Das lan­ge War­ten auf Del­mod

Bau­be­ginn steht noch aus / Klar­heit über Be­bau­ung soll im Som­mer fol­gen

Delmenhorster Kreisblatt - - VORDERSEITE - Von Fre­de­rik Gr­ab­be

Auf dem Del­mod-Are­al sol­len groß­flä­chig neue Bau­grund­stü­cke ent­wi­ckelt wer­den. Vor vier Mo­na­ten wur­de der Ab­riss voll­streckt. Wie geht es jetzt wei­ter? Was soll ge­nau ent­ste­hen? Ein Über­blick.

DEL­MEN­HORST Sie ist groß, sie ist weit, sie liegt in­nen­stadt­nah – und ist dar­um ei­ne Flä­che, nach der sich bau­wil­li­ge Fa­mi­li­en die Fin­ger le­cken wer­den. Rund fünf Hekt­ar um­fasst das ehe­ma­li­ge Del­mod-Are­al in Deich­horst. Seit dem En­de der Ab­riss­ar­bei­ten An­fang Sep­tem­ber 2018 hat sich auf der Flä­che ent­lang der Del­mod­stra­ße zwi­schen Brau­en­kam­per Stra­ße und Weill­stra­ße nichts ge­tan. Das wird auch noch ei­ne Wei­le so blei­ben. Die Grund­stü­cke sol­len erst 2020 ver­mark­tet wer­den, teilt Stadt­bau­rä­tin Bi­an­ca Ur­ban im Ge­spräch mit die­ser Zei­tung mit.

War­um dau­ert das so lan­ge, mö­gen sich Au­ßen­ste­hen­de fra­gen. Im­mer­hin ist das Bau­en auf dem Del­mod-Ge­län­de ei­nes der Pro­jek­te, bei dem sich die Rats­po­li­tik un­ge­wohnt ei­nig ist, und auch Um­welt­schüt­zer oder Bür­ger­initia­ti­ven deu­ten kei­nen Wi­der­stand an. „Höchs­te Prio­ri­tät“ha­be das Del­mod-Pro­jekt, sag­te Ober­bür­ger­meis­ter Axel Jahnz im Au­gust 2017, als der Ver­wal­tungs­aus­schuss grü­nes Licht für die Be­auf­tra­gung der Ent­wurfs­pla­nun­gen gab. Das hat sich bis heu­te, ein­ein­halb Jah­re spä­ter, nicht ge­än­dert: „Wir wol­len zü­gig Pla­nungs­recht schaf­fen“, sagt Ur­ban.

„So ein Pla­nungs­ver­fah­ren braucht eben sei­ne Zeit. Das ist nicht wie Bröt­chen­ba­cken“, so die Stadt­bau­rä­tin, die gleich­zei­tig Ver­ständ­nis für die Un­ge­duld hat und selbst weiß, wie hoch der Druck auf den Bau­land­markt in der Stadt ist. „Die Nach­fra­ge ist da, ge­ra­de bei Fa­mi­li­en.“Nach dem Plan­auf­stel­lungs­be­schluss im Ju­ni 2018 sind Baum- und He­cken­be­stän­de zu­guns­ten des Um­welt­schut­zes un­ter­sucht wor­den. Und ak­tu­ell wer­den laut Ur­ban die Er­geb­nis­se der früh­zei­ti­gen Be­tei­li­gung aus­ge­wer­tet. Die­se sol­len im Pla­nungs­aus­schuss im Som­mer 2019 zu­sam­men mit dem Be­bau­ungs­plan-Ent­wurf vor­ge­stellt wer­den, der die­se Er­geb­nis­se be­rück­sich­tigt. Dar­auf fol­ge dann die öf­fent­li­che Aus­le­gung der Plä­ne. Je nach­dem, wie die­se aus­fällt, so Ur­ban, müss­te der Ent­wurf noch ein­mal über­ar­bei­tet wer­den. Dann erst fol­ge der Sat­zungs­be­schluss. Ab 2020 soll die Er­schlie­ßung der Grund­stü­cke fol­gen. Und eben auch der Grund­stücks­ver­kauf.

Das künf­ti­ge Woh­nen im Del­mod-Vier­tel, wenn man es so nen­nen mag, wird sich an ei­nem Kon­zept der Nach­bar­schafts­hö­fe, ori­en­tie­ren, so Ur­ban. „Wohl­ha­ben­de Ein­kom­mens­star­ke“sol­len mit ins­ge­samt 29 Ein­fa­mi­li­en­häu­sern und Dop­pel­haus­hälf­ten be­dient wer­den. Zu­dem sol­len – je nach­dem, ob sich am En­de die Va­ri­an­te A oder B durch­setzt – 13 bis 15 Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser ge­baut wer­den, in Sum­me soll al­so „Wohn­raum für al­le“ent­ste­hen. Die Ein­fa­mi­li­en- und Dop­pel­häu­ser kön­nen Pri­vat­leu­te nach dem Grund­stücks­kauf im Rah­men der Vor­ga­ben im letzt­end­li­chen Be­bau­ungs­plan frei bau­en. Die Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser sol­len Bau­ge­sell­schaf­ten ver­wirk­li­chen. Dass die Fir­ma Di­vaBau, be­kannt als Ent­wick­ler des Neu­en Deich­horsts, fünf Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser in Hö­he der Hän­del­stra­ße er­rich­ten wird, ist da­bei si­cher.

Laut Ur­ban sol­len so ins­ge­samt bis zu neue 180 Woh­nun­gen im Vier­tel ent­ste­hen. Ei­ne gro­ße Fra­ge wird sein, wo die künf­ti­gen Be­woh­ner der Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser, die teil­wei­se hö­her als vier­stö­ckig aus­fal­len kön­nen, par­ken sol­len. Ent­we­der stel­len sie ih­re Au­tos ent­lang der Stra­ßen­front zur Del­mod­stra­ße un­ter der Er­de in Tief­ga­ra­gen ab (Va­ri­an­te A) – was für die spä­te­ren Ent­wick­ler ge­wis­se Kos­ten nach sich zieht –, oder auf Park­plät­zen di­rekt an der Del­mod­stra­ße (Va­ri­an­te B). Letz­te­re Lö­sung wür­de si­cher we­ni­ger Charme ver­sprü­hen. Ein „wer­ti­ges An­ge­bot“ver­spricht sich Ur­ban mit der Del­mod-Ent­wick­lung, zu­mal die neu­en Ge­bäu­de ge­ra­de an den Rand­la­gen ent­lang von schon be­ste­hen­den, teil­wei­se dicht be­wach­se­nen Grün­zü­gen mit gro­ßem Baum­be­stand ver­lau­fen wer­den.

FO­TO: FRE­DE­RIK GR­AB­BE

Das ehe­ma­li­ge Del­mod-Are­al war­tet auf sei­ne Ent­wick­lung. Häus­le­bau­er brau­chen aber noch Ge­duld.

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