Der No­t­ruf

Die El­tern der krebs­kran­ken Oli­via dach­ten, sie hät­ten Glück im Un­glück. Weil ihr Kind in der Cha­rité, ei­ner Kli­nik mit in­ter­na­tio­na­lem Re­nom­mee, be­han­delt wird. Doch nun gibt es schwe­re Vor­wür­fe – von Be­trof­fe­nen und Pfle­ge­per­so­nal

Der Tagesspiegel - - DIE REPORTAGE -

ging aber si­cher­heits­hal­ber zur Ärz­tin. Die schick­te Oli­via wei­ter in die Not­auf­nah­me der Cha­rité. Die Dia­gno­se gab es noch am sel­ben Tag: Oli­via hat­te ei­nen rhab­do­iden Tu­mor, be­son­ders ag­gres­siv, ent­stan­den aus em­bryo­na­lem Ge­we­be. Frü­her la­gen die Hei­lungs­chan­cen bei 20 Pro­zent. In­zwi­schen sind sie auf 60 Pro­zent ge­stie­gen. So­lan­ge das Kind me­di­zi­nisch gut ver­sorgt wird.

Und so fan­den Bar­ba­ra und Ber­nie May­er, sie hät­ten Glück im gro­ßen Un­glück. Weil sie in Ber­lin le­ben, Sitz der Cha­rité, dem Kran­ken­haus mit Welt­ruf. Die fünf­stün­di­ge hoch kom­pli­zier­te Ope­ra­ti­on An­fang Au­gust ver­lief zur Zuf­rie­den­heit al­ler, da­nach be­gann die Che­mo­the­ra­pie, drei Mal drei Blö­cke, an­ge­setzt für et­wa neun Mo­na­te. Bar­ba­ra May­er hat­te das Ge­fühl, am rich­ti­gen Ort zu sein. Jetzt, rund drei Mo­na­te nach Be­hand­lungs­be­ginn, ist sie sich da nicht mehr so si­cher. „Die Zu­stän­de auf der kin­de­ron­ko­lo­gi­schen Sta­ti­on im Vir­chow sind un­er­träg­lich“, sagt May­er.

Oli­vi­as vier­ter Che­mo­block soll­te ei­gent­lich am 19. Ok­to­ber be­gin­nen. Der drit­te lag drei Wo­chen zu­rück, Oli­vi­as Blut­wer­te sa­hen gut aus, die El­tern wa­ren froh, dass der Kampf ge­gen die Tu­mor­zel­len fort­ge­setzt wer­den wür­de. Doch als May­er mor­gens in der Kli­nik an­rief, be­kam sie ei­ne Aus­kunft, die sie scho­ckier­te. „Man sag­te mir, Oli­via kön­ne nicht be­han­delt wer­den, weil sie we­gen Per­so­nal­man­gel Bet­ten sper­ren muss­ten.“Kurz dar­auf be­kommt May­er von ei­ner Per­son, die auf der Sta­ti­on ar­bei­tet, ei­ne E-Mail: „Es ist hier auf der Sta­ti­on pfle­ge­kräf­te­mä­ßig sehr, sehr de­so­lat und mit euch war­ten noch ei­ni­ge an­de­re auf ein frei­es Bett und dar­auf, mit der The­ra­pie wei­ter­zu­ma­chen. Es ist wirk­lich echt furcht­bar schlimm.“

In der Cha­rité gilt seit April 2016 ein Ta­rif­ver­trag, um den die Ge­werk­schaft Ver­di und die Kli­nik jah­re­lang ge­run­gen ha­ben. Dar­in ist fest­ge­schrie­ben, dass je­der Pfle­ger auf der Kin­de­ron­ko­lo­gie nur drei Pa­ti­en­ten ver­sor­gen soll. „Da­von sind wir noch weit ent­fernt, und da­bei braucht man doch ge­ra­de für krebs­kran­ke Kin­der Zeit und Zu­wen­dung“, sagt ei­ne Pfle­ge­kraft, die an­onym blei­ben will. „Oft stop­fen wir die Lö­cher in den Di­enst­plä­nen selbst, in­dem wir auch dann ar­bei­ten, wenn wir ei­gent­lich frei hät­ten.“Manch­mal setzt die Cha­rité Lea­sing­kräf­te ein. Ei­ne Er­leich­te­rung ist das nur be­dingt. „Kaum ha­ben wir sie an­ge­lernt, sind sie schon wie­der weg.“Als letz­tes Mit­tel kann ei­ne Sta­ti­on Bet­ten sper­ren las­sen. Ein Zei­chen ab­so­lu­ten Pfle­ge­not­stands.

