Nah­les führt SPD Rich­tung Un­ter­gang

Delmenhorster Kreisblatt - - EINBLICKE - Von Micha­el Cla­sen m.cla­[email protected]

Einst nann­te sie sich Volks­par­tei. Jetzt liegt die SPD in Um­fra­gen deut­lich un­ter 20 Pro­zent. Sie ist nun Par­tei oh­ne Volk. Her­un­ter­ge­wirt­schaf­tet, wie es sich Wil­ly Brandt oder Hel­mut Schmidt nicht hät­ten vor­stel­len kön­nen.

Jetzt will Par­tei­che­fin Andrea Nah­les die SPD durch ei­nen Links­ruck vor der Be­deu­tungs­lo­sig­keit ret­ten. So­zia­le Wohl­ta­ten in Hül­le und Fül­le ver­spricht sie auf dem Rü­cken der Steu­er­zah­ler, kos­te es, was es wol­le. Dass sich in den Staats­kas­sen trotz der Re­kord­ein­nah­men ers­te Lö­cher auf­tun, küm­mert die SPD nicht. Da­mit stellt Nah­les er­neut ihr Un- ver­mö­gen un­ter Be­weis, die Par­tei aus der Kri­se her­aus­zu­füh­ren.

Die Ver­zweif­lung muss groß sein, wenn die SPD ih­re Ret­tung da­rin sieht, in Op­po­si­ti­on zum Ge­nos­sen Ger­hard Schrö­der zu ge­hen. Man muss kein Freund des Alt­kanz­lers sein, um an­zu­er­ken­nen, dass die Hartz-IV-Ge­set­ze den heu­ti­gen wirt­schaft­li­chen Er­folg mit er­mög­licht ha­ben. Die Be­haup­tung ist schlicht falsch, Schrö­der ha­be Deutsch­land aso­zia­ler ge­macht. Das Ge­gen­teil ist der Fall. Das Prin­zip För­dern und For­dern hat vie­len Men­schen zur Rück­kehr in ein selbst­be­stimm­tes Le­ben ver­hol­fen.

Die SPD über­lässt in ih­rem Über­le­bens­kampf aber lie­ber So­zi­al­ro­man­ti­kern das Ru­der, die viel über Gen­derMain­strea­m­ing re­den, aber von ei­ner Ent­las­tung der Mit­tel­schicht oder des Mit­tel­stands nichts ver­ste­hen. Da­mit ent­frem­det sich die Par­tei end­gül­tig von der Mit­te. Holt die SPD bei der Eu­ro­pa­Wahl 20 Pro­zent, wä­re sie schon gut be­dient.

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