AfD: „Kei­ne Un­treue“

Po­li­zei wehrt sich ge­gen Ma­ni­pu­la­ti­ons­vor­wür­fe

Delmenhorster Kreisblatt - - REGION -

Die Bre­mer AfD hat den Un­treue-Vor­wurf ge­gen ih­ren Lan­des­vor­sit­zen­den Frank Ma­gnitz (66) zu­rück­ge­wie­sen. Der Vor­wurf auf­grund der An­zei­ge ei­nes ehe­ma­li­gen Af­DSchatz­meis­ters sei halt­los, heißt es in ei­ner Mit­tei­lung, die am Wo­che­n­en­de ver­öf­fent­licht wur­de.

BREMEN Die Par­tei re­agier­te da­mit auf Be­rich­te über Er­mitt­lun­gen der Bre­mer Staats­an­walt­schaft we­gen Un­treue ge­gen Ma­gnitz, der auch Ab­ge­ord­ne­ter des Bun­des­ta­ges ist. Da­für hat­te der Bun­des­tag die Im­mu­ni­tät des Po­li­ti­kers auf­ge­ho­ben. Der 66-Jäh­ri­ge ist in den Schlag­zei­len, weil er Op­fer ei­ner Ge­waltat­ta­cke am Goe­the­platz wur­de.

Aus­lö­ser für das Ver­fah­ren we­gen des Ver­dachts der Un­treue ist ei­ne Straf­an­zei­ge aus dem De­zem­ber. In­halt­lich ge­he es um Par­tei­gel­der, sag­te der Spre­cher der Staats­an­walt­schaft, Frank Pas­sa­de, am Wo­che­n­en­de. Ma­gnitz selbst sag­te der Zei­tung „Bild am Sonn­tag“: „Es geht um un­ge­fähr 724 Eu­ro.“Der Ma­gis­trat ha­be ihm die Ord­nungs­mä­ßig­keit der Abrech­nung be­reits be­stä­tigt. „Das ist ei­ne Lach­num­mer“, mein­te der AfD-Po­li­ti­ker. Die Bre­mer AfD ist in der Ver­gan­gen­heit schon häu­fi­ger mit in­ter­nen Que­re­len auf­ge­fal­len.

Wie be­rich­tet, hat­ten Po­li­zei und Staats­an­walt­schaft am Frei­tag Vi­deo­auf­nah­men von dem Über­fall auf Ma­gnitz (Tat­zeit: Mon­tag ver­gan­ge­ner Wo­che) ins Netz ge­stellt. Dar­in nä­hern sich drei jun­ge Män­ner von hin­ten dem Bre­mer AfD-Chef, ei­ner rammt ihm mit dem El­len­bo­gen ge­gen den Kopf. Er­mit­telt wird we­gen ge­fähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung.

Zur Zahl der Hin­wei­se aus der Be­völ­ke­rung seit der Ver­öf­fent­li­chung der Vi­deo­se­quen­zen sag­te Pas­sa­de noch nichts. Der Spre­cher ver­wies auf An­fang der Wo­che. We­gen des gro­ßen In­ter­es­ses an dem Vi­deo ist es bei der Bre­mer Po­li­zei zeit­wei­se zu Ser­ver­aus­fäl­len ge­kom­men.

Die Bre­mer AfD hat­te kurz nach der Atta­cke ge­schrie­ben, die Tä­ter hät­ten Ma­gnitz mit ei­nem Kant­holz be­wusst­los ge­schla­gen und ge­gen sei­nen Kopf ge­tre­ten, als die­ser am Bo­den lag. Bei­des ist in den ver­öf­fent­lich­ten Auf­nah­men des Über­falls nicht zu se­hen. Die AfD be­zeich­ne­te das Vi­deo als we­nig aus­sa­ge­kräf­tig. „Der Ein­satz ei­nes ge­zack­ten Schlag­rin­ges wä­re denk­bar“, sag­te Ma­gnitz der „Bild am Sonn­tag“und sprach von ei­nem „Mord­ver­such“. Dies sei­en al­les Mut­ma­ßun­gen, sag­te Pas­sa­de am Sonn­tag. Ein Rechts­me­di­zi­ner ha­be sich die Ver­let­zun­gen des 66-Jäh­ri­gen an­ge­schaut. Zu wei­te­ren De­tails will sich der Ober­staats­an­walt mit Hin­weis auf die lau­fen­den Er­mitt­lun­gen der­zeit nicht äu­ßern.

Das Me­dia-Team der Bre­mer Po­li­zei hat am Wo­che­n­en­de un­ter an­de­rem „in ei­ge­ner Sa­che“get­wit­tert, Ma­ni­pu­la­ti­ons­vor­wür­fe zu dem Vi­deo ent­behr­ten jeg­li­cher Grund­la­ge. Es sei­en al­le „tat­re­le­van­ten Se­quen­zen“ins Netz ge­stellt wor­den, sag­te ei­ne Spre­che­rin ges­tern. Die zwei­te Ka­me­ra sei erst durch ei­nen Be­we­gungs­mel­der an­ge­sprun­gen, des­halb sei kein Vor­lauf zu se­hen. Ma­ni­pu­la­ti­ons­vor­wür­fe wa­ren im In­ter­net auf­ge­taucht. Die Po­li­zei be­klag­te, dass die Dis­kus­si­on zu­neh­mend un­sach­lich ge­führt wer­de.

FO­TO: DPA/MICHA­EL BAHLO

Frank Ma­gnitz im Bre­mer AfD-Bü­ro.

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