ENT­DE­CKER UN­TER­WEGS

Das Mit­tel­meer ge­hört zu den be­lieb­tes­ten Kreuz­fahrt­zie­len. Ne­ben den ganz gro­ßen Ha­fen­städ­ten gibt es ei­ne Viel­zahl klei­ner, se­hens­wer­ter Or­te, die bei ei­ner AI­DA Selec­tionRei­se ent­deckt wer­den. Cru­ce­ro ging an Bord der Ai­da­au­ra, um sich vom Rhyth­mus, de

Crucero - Das Kreuzfahrtmagazin - - Inhalt - VON: CHRIS­TI­AN KOLB & KA­RIN KUD­LA

Ein Kreuz­fahrt aus dem Ai­da-selec­tion An­ge­bot

Mit ho­her Ge­schwin­dig­keit nä­hert sich un­ser Aus­flugs­schiff dem Ha­fen von Por­to Ve­ne­re. Die 12 Ki­lo­me­ter vom Ha­fen La Spe­zia hat es in Win­des­ei­le hin­ter sich ge­las­sen. Ich sit­ze auf der Bank ganz an der Spit­ze des Schif­fes. Der fri­sche Wind und ge­le­gent­lich ein leich­ter Ne­bel aus Gischt sor­gen bei fast 30 Grad für an­ge­neh­me Ab­küh­lung. Por­to Ve­ne­re liegt auf ei­ner fel­si­gen Land­zun­ge. Es wur­de in der Mit­te des ers­ten Jahr­hun­derts vor Chris­tus ge­grün­det. Zahl­rei­che Se­gel­schif­fe lie­gen im klei­nen Ha­fen vor der Stadt, die mit ih­ren bun­ten Häu­sern und der ober­halb lie­gen­den Burg­an­la­ge ein ech­ter Hin­gu­cker ist. Die bun­ten Turm­häu­ser bil­den ei­ne Stadt­mau­er vom Ha­fen zur ober­halb ge­le­ge­nen Stadt. Es heißt, dass man aus den Fens­tern der Häu­ser an­geln konn­te. Einst dien­ten sie auch zur Ver­tei­di­gung ge­gen An­grif­fe von Pi­ra­ten. Durch die klei­nen Gas­sen fla­nie­ren wir vor­bei an zahl­rei­chen Ge­schäf­ten und Re­stau­rants. Flie­gen­de Händ­ler ver­kau­fen Pes­to, Ka­pern, Oli­ven, Sei­fen und Li­mon­cel­lo. Ich pro­bie­re die re­gio­na­len Spe­zia­li­tä­ten und fol­ge dann der Ai­da-rei­se­füh­re­rin, die mit flin­kem Schritt durch die Gas­sen eilt und auf die Se­hens­wür­dig­kei­ten hin­weist. Am En­de des Fels­pla­teaus steht die 1256 er­rich­te­te Kir­che San Pie­tro.

Nach dem Auf­stieg über ei­ne lan­ge Trep­pe war­tet ein traum­haf­ter Aus­blick auf die Mit­tel­meer­küs­te. Et­was un­ter­halb liegt die „Grot­ta By­ron“. Die­se ist nach dem Dich­ter Lord By­ron be­nannt, ei­nem Ver­tre­ter der eng­li­schen Ro­man­tik. Fel­sen, Meer und der wun­der­schö­ne Aus­blick ma­chen den Ab­stieg zum Meer nicht nur für ver­lieb­te Paa­re zu ei­nem Er­leb­nis.

