Will­kür darf nicht sein

Kei­ne Be­din­gun­gen bei Mie­ter­wech­sel in WG

Delmenhorster Kreisblatt - - IMMOBILIENMARKT -

GIE­ßEN In Wohn­ge­mein­schaf­ten kommt es vor, dass Mie­ter wech­seln. Ver­mie­ter müs­sen dem Wech­sel in der Re­gel auch zu­stim­men. Ih­re Zu­stim­mung dür­fen sie nicht oh­ne wei­te­res an zu­sätz­li­che Be­din­gun­gen knüp­fen, wie ein Ur­teil des Amts­ge­richts Gie­ßen zeigt (Az.: 48 C 295/17). Lehnt der Ver­mie­ter den Wech­sel plötz­lich ein­fach ab, kann er sich so­gar scha­den­er­satz­pflich­tig ma­chen, be­rich­tet die Zeit­schrift „Woh­nungs­wirt­schaft und Miet­recht“(11/2018) des Deut­schen Mie­ter­bun­des.

In dem ver­han­del­ten Fall war die be­tref­fen­de Woh­nung seit dem Jahr 2000 an ei­ne Wohn­ge­mein­schaft ver­mie­tet. Die ur­sprüng­li­chen Mie­ter wa­ren in­zwi­schen aus dem Miet­ver­hält­nis aus­ge­schie­den. Der letz­te schrift­li­che Miet­ver­trag stamm­te aus dem Jahr 2013. Mit­te 2017 ver­lang­te die Ver­mie­te­rin, ei­ner Miet­erhö­hung um rund 130 Eu­ro zu­zu­stim­men. Die Mie­ter wie­der­um woll­ten zeit­gleich die Zu­stim­mung zu ei­nem Mie­ter­wech­sel. Die Ver­mie­te­rin lehn­te das ab. Sie wer­de kei­nem Wech­sel zu­stim­men, so­lan­ge es kei­ne Ei­ni­gung über die Miet­erhö­hung ge­be, so die Be­grün­dung.

Vor Ge­richt konn­ten sich die Mie­ter durch­set­zen: Die be­tref­fen­de Woh­nung wer­de seit Jah­ren an meh­re­re Per­so­nen ver­mie­tet, und es ha­be in der Ver­gan­gen­heit auch schon Mie­ter­wech­sel ge­ge­ben. Da­her sei der An­spruch Ver­trags­in­halt ge­wor­den. Die der­zei­ti­gen Be­woh­ner hät­ten des­halb ein Recht auf Zu­stim­mung. Die Ver­wei­ge­rung jeg­li­chen Mie­ter­wech­sels sei ei­ne Ver­trags­ver­let­zung. Da­her hät­ten die Be­woh­ner hier auch An­spruch auf Scha­den­er­satz für den ent­gan­ge­nen Miet­an­teil.

FO­TO: BASF WOH­NUNG + BAU­EN/DPA-TMN

Ge­mein­sam Es­sen: Wohn­ge­mein­schaf­ten sind mitt­ler wei­le auch für vie­le Äl­te­re in­ter­es­sant.

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