Von der Var­re­ler Bä­ke in den Oze­an und wie­der zu­rück

Wie Meer­fo­rel­len in hie­si­gen Ge­wäs­sern wie­der hei­misch wur­den

Delmenhorster Kreisblatt - - DELMENHORST - Von Dirk Hamm Klei­nes 101, Geest-Apo­the­ke: Ste­din­ger (0 42 21) Str. 58 82 25. 24h-Not­dienst ab 8.30 Uhr.

Die Meer­fo­rel­le ist in der Var­re­ler Bä­ke wie­der hei­misch. Das ist dem jah­re­lan­gen Ein­satz der Mit­glie­der des Sport­fi­scher­ver­eins Bre­men-Stuhr zu ver­dan­ken. VARREL

Sie schwim­men von Varrel aus in die Wei­ten des Oze­ans, und nach Jah­ren zieht es sie wie­der zu­rück in ih­re Kin­der­stu­be in der Var­re­ler Bä­ke: Meer­fo­rel­len sind dank des En­ga­ge­ments der Mit­glie­der des Sport­fi­scher­ver­eins Bre­men-Stuhr wie­der in Stuh­rer Ge­wäs­sern hei­misch ge­wor­den, nach­dem die­se Art zwi­schen­zeit­lich ver­schwun­den war. Ge­wäs­ser­ver­bau­ung und -be­gra­di­gun­gen hat­ten den Le­bens­raum der Meer­fo­rel­len ver­nich­tet.

Am Frei­tag war es wie­der so weit: Tau­sen­de win­zig klei­ne jun­ge Meer­fo­rel­len wur­den an der Fi­schauf­stiegs­an­la­ge am Gut Varrel in die Var­re­ler Bä­ke ein­ge­bracht. Ei­ne Grup­pe Ver­eins­mit­glie­der, dar­un­ter auch ei­ni­ge Kin­der und Ju­gend­li­che, traf sich auf dem Park­platz am Gut, wo auch die au­ßer­ge­wöhn­li­che Fracht im Kof­fer­raum ei­nes Au­tos ein­traf: In spe­zi­el­len Be­häl­tern schwam­men die nur et­wa fünf Mil­li­me­ter­lan­gen Fisch­lein im Was­ser.

We­ni­ge Me­ter ent­fernt be­för­der­ten die Na­tur­schüt­zer dann die frisch aus­ge­brü­te­ten Meer­fo­rel­len be­hut­sam in den Bach­lauf. Da­bei galt es, zu be­ach­ten, dass der Tem­pe­ra­tur­un­ter­schied zwi­schen der Flüs­sig­keit in den Trans­port­be­häl­tern und dem Was­ser in der Var­re­ler Bä­ke vor­sich­tig aus­ge­gli­chen wird.

In die­sem Ge­wäs­ser ver­blei­ben die jun­gen Fo­rel­len zu­nächst für zwei bis drei Jah­re, er­klär­te Rolf Li­ber­tin, ers­ter Vor­sit­zen­der des Sport­fi­scher­ver­eins Bre­men-Stuhr. An­schlie­ßend tre­ten die auf ei­ne Grö­ße zwi­schen 60 und 90 Zen­ti­me­tern her­an­wach­sen­den Fi­sche die Wan­de­rung bis in die Ost­see oder in den At­lan­tik an. Sind sie nach drei oder vier Jah­ren ge­schlechts­reif ge­wor­den, zieht es sie zu­rück an den Her­kunfts­ort.