CINQUE TERRE ENT­DE­CKEN

Man könn­te St­un­den ver­wei­len in Por­to Ve­ne­re, doch der an Bord der Ai­da­au­ra ge­buch­te Aus­flug geht wei­ter. Mit dem Schiff fah­ren wir die welt­be­rühm­te Küs­te von Cinque Terre ent­lang. Wie die Per­len an ei­ner Ket­te lie­gen an der Küs­te fünf Or­te in spek­ta­ku­lä­rer La­ge auf den Fel­sen­k­lip­pen. Das Aus­flugs­schiff steu­ert zu­nächst das Dorf Mon­te­ros­so an. Wäh­rend an­de­re Gäs­te sich auf den Weg zum Strand ma­chen, wer­fe ich ei­nen Blick auf die Kir­che von Jo­han­nes dem Täu­fer. Die im li­gu­risch-go­ti­schen Stil er­bau­te Kir­che ist mit Strei­fen aus wei­ßem und grü­nem Mar­mor ver­ziert. Um­ge­ben von Wein­ber­gen liegt das Dorf Ver­naz­za. Se­hens­wert sind die Pfarr­kir­che mit ih­rem Glo­cken­turm und der von Bäu­men um­ge­be­ne Dorf­platz gleich da­vor. Be­vor es wei­ter­geht, neh­men wir noch ein er­fri­schen­des Bad am

orts­ei­ge­nen Strand. Auf dem Rück­weg nach La Spe­zia um­run­det der Ka­pi­tän zur Freu­de der Gäs­te die drei­ecki­ge In­sel Pal­ma­ria mit ih­ren steil zum Meer ab­fal­len­den Klip­pen.

ZEIT FÜR EI­GE­NE ER­KUN­DUN­GEN

Nach der Rück­kehr zur Ai­da­au­ra bleibt noch Zeit für ei­nen Bum­mel über die Pro­me­na­de und durch La Spe­zia. Mit ei­nem Um­schlag von 1,4 Mil­lio­nen Con­tai­nern im Jahr ist La Spe­zia ei­ner der wich­tigs­ten ita­lie­ni­schen Han­dels­hä­fen. In der bis in die Abend­stun­den leb­haf­ten Stadt war­ten Stra­ßen­ca­fés und Re­stau­rants mit lo­ka­len Spe­zia­li­tä­ten auf. Auch zu Be­ginn der Rei­se in Pal­ma de Mallor­ca ist Zeit ge­nug, um auf Ent­de­ckungs­tour zu ge­hen, da man am ers­ten Tag bis 20 Uhr ein­che­cken kann. Oh­ne Ge­päck geht es mit dem Ta­xi oder dem Ai­da-shut­tle­bus (8 Eu­ro für bei­de Rich­tun­gen) ins Stadt­zen­trum. Die be­kann­tes­te Se­hens­wür­dig­keit ist Pal­mas Kalk­stein-ka­the­dra­le. Der Grund­stein des im­po­san­ten Ge­bäu­des wur­de auf Be­fehl von Kö­nig Jai­me I. 1230 ge­legt. Über die Jahr­hun­der­te ha­ben die un­ter­schied­lichs­ten Bausti­le Spu­ren an der Ka­the­dra­le La Seu hin­ter­las­sen. Im In­nen­raum hat auch der be­rühm­te Ar­chi­tekt An­to­ni Gau­dí mit­ge­ar­bei­tet, der da­für sorg­te, dass die Gläu­bi­gen heu­te frei­en Blick auf den Hoch­al­tar ha­ben. Gleich ne­ben der Ka­the­dra­le liegt der Al­mu­da­i­na-pa­last, in dem einst mau­ri­sche Herr­scher und mal­lor­qui­ni­sche Kö­ni­ge re­si­dier­ten. Heu­te hat die Re­gio­nal­re­gie­rung der Ba­lea­ren ih­ren Sitz in dem pracht­vol­len Ge­bäu­de. In der Nä­he liegt die Alt­stadt mit ih­ren en­gen, mit­tel­al­ter­li­chen Gas­sen. Für Pal­ma de Mallor­ca ty­pisch sind die zahl­rei­chen, ganz un­ter­schied­lich ge­stal­te­ten In­nen­hö­fe. Die­se In­seln der Ru­he sind ein will­kom­me­ner Kon­trast zu den zahl­rei­chen Bars, Kn­ei­pen und Dis­kos. Von 10 bis 18 Uhr ver­keh­ren die ro­ten Hop- On-hop- Off Bus­se. Mit die­sen kann man zum Preis von 18 Eu­ro die gan­ze Stadt er­kun­den. Der Bus hält un­ter an­de­rem am Schloss Bell­ver aus dem 14. Jahr­hun­dert weit ober­halb der Stadt. Von dort hat man ei­nen tol­len Aus­blick. Kunst­lieb­ha­ber soll­ten beim Museum der Fund­a­ció Pi­lar i Jo­an Miró a Mallor­ca aus­stei­gen. Der ka­ta­la­ni­schen Ma­ler Jo­an Miró leb­te und ar­bei­te­te bis zu sei­nem Le­bens­en­de auf der In­sel. In den schon von Miró ge­nutz­ten Ate­liers und ei­nem mo­der­nen Mu­se­ums­ge­bäu­de sind Wer­ke des be­kann­ten Künst­lers und sei­ne Samm­lung zu se­hen. Wän­de und Vi­tri­nen sind rand­voll mit Kun­st­ob­jek­ten und ku­rio­sen Ge­gen­stän­den.

