Weih­nachts­markt soll nicht län­ger öff­nen

Dis­kus­si­on um Bu­den­schlie­ßung am Abend / Das sa­gen die Be­trei­ber zu den Öff­nungs­zei­ten

Delmenhorster Kreisblatt - - VORDERSEITE - Von Sa­scha Se­bas­ti­an Rühl

Soll der Del­men­hors­ter Weih­nachts­markt abends noch län­ger ge­öff­net sein als 20 oder 21 Uhr? Die Schausteller se­hen da­für kei­nen Grund.

DEL­MEN­HORST In Del­men­horst ist der Weih­nachts­markt täg­lich von 10.30 bis 20 Uhr ge­öff­net. Da­zu kom­men die lan­gen Don­ners­ta­ge und Ak­ti­ons­ta­ge, an de­nen die Schausteller erst um 21 Uhr das Licht aus­schal­ten. Im In­ter­net ha­ben nun ei­ni­ge Del­men­hors­ter ge­for­dert, abends län­ger zu öff­nen, so wie in Ol­den­burg oder Bre­men auch.

Das är­gert Schausteller Andre­as Kutschenbauer, der auf dem Weih­nachts­markt den Glüh­wein­stand be­treibt. „Der Ver­gleich hinkt. Wir kön­nen Del­men­horst nicht mit den Weih­nachts­märk­ten in Bre­men oder Ol­den­burg ver­glei­chen, zu de­nen Bus­se vol­ler Tou­ris­ten fah­ren.“20 oder 21 Uhr sei­en gu­te Schluss­zei­ten, die auch erst seit ver­gan­ge­nem Jahr re­gu­lär be­stün­den. „Ich weiß nicht, ob man die Spi­ra­le im­mer wei­ter dre­hen soll­te.“Vor we­ni­gen Jah­ren war in Del­men­horst schon um 19 Uhr Schluss.

Vie­le Weih­nachts­märk­te in der Re­gi­on schlie­ßen spä­ter. In Bre­men ist der Weih­nachts­markt von Sonn­tag bis Don­ners­tag bis 20.30 Uhr und am Frei­tag und Sams­tag bis 21 Uhr ge­öff­net. Der Ol­den­bur­ger Lam­ber­tiMarkt öff­net frei­tags und sams­tags bis 21.30 Uhr. Deut­lich spä­ter öff­net und schließt der Wil­des­hau­ser Weih­nachts­markt: Wo­chen­tags von 15 bis 23 Uhr, am Wo­che­n­en­de von 11 bis 23 Uhr. Der Gan­der­ke­se­er Weih­nachts­markt hat zwar nur ein Wo­che­n­en­de ge­öff­net, schließt da­für am Sams­tag aber erst um 23 Uhr.

Auch der Weih­nachts­markt im Wald in Sand­krug schließt mor­gen erst um 22.30 Uhr, öff­net aber auch erst um 16 Uhr. Der Win­ter­zau­ber in Hu­de hat mon­tags bis frei­tags von 14 bis 22 Uhr so­wie sams­tags und sonn­tags von 12 bis 22 Uhr ge­öff­net. Der Weih­nachts­markt in der mit Del­men­horst von der Be­völ­ke­rungs­grö­ße ver­gleich­ba­ren kreis­frei­en Stadt Wil­helms­ha­ven hat täg­lich bis 21 Uhr ge­öff­net.

„Die meis­ten Leu­te, die so et­was for­dern, ge­hen am En­de gar nicht hin“, lau­tet Andre­as Kut­schen­bau­ers Er­fah­rung. Am Stand wür­den sich zum Bei­spiel vie­le wün­schen, dass es schnei­en soll­te. „Aber wenn es schneit, kommt kei­ner.“Da­her fin­de er die Öff­nungs­zei­ten, so wie sie jetzt sind, in Ord­nung. „An sie­ben Ta­gen 21 Uhr wür­de auch noch Sinn ma­chen, aber be­stimmt nicht 22 Uhr. Ein Weih­nachts­markt ist kein Frei­markt.“

Die Öff­nungs­zei­ten sind strikt ge­re­gelt. „Die Be­trei­ber der Glüh­wein­bu­den wür­den am liebs­ten je­den Tag bis 21 Uhr öff­nen, an­de­re Stand­be­trei­ber aber nicht“, er­klärt Horst Ja­no­cha, Fach­be­reichs­lei­ter Ge­wer­be­ser­vice. Die stün­den sich zu spä­te­rer St­un­de „die Bei­ne in den Bauch“, da die Be­su­cher sich nur noch für Brat­wurst und Glüh­wein in­ter­es­sie­ren wür­den. Durch die Markt­ord­nung müss­ten aber al­le Stän­de ge­mein­sam öff­nen und schlie­ßen. „Das ist ein Muss“, be­tont Ja­no­cha. Die ein­zel­nen Ta­ge, an de­nen al­le Stän­de bis 21 Uhr ge­öff­net ha­ben, sei­en ein Kom­pro­miss.

Bei der Dis­kus­si­on um die Öff­nungs­zei­ten geht es auch um Geld. „An den Haupt­ta­gen ha­be ich zehn An­ge­stell­te am Stand und ab acht Uhr kom­men nur noch ein paar Leu­te. Sonst wür­de ich mir auch über län­ge­re Öff­nungs­zei­ten Ge­dan­ken ma­chen“, be­tont Kutschenbauer. Für je­de St­un­de, in der sein Glüh­wein­stand ge­öff­net sei, müs­se er die Kos­ten für Strom und Per­so­nal be­zah­len. In der Be­schi­cker­ver­samm­lung sei­en län­ge­re Öff­nungs­zei­ten je­den­falls kein The­ma ge­we­sen.

‚‚ Die meis­ten Leu­te, die so et­was for­dern, ge­hen am En­de nicht hin.

ANDRE­AS KUTSCHENBAUER SCHAUSTELLER

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