei­ne Fi­scher­bootha­fen in der Stadt, rechts oben: Die von Cé­sar Man­ri­que ge­stal­te­ten „Ja­me­os del Agua“, ein Kom­plex aus Grot­ten, Höh­len, Tun­neln und Ga­le­ri­en vul­ka­ni­schen Ur­sprungs, hier ein Blick auf den un­ter­ir­di­schen See. Rechts un­ten: Blick vom „Mi­ra­dor del Rio“auf die Nach­bar­in­sel La Gra­cio­sa; links un­ten: Meer er­le­ben an Bord der „Le Ly­ri­al“.

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