VIEL­SEI­TI­GE AK­TI­VI­TÄ­TEN AN BORD

Kunst spielt auch auf der Ai­da­au­ra ei­ne Rol­le. In der bord­ei­ge­nen Ga­le­rie wer­den Kunst­wer­ke ge­zeigt und ver­kauft. Bei Auk­tio­nen kön­nen Gäs­te aus­ge­wähl­te Wer­ke 20 Pro­zent un­ter dem re­gu­lä­ren Ga­le­rie­preis kau­fen oder auf „Blind Da­tes“bie­ten. Bei ei­nem Start­ge­bot von 10 Eu­ro wer­den die­se Kunst­wer­ke erst ent­hüllt, nach­dem der Hammer der Auk­tio­na­to­rin beim Höchst­ge­bot ge­fal­len ist. An Bord gibt es ei­ne Viel­zahl von Er­leb­nis­sen. Lek­to­rin Pe­tra Zeitz in­for­miert in meh­re­ren Vor­trä­gen über Rei­se­zie­le im Mit­tel­meer und ih­re Kul­tur und Ge­schich­te. „Die meis­ten un­se­rer Pre­mi­um-lek­to­ren le­ben in der je­wei­li­gen Re­gi­on und er­klä­ren den Pas­sa­gie­ren die Ge­heim­nis­se der Or­te“, so Ai­da­au­ra Ge­ne­ral Ma­na­ge­rin Ma­ria Ze­len­ka. Na­tür­lich gibt es da­bei auch Tipps zu den auf der Rei­se an­ge­steu­er­ten Hä­fen. Bei ei­ner Kreuz­fahrt mit der Kuss­mund-flot­te dür­fen die bei vie­len Gäs­ten be­lieb­ten Shows am Abend nicht feh­len. Zu den „AI­DA-STARS“ge­hö­ren Sän­ger, Tän­zer und Mu­si­ker, die mit ab­wechs­lungs­rei­chen Shows gu­te Un­ter­hal­tung bie­ten. Tanz­kur­se und Par­tys auf dem Pool­deck sor­gen für Stim­mung. Da­zu zählt auch ei­ne im Mit­tel­meer­raum nicht ganz stil­echt wir­ken­de „ Al­pen­glühn Pool­par­ty“und ein han­sea­ti­scher Abend mit Shan­ty- Chor an der Hai­fisch­bar. Se­hens­wert ist auf je­den Fall die Cr­ew-show, bei der Cr­ew­mit­glie­der ihr Ta­lent als Sän­ger und Tän­zer zei­gen und sich von den Gäs­ten be­ju­beln las­sen. Viel Spaß ma­chen auch Boccia, Darts, Shuffle­board und Vol­ley­ball. Oder das kos­ten­frei an­ge­bo­te­ne Schnup­per­tau­chen. Nach­dem die Tauch­gui­des mich mit Schwimm­flos­sen, Tau­cher­bril­le und Atem­ge­rät aus­ge­stat­tet ha­ben, geht es ins Was­ser. Die ers­te Run­de zieht mich Tauch­gui­de Fa­bi­an durch den Pool. Dann tau­che ich selbst. Wer auf den Ge­schmack ge­kom­men ist, kann an Bord sei­nen ers­ten Tauch­aus­flug bu­chen. An­de­re las­sen es sich lie­ber im „Bo­dy & Soul“-spa gut ge­hen oder ma­chen es sich auf dem Son­nen­deck auf ei­ner be­que­men Lie­ge ge­müt­lich.

