Mül­ler hofft auf Ei­ni­gung mit Na­mi­bia

Delmenhorster Kreisblatt - - POLITIK -

FRANK­FURT Nach dem Aus­fall des Re­gie­rungs­flie­gers in Afri­ka will Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler (CSU) sei­nen des­halb ab­ge­sag­ten Na­mi­bi­aBe­such bald­mög­lichst nach­ho­len. Da­bei will Mül­ler sich nach dem Stand der deutsch-na­mi­bi­schen Ge­sprä­che über die Be­wäl­ti­gung der Ko­lo­ni­al­ver­gan­gen­heit er­kun­di­gen.

„Al­ler­dings kom­me ich als Ent­wick­lungs­mi­nis­ter nach Na­mi­bia, die Ver­hand­lun­gen sind in der Hand des Aus­wär­ti­gen Am­tes“, sag­te Mül­ler. Er äu­ßer­te die Er­war­tung, dass die Ge­sprä­che un­ter der Ägi­de des CDU-Po­li­ti­kers Ru­precht Po­lenz noch in die­sem Jahr ein Er­geb­nis brin­gen. Schät­zun­gen zu­fol­ge ka­men im heu­ti­gen Na­mi­bia durch Gräu­el­ta­ten der deut­schen Ko­lo­ni­al­herr­scher An­fang des 20. Jahr­hun­derts rund 70 000 Men­schen ums Le­ben. His­to­ri­ker spre­chen von Völ­ker­mord. Deutschland stel­le sich sei­ner be­son­de­ren his­to­ri­schen Ver­ant­wor­tung, er­klär­te der Ent­wick­lungs­mi­nis­ter. „Pro Kopf sind wir in kei­nem an­de­ren Land stär­ker en­ga­giert“, sag­te er. In­di­vi­dua­l­ent­schä­di­gun­gen für He­re­ro und Na­ma, de­ren Vor­fah­ren im Ver­nich­tungs­krieg der Ko­lo­ni­al­trup­pen im da­ma­li­gen Deutsch-Süd­west­afri­ka ge­tö­tet wur­den, wer­de es aber nicht ge­ben. Ur­sprüng­lich soll­te Na­mi­bia nach Ma­la­wi und Sam­bia die letz­te Sta­ti­on von Mül­lers Afri­ka-Reise sein. Weil je­doch die Ma­schi­ne, mit der Mül­ler un­ter­wegs war, ab Li­long­we aus­fiel, muss­te der Na­mi­bia-Be­such ab­ge­sagt wer­den.

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