Folk und Syn­thie

Delmenhorster Kreisblatt - - KULTUR -

Un­ge­wöhn­lich ist es längst nicht mehr, wenn Country- und Folk-af­fi­ne Song­wri­ter auch mo­der­nes Equip­ment nut­zen, um ih­re Songs mit ent­spre­chen­den Ef­fek­ten auf­zu­rüs­ten. Sel­ten aber klingt das so or­ga­nisch ver­floch­ten wie bei Ben Cra­mer ali­as Old Sea Bri­ga­de. „Ode to a Fri­end“, das De­büt­al­bum des Mu­si­kers, punk­tet durch das har­mo­ni­sche Mit­ein­an­der von me­lo­di­scher In­stru­men­tie­rung und elek­tro­ni­schen Beats. Im­mer wie­der las­sen ver­son­ne­ne Gi­tar­ren­klän­ge und tas­ten­de Kla­vier­ak­kor­de an me­lan­cho­li­schen Song­writer­folk er­in­nern. Auch Cra­mer selbst ver­wei­gert sich der Eti­ket­tie­rung sei­ner Musik: Sei­ne Musik sei we­der ge­rad­li­ni­ger Ame­ri­ca­na noch Country, nicht mal rich­ti­ger In­die­rock. Eins da­ge­gen ist „Ode to a Fri­end“auf je­den Fall: Ein lang­sam ge­reif­tes Werk, denn die elf Songs ent­stan­den auch als ei­ne Art Sinn­su­che Cra­mers, der nach der Auflösung sei­ner Band vor ein paar Jah­ren zu­rück zu sei­nen El­tern ge­zo­gen war, und her­aus­fin­den muss­te, was er mit sei­nem Le­ben an­fan­gen sol­le. Vi­el­leicht wirkt die Un­ru­he in sei­nen Songs des­halb eher un­ter­schwel­lig, ge­dämpft durch die in­ti­me Aus­ein­an­der­set­zung des Künst­lers mit sei­ner Exis­tenz.

I„Ode to a Fri­end“, seit dem 4. Ja­nu­ar als CD und LP er­hält­lich

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