AUF NA­PO­LE­ONS SPU­REN

Ers­tes Ziel auf der Rei­se ist die In­sel El­ba. Co­si­mo de Me­di­ci gilt als Grün­der der be­fes­tig­ten Stadt Por­to­fer­raio. Ad­mi­ral Nel­son soll sie „den si­chers­ten Ha­fen der Welt“ge­nannt ha­ben. Die­ser war einst so­gar mit ei­ner di­cken Ei­sen­ket­te ge­si­chert, um Fein­den die Ein­fahrt zu ver­weh­ren. Kein Wun­der, dass die­se Stadt nie­mals er­obert wur­de. Auch Ai­da-ka­pi­tän Claas Cra­mer kann im klei­nen Ha­fen nicht an­le­gen und lässt An­ker wer­fen. Mit ei­nem der Ten­der-boo­te geht es bei ei­ner fri­schen Bri­se zum An­le­ge­platz im Stadt­zen­trum. Da die meis­ten Mu­se­en erst um 10 Uhr öff­nen, kann man es am frü­hen Mor­gen ganz ent­spannt an­ge­hen las­sen. Bei ei­nem Spa­zier­gang durch die stei­len Gas­sen kommt man an den Be­fes­ti­gungs­an­la­gen der Me­di­ci aus dem 16. Jahr­hun­dert vor­bei. Zu de­nen ge­hö­ren un­ter an­de­rem die Fe­s­tun­gen „For­te Fal­co­ne“und „For­te Stel­la“. Hoch über der Stadt liegt auch Na­po­le­on Bo­na­par­tes Stadt­haus Pa­laz­zi­na dei Mu­li­ni, das heu­te ein Museum be­her­bergt. Als Na­po­le­on 1814 ins Exil ging, kam er nach Por­to­fer­raio. In sei­nem da­ma­li­gen Haus sind al­te Mö­bel und Schrift­stü­cke aus­ge­stellt. Un­ter­halb des Hau­ses er­streckt sich die

zau­ber­haf­te In­sel­haupt­stadt mit ex­klu­si­ven Bou­ti­quen. Wer sich für Mo­de und De­sign in­ter­es­siert, ist hier genau rich­tig. Am Ha­fen war­tet Ro­ber­to Bar­to­li­ni auf sei­ne Gäs­te. Der 42-jäh­ri­ge In­ha­ber von Bar­to­li­ni Yacht­ing (www.el­ba­rent­boat.eu) ver­mie­tet 38 Boo­te mit und oh­ne Skip­per. Auf sei­nem Lieblingsschiff „ Jo­set­te“ge­nie­ßen wir die Son­ne und das Meer. El­ba ist ein ech­tes Pa­ra­dies für Skip­per. Als wir auf dem Rück­weg an der Ai­da­au­ra vor­bei­kom­men, dreht Ro­ber­to mit sei­nem Se­gel­boot ei­ne zu­sätz­li­che Run­de um das Kreuz­fahrt­schiff.