Doch nur ein ver­schwin­dend ge­rin­ger Teil der­je­ni­gen Meer­fo­rel­len, die Jahr für Jahr von den Ver­eins­mit­glie­dern an der Var­re­ler Bä­ke in die Frei­heit ent­las­sen wer­den, fin­den den Weg zu­rück in ihr Ur­sprungs­ge­wäs­ser. Die meis­ten Meer­fo­rel­len wer­den Beu­te ih­rer na­tür­li­chen Fein­de. Ang­ler ge­hö­ren in der Re­gel nicht da­zu, be­tont Li­ber­tin: „Ang­ler sind sen­si­bel, was die Meer­fo­rel­le an­geht. Sie fan­gen sie meis­tens nicht oder set­zen sie wie­der zu­rück.“

Ge­ra­de ein­mal vier bis zehn in Stuhr aus­ge­setz­te Meer­fo­rel­len tau­chen pro Jahr wie­der am Aus­gangs­punkt auf, um zu lai­chen. Was nach we­nig klingt, ist für die Sport­fi­scher in Wahr­heit ein gro­ßer Er­folg ih­rer vor 20 Jah­ren ge­star­te­ten Be­mü­hun­gen, die Var­re­ler Bä­ke mit Meer­fo­rel­len­brut zu be­set­zen. Es ist ih­nen nach an­fäng­li­chen Pro­ble­men ge­lun­gen, ei­nen ei­ge­nen Fo­rel­len­stamm her­an­zu­zie­hen.

Zur Ge­win­nung der Ei­er be­die­nen sie sich der scho­nen­den Fang­me­tho­de des Elek­tro­fi­schens. Laich­rei­fe El­tern­fi­sche wer­den ge­fan­gen, die Fisch­ei­er ab­ge­streift und in die Brut­an­la­ge ge­setzt. Bei ei­ner Was­ser­tem­pe­ra­tur von zehn Grad dau­ert die Brut­zeit 40 Ta­ge, er­läu­ter­te der zwei­te Vor­sit­zen­de des Ver­eins, Uwe Wie­zo­rek. Seit ver­gan­ge­nem Jahr ver­fügt der Ver­ein über ei­ne ei­ge­ne Brut­an­la­ge auf dem ver­eins­ei­ge­nen Ge­län­de in Bre­men-Grolland. Sie ist laut Rolf Li­ber­tin aus­schließ­lich mit­hil­fe von ein­ge­wor­be­nen Spon­so­ren­gel­dern auf­ge­baut wor­den.

Apo­the­ke im Graf­tTher­me: Kauf­land:

zu­stän­dig für Stuhr, Wey­he und Sy­ke, Drohm­weg 69, Wey­he-Kirchw­ey­he, (04 20 3) 8 17 51. 24h-Not­dienst ab 9 Uhr.

Haus:

Mal­grup­pe Haus­Ber­Ger – Un­ter­wegs, (letz­ter Tag), auch von 15 bis 17 Uhr, Max-Planck-Str. 3, 9 bis 13 Uhr

Stadt­bü­che­rei / Me­di­en­päd­ago­gi­sches Zen­trum im Ci­ty-Cen­ter:

Wir bau­en Brü­cken, Teil 2, Ar­bei­ten von Men­schen un­ter­schied­li­cher Na­tio­na­li­tä­ten und je­den Al­ters (bis 2. März), Lan­ge Str. 1a, 10 bis 18 Uhr

Volks­bank eG Del­men­horst Schier­brok (Haupt­stel­le):

As­trid Hüb­be – Stadt­land­schaf­ten, (bis 22. Fe­bru­ar), Müh­len­str. 146, 8.30 bis 16 Uhr

Ge­or­ge Ab­dou – Le­bens­wel­ten, Ar­bei­ten des sy­ri­schen Künst­lers (bis 10. Mai), Am Tur­bi­nen­haus 11, 8 bis 21.30 Uhr

Volks­hoch­schu­le:

Sport­bad 6.30 bis 8 Uhr, Sport- und Frei­zeit­bad 10 bis 20 Uhr, Ge­sund­heits­be­reich: Sau­na 10 bis 22 Uhr, Well­ness 10 bis 20 Uhr, Am Stadt­bad 2

FO­TO: DIRK HAMM

Auch der Nach­wuchs hilft mit: Frisch aus­ge­brü­te­te win­zi­ge Meer­fo­rel­len sind vom Sport­fi­scher­ver­ein Bre­men-Del­men­horst in der Var­re­ler Bä­ke aus­ge­setzt wor­den.

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