Bar­ba­ra May­er wird ver­trös­tet. Fer­ner wird ihr mit­ge­teilt, dass die Ärz­te die Pa­ti­en­ten auf­grund des Per­so­nal­man­gels je­den Mor­gen prio­ri­sie­ren müss­ten. „Das klang wie im Feld­la­za­rett“, sagt May­er. „So nach dem Mot­to: Der stirbt uns am ehes­ten, den neh­men wir dran.“Fünf Ta­ge lang ruft Bar­ba­ra May­er je­den Mor­gen an, dann ist es so weit. Oli­via darf die Che­mo­the­ra­pie fort­set­zen. Den Per­so­nal- man­gel be­kommt die Fa­mi­lie wei­ter­hin zu spü­ren. So liegt Oli­via ta­ge­lang nicht auf der Kin­de­ron­ko­lo­gie, son­dern auf der Sta­ti­on 29. Dort sind auch Kin­der mit In­fek­ti­ons­krank­hei­ten un­ter­ge­bracht. Und das, ob­wohl Krebs­kran­ke wäh­rend der Che­mo­the­ra­pie je­de An­ste­ckungs­quel­le mei­den sol­len. Ein an­de­res Mal be­kommt Oli­via selbst Fie­ber. Über ei­nen so­ge­nann­ten Port-Ka­the­ter wer­den ihr An­ti­bio­ti­ka di­rekt ins Blut ver­ab­reicht. May­er macht ih­re Toch­ter ge­ra­de für die Nacht fer­tig, da sieht sie, dass der vor­her durch­sich­ti­ge Schlauch, durch den die Infu­si­on flie­ßen soll, mit ei­nem Mal rot ist. Auf dem Bo­den ist ei­ne klei­ne Blut­la­che. Of­fen­bar wur­de das Ge­rät falsch ein­ge­stellt, so­dass nicht das Me­di­ka­ment in Oli­vi­as Kör­per ge­pumpt, son­dern ihr Blut durch den Herz­schlag hin­aus­ge­trie­ben wur­de.

Auch die­ser Vorfall er­eig­net sich auf der Sta­ti­on 29. Auf der kin­de­ron­ko­lo­gi­schen Sta­ti­on 30 ha­ben Pfle­ger und Schwes­tern je­den Tag mit Port-Ka­the­tern zu tun. Wie gut sich die Schwes­ter von der Sta­ti­on 29, die Oli­via an die­sem Abend be­treu­te, mit sol­chen Ka­the­tern und Infu­sio­nen aus­kennt, weiß Bar­ba­ra May­er nicht. Oli­via pas­siert dank der Auf­merk­sam­keit ih­rer Mut­ter nichts. Doch mit Bar­ba­ra May­er pas­siert et­was. „An die­sem Abend ha­be ich mein Ver­trau­en end­gül­tig ver­lo­ren.“

Die Kin­de­ron­ko­lo­gie der Cha­rité ist ein Ort, der sich os­ten­ta­tiv fröh­lich gibt. In der Ta­ges­kli­nik sind die Wän­de gelb ge­stri­chen, über die Tür ist ei­ne Son­ne ge­malt. Die Bot­schaft: Die Kin­der sol­len sich wohl­füh­len. Jo­sé Theiß kommt das wie Hohn vor, seit­dem sei­ne zwölf­jäh­ri­ge Toch­ter, die Kno­chen­krebs hat, zwei Ta­ge lang auf ei­ne Ma­gnet­re­so­nanz­to­mo­gra­fie war­ten muss­te, nach­dem sie ei­ne neue Beu­le an ih­rem Kör­per er­tas­tet hat­ten. Bei Face­book ver­öf­fent­lich­te Theiß ver­gan­ge­ne Wo­che ei­nen of­fe­nen Brief, der mehr als 2000-mal ge­teilt wur­de: „Wür­den die El­tern auf der Sta­ti­on nicht mit­hel­fen, wür­de das al­les im Cha­os ver­sin­ken. Wo­her weiß ich, dass nicht plötz­lich ei­ne fal­sche Do­sis ge­ge­ben wird? Wer von euch Ma­na­gern hat sich mal Ge­dan­ken ge­macht, wo­her die Mil­lio­nen an Ge­winn kom­men, die am En­de des Jah­res im Topf lie­gen? Wor­an wur­de ge­spart? Und kommt mir jetzt nicht mit der gro­ßen Po­li­tik! Ihr selbst habt es zu ver­ant­wor­ten, was in eu­ren Häu­sern ge­schieht!“

Doch tat­säch­lich un­ter­liegt die Cha­rité Zwän­gen. So müs­sen Uni­k­li­ni­ken me­di­zi­ni­sche Leis­tun­gen be­reit­hal­ten, die ein Haus fi­nan­zi­ell be­las­ten. Die Not­fall­me­di­zin ist so ein Mi­nus­ge­schäft, auch die Er­for­schung von sel­te­nen Krank­hei­ten rech­net sich nicht. Die Cha­rité hat die­se An­ge­bo­te, und trotz­dem er­war­tet der Ber­li­ner Se­nat, dass die Cha­rité schwar­ze Zah­len schreibt. Der Kli­nik ge­lingt das im Ge­gen­satz zu an­de­ren Uni­k­li­ni­ken auch, doch zu wel­chem Preis? Spa­ren sie be­wusst am Per­so­nal, wie un­ter Pfle­gern und Schwes­tern ge­mun­kelt wird?

Der ärzt­li­che