KU­LI­NA­RI­SCHE HÖ­HE­PUNK­TE AN BORD

Ku­li­na­risch hat die Ai­da­au­ra ei­ne Men­ge zu bie­ten. Je­den Abend steht im Markt­re­stau­rant ein an­de­res Land Pa­te für be­son­de­re Buf­fet-köst­lich­kei­ten. Die­se er­gän­zen das ab­wechs­lungs­rei­che Spei­se­an­ge­bot. Zum Früh­stück ist das Ca­lyp­so Re­stau­rant ei­ne ech­te Al­ter­na­ti­ve. Es ver­fügt über ei­ne gro­ße Ter­ras­se, die bei schö­nem Wet­ter ei­nen traum­haf­ten Blick auf Meer und Küs­te er­mög­licht. Drau­ßen sind al­ler­dings die Ti­sche schnell be­setzt, so­dass man sich auf et­was War­te­zeit ein­stel­len muss oder man sprich Mi­t­rei­sen­de an, ob man sich da­zu­set­zen darf. Das ge­lingt hier ganz ein­fach, denn fast al­le Gäs­te der Ai­da­au­ra spre­chen deutsch und ei­ni­ge ge­ben so­gar gu­te Tipps für die Rei­se. Wenn es nur ein klei­ner Snack zwi­schen­durch sein soll, ist der Poolgrill ei­ne gu­te Wahl. Hier wer­den un­ter an­de­rem frisch be­leg­te Bur­ger ser­viert. Am fünf­ten Tag der Rei­se wird auf dem Pool­deck ein 55 kgThun­fisch aus­ge­stellt. Nach­dem vie­le Gäs­te ihn fo­to­gra­fiert ha­ben, grillt das Kü­chen­team köst­li­che Thun­fischsteaks. Wer es ru­hi­ger und lu­xu­riö­ser mag, kann ge­gen Auf­preis im Selec­tion Re­stau­rant à la car­te es­sen. Die Kell­ner dort ser­vie­ren ex­klu­si­ve Me­nüs – drei Gän­ge als Ein­stiegs­va­ri­an­te oder gleich sechs Gän­ge mit pas­sen­den Wei­nen. Das gön­nen sich vie­le Gäs­te zu be­son­de­ren An­läs­sen wie Ge­burts­ta­gen, Ju­bi­lä­en oder zum Hoch­zeits­tag.

AL­LES DREHT SICH UM DAS MEER

Bei strah­len­dem Son­nen­schein kann ich gar nicht ge­nug be­kom­men vom glit­zern­den Meer. Des­halb ha­be ich beim Ai­da-aus­flugs­team für den Tag auf Menor­ca ei­nen Ka­jak-aus­flug ge­bucht. Mit dem Bus geht es in den Nor­den nach For­nells. Nach ei­ner kur­zen Ein­wei­sung stei­gen wir in die Boo­te. Als die Letz­ten ein­stei­gen sind die Ers­ten vom Wind schon mehr als hun­dert Me­ter weit da­von­ge­trie­ben. Mit ver­ein­ten Kräf­ten geht es in die rich­ti­ge Rich­tung. Die ört­li­chen Ka­jak- Gui­des ach­ten dar­auf, dass nie­mand zu weit zu­rück­bleibt. Lang­sa­me Boo­te wer­den für ei­ne Wei­le ins Schlepp­tau ge­nom­men

und so wie­der auf Kurs ge­bracht. Schließ­lich er­rei­chen wir ei­ne klei­ne In­sel mit ei­nem ver­fal­le­nen Wach­turm. Dort er­fah­ren wir nicht nur, wie be­deu­tend die Über­wa­chung der Küs­te einst war, son­dern auch, war­um Nep­tung­ras so wich­tig für die Ba­lea­ren ist. Die See­gras­wie­sen sind Le­bens­raum für Mee­res­tie­re, fan­gen Schmutz­par­ti­kel auf, sor­gen so für kla­res Was­ser und ver­hin­dern die Ero­si­on der Strän­de. Mit die­sem Wis­sen macht ein er­fri­schen­des Bad in ei­ner mit reich­lich Nep­tung­ras zu­ge­wach­se­nen Bucht noch mehr Spaß – be­vor es nach ei­nem Pick­nick zu­rück zum Aus­gangs­punkt der Ka­jak­tour geht.

