Ein kul­tu­rel­ler Tau­send­sas­sa

Dr. Hans Ste­phan starb vor 25 Jah­ren

Delmenhorster Kreisblatt - - VORDERSEITE -

Als Dr. Hans Ste­phan am 6. De­zem­ber 1993 im Al­ter von 83 Jah­ren ver­starb, ver­lor die Kul­tur in Delmenhorst ei­ne ih­rer prä­gends­ten Fi­gu­ren in der Zeit nach dem Zwei­ten Welt­krieg. Ver­bun­den ist sein Na­me nicht zu­letzt mit der Lei­tung der Städ­ti­schen Ga­le­rie Haus Co­burg, als ei­gent­lich schon der Ru­he­stand an­stand. Die von Ste­phan ver­ant­wor­te­ten Aus­stel­lun­gen prä­sen­tier­ten Wer­ke von Künst­lern wie Paul Klee, Hein­rich Vo­ge­ler und Fran­cis­co Goya. Aber auch die För­de­rung hei­mi­scher Künst­ler wie Jo­sef Pollak und Wil­li Olt­manns lag ihm am Her­zen.

Ei­nen „Tau­send­sas­sa“nann­te ihn der frü­he­re Stadt­ar­chi­var Wer­ner Gar­bas 2003 in ei­nem Le­bens­bild für die­se Sei­te. Die­ser pro­fun­de kul­tu­rel­le Hin­ter­grund zeig­te sich schon in den Stu­di­en­gän­gen, die der am 26. Fe­bru­ar 1910 in Plau­en im Vogt­land ge­bo­re­ne jun­ge Mann be­leg­te: Er wid­me­te sich der Mu­sik-, Thea­ter- und Kunst­wis­sen­schaft, der Ger­ma­nis­tik und der Jour­na­lis­tik.

Nach dem Krieg, in dem der über­zeug­te Kriegs­geg­ner Mi­li­tär­dienst leis­ten muss­te, führ­te ihn sein Weg zu­nächst als Dra­ma­turg an die Schles­wi­ger Oper, wo er seine Frau, die Del­men­hors­ter Opern­sän­ge­rin Hel­ga Scheff­ler, ken­nen­lern­te. Fort­an in der Del­me­stadt zu Hau­se, mach­te sich Hans Ste­phan als Feuille­to­nist beim Del­men­hors­ter Kreis­blatt ei­nen Na­men.

Zu die­ser Zeit avan­cier­te er, un­ter an­de­rem als Mit­be­grün­der des Run­den Ti­sches des Volks­bil­dungs­wer­kes, laut Gar­bas „mehr und mehr zum Mo­tor des kul­tu­rel­len Le­bens“in der Stadt. 1965 wurde er zum Di­rek­tor der Volks­hoch­schu­le Delmenhorst und zum Chef des städ­ti­schen Amts für Kul­tur und Er­wach­se­nen­bil­dung be­ru­fen. Bis 1976 als Di­rek­tor am­tie­rend, er­fuhr die Volks­hoch­schu­le in die­sen Jah­ren ei­nen ge­wal­ti­gen Auf­schwung.

FO­TO: T. KIESELBACH

Mo­tor der Del­men­hors­ter Kul­tur: Hans Ste­phan.

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