ECO-TOU­RIS­MUS STATT MAS­SEN­TOU­RIS­MUS

Tou­ris­mus und Um­welt­schutz kön­nen Hand in Hand funk­tio­nie­ren“, er­klärt Rei­se­lei­ter Ralf Frei­heit vom Un­ter­neh­men Xau­xa Menor­ca SL. Er schwärmt von den mil­den Ta­gen auf Menor­ca und bringt sei­ne Gäs­te mit dem Elek­to­au­to zu den schöns­ten Or­ten der ma­le­ri­schen und zugleich ab­wechs­lungs­rei­chen In­sel. Ei­ner da­von ist das Cap de Ca­val­le­ria. Auf der Klip­pe rund 90 Me­ter über dem Meer steht ein Leucht­turm. Aben­teu­er­lus­ti­ge ent­de­cken un­ter­halb den Ein­gang in ei­ne Höh­le. Wer sich in den dunk­len Gang wagt wird mit ei­nem spek­ta­ku­lä­ren Aus­blick be­lohnt. We­ni­ge Au­to­mi­nu­ten ent­fernt liegt der Na­tur­strand Pla­ya de Ca­val­le­ria. Dort kann man ba­den und die Son­ne ge­nie­ßen. Im Hin­ter­land be­fin­det sich ei­ne der zahl­rei­chen Kä­se­rei­en, in der der tra­di­tio­nel­le Qu­e­so-mahón pro­du­ziert wird. Ralf hält an und wir kos­ten die ab­wechs­lungs­rei­chen, teils in­ten­si­ven Kä­se-sor­ten so­wie haus­ge­mach­te Wurst. Seit dem 14. Jahr­hun­dert ist die In­sel auch für ih­re Schuh­macher­kunst be­kannt. Bis heu­te be­liebt sind die „ Ab­ar­cas“ge­nann­ten, hand­ge­mach­ten Le­der­san­da­len. Wäh­rend wir über die In­sel fah­ren, ver­än­dert sich die Land­schaft. Im heu­ti­gen Na­tur­schutz­ge­biet S´alb­ufe­ra des Grau gab es einst ei­nen Golf­platz. Plä­ne für ei­nen neu­en Frei­zeit­ha­fen stie­ßen je­doch auf er­bit­ter­ten Wi­der­stand. Heu­te ist die sump­fi­ge Land­schaft ein Schutz­ge­biet für Vö­gel. Wir ma­chen ei­nen kur­zen Spa­zier­gang durch die ein­sa­me und größ­ten­teils na­tur­be­las­se­ne Land­schaft. Dann steu­ern wir das nächs­te Ziel an – ei­ne Me­ga­lithan­la­ge der Ta­layo­tKul­tur. Die­se hat 1.500 Jah­re vor Chris­tus St­ein­tür­me und bis zu fünf Me­ter ho­he, aus zwei rie­si­gen St­ein­blö­cken er­rich­te­te, Mo­nu­men­te in Form ei­nes über­di­men­sio­na­len Ti­sches ge­schaf­fen. 30 die­ser welt­weit ein­zig­ar­ti­gen Tau­les wur­den auf Menor­ca ent­deckt.

LIEB­LINGS­PLÄT­ZE AN BORD

Auf je­dem Schiff ent­deckt man die ei­ge­nen Lieb­lings­plät­ze. Da­zu zählt für mich auf der Ai­da­au­ra der Au­ßen­be­reich vor­ne auf Deck

11. Hoch über dem Meer kann man von dort in die Fer­ne bli­cken, sich den Wind um die Na­se we­hen las­sen und mit dem Fern­glas auf die Küs­te bli­cken. Das macht nicht nur bei der Aus­fahrt aus dem Ha­fen von Pal­ma, wo die be­leuch­te­te Ka­the­dra­le lang­sam klei­ner wird, ei­ne Men­ge Spaß. Auf der Selec­tion-rei­se hat­ten wir an ei­nem Tag das Glück, die Fon­tä­ne ei­nes schnell ab­tau­chen­den Wals zu ent­de­cken. Ein wei­te­re schö­ner Platz ist der über­dach­te Bal­kon der He­ming­wayLounge auf Deck 10. Vor der stil­voll ein­ge­rich­te­ten Bi­blio­thek hän­gen zwei be­que­me Schau­keln, die zu ent­span­nen­den St­un­den mit ei­nem Buch in der Hand ein­la­den. Für vie­le Mi­t­rei­sen­de ge­hö­ren die Bars zu den be­lieb­tes­ten Plät­zen. Dort wer­den neue Freund­schaf­ten ge­schlos­sen, Ge­trän­ke ge­nos­sen und Ur­laubs­er­leb­nis­se aus­ge­tauscht. Ob­wohl ei­ne Men­ge ge­bo­ten wird, gibt es auch vie­le ru­hi­ge Or­te an Bord der Ai­da­au­ra. Un­ver­gess­lich sind kla­re Näch­te an Deck. Die Dun­kel­heit lässt die Ster­ne viel hel­ler als an Land leuch­ten.

VON PALAMÓS NACH GI­RO­NA

Nicht nur für Fans der Fan­ta­sy­se­rie „Ga­mes of Thro­nes“ist ein Aus­flug von Palamós im Her­zen der Cos­ta Bra­va zur Pro­vinz­haupt­stadt Gi­ro­na ei­ne gu­te Wahl. Er­rei­chen kann man die Stadt nur über die gut aus­ge­bau­te Stra­ße. Die 45-mi­nü­ti­ge Fahrt vor­bei an zahl­rei­chen Kork­bäu­men lohnt sich, denn die Uni­ver­si­täts­stadt ist nicht nur Film­ku­lis­se, son­dern auch Zen­trum für Kunst, Kul­tur und Ku­li­na­rik. Stadt­füh­re­rin An­na Aliu zeigt mir ei­ni­ge Se­hens­wür­dig­kei­ten. Gleich am Rand der Stadt steht ei­ne Sta­tue der Lö­win von Gi­ro­na. Es soll Glück brin­gen, die­ser das Hin­ter­teil zu küs­sen. Ei­ne Stra­ße wei­ter er­in­nert man an die ge­schei­ter­te Ero­be­rung der Stadt durch die Fran­zo­sen. Im Jahr 1285 sol­len Flie­gen die Stadt vor den Ein­dring­lin­gen ge­schützt ha­ben. Heu­te er­in­nern da­ran Bil­der und Skulp­tu­ren von Flie­gen. Ge­mein­sam be­sich­ti­gen wir den wun­der­schö­nen Kreuz­gang des zu ei­nem Museum um­ge­bau­ten Klos­ters Sant Pe­re de Gal­li­gants. Wir über­que­ren ei­nen zu die­ser Jah­res­zeit tro­cken­ge­fal­le­nen Fluss und er­rei­chen nach ei­nem Blick in die ara­bi­schen Bä­der schließ­lich die go­ti­sche Ka­the­dra­le. Di­rekt da­hin­ter be­ginnt ein Rund­weg auf der his­to­ri­schen Stadt­mau­er. Gi­ro­na gilt als Crea­ti­ve Hub nicht nur für ku­li­na­ri­sche In­no­va­tio­nen.

Rund um die Stadt soll es über 2.000 Re­stau­rants ge­ben. Ger­ne kom­bi­nie­ren die Kö­che Zu­ta­ten aus dem Meer und aus den na­he­ge­le­ge­nen und an kla­ren Ta­gen vom Stadt­zen­trum sicht­ba­ren Py­re­nä­en. So ent­stand durch die Viel­falt der Pro­duk­te ei­ne ganz ei­ge­ne Kü­che. Pro­bie­ren kann man das zum Bei­spiel im „La Ri­ba“am zen­tra­len Pla­ça de la In­de­pen­dèn­cia.

ZUSATZANGEBOTE AN BORD

Wer mag, kann das pral­le Pro­gramm der Rei­se mit Ai­da­au­ra noch vol­ler ma­chen. So gibt es ver­schie­de­ne Ver­kos­tun­gen, ei­nen Markt­be­such mit dem Kü­chen­chef und die Koch­schu­le im Selec­tion Re­stau­rant. Vie­le der Ak­ti­vi­tä­ten an Bord kön­nen mit dem Smart­pho­ne, Ta­blet oder Com­pu­ter im kos­ten­frei über W-LAN nutz­ba­ren AI­DA Bord­por­tal ge­bucht wer­den. Dort kann man auch nach­se­hen, ob die ei­ge­ne Ka­bi­ne be­reits ge­rei­nigt wur­de und sich für ei­nes der In­ter­net­pa­ke­te ent­schei­den. Die sind in den meis­ten Fäl­len bil­li­ger als auf ho­her See über Mo­bil­funk­net­ze on­li­ne zu ge­hen.

EIN BLICK ZU­RÜCK

In ei­ner Wo­che legt das Schiff auf der Rou­te „Spa­ni­en & Ita­li­en 1“fast 2.200 Ki­lo­me­ter zu­rück. Bei durch­schnitt­lich 26 Grad und meist blau­em Him­mel gibt es ei­ne Men­ge zu ent­de­cken. Über­zeugt hat auch das Selec­tion-kon­zept. Ganz be­wusst steu­ert man mit der Ai­da­au­ra klei­ne­re Hä­fen wie den von Por­to­fer­raio an. Dort ist man dann oft das ein­zi­ge Kreuz­fahrt­schiff. Län­ge­re Lie­ge­zei­ten ma­chen es mög­lich, mehr von den ein­zel­nen Or­ten zu ent­de­cken. Ein nächt­li­cher Spa­zier­gang durch La Spe­zia? In­sel­tour und Ka­jak auf Menor­ca? Den Cha­rak­ter der Re­gi­on ent­de­cken? Das ist nur mög­lich, wenn das Schiff lan­ge ge­nug im Ha­fen bleibt wie Ai­da­au­ra auf die­ser Mit­tel­meer­rei­se. Bei an­de­ren Selec­tion-rei­sen sind zu­dem „Lo­cal He­ros“ge­nann­te Bot­schaf­ter der je­wei­li­gen Re­gi­on mit an Bord und sor­gen für ei­ne noch per­sön­li­che­re Ver­bin­dung mit Land und Leu­ten. Auch Ma­ria Ze­len­ka ist zu­frie­den: „Das Selec­tion-kon­zept bringt vie­le Gäs­te er­neut an Bord der AI­DA. Wir zei­gen ih­nen neue Zie­le – und bie­ten an Bord Ru­he, Ge­las­sen­heit und Ent­span­nung.“■

Links oben: Por­to Ve­ne­re ge­hört zwar nicht zu den „Cinque Terre“aber wie die­se zum UNESCO Welt­kul­tur­er­be; rechts oben: Gas­se in Por­to Ve­ne­re; un­ten: Ka­the­dra­le von Mallor­ca, au­ßen und in­nen

Links: Scha­fe auf Menor­ca lie­ben Was­ser­me­lo­nen; un­ten und rechts: Pla­ya de Ca­val­le­ria gilt als ei­ner der schöns­ten Strän­de der Nord­küs­te Menor­cas. Der ro­te Sand soll an­ge­wen­det wie ein Pee­ling die Haut pfle­gen.

Oben: Pool­deck der Ai­da­au­ra. Nach dem Werft­auf­ent­halt im Früh­jahr wird das Deck neu ge­stal­tet. Die Fel­sat­trap­pen wer­den ent­fernt und der Pool er­neu­ert. Für Open-air-shows (rechts) gibt es dann mehr Platz – und auch für Son­nen­lie­gen. Un­ten: Thun­fisch an Bord. Der 55 Ki­lo-trumm ist Star­gast des Bar­be­que an Tag 5 der Rei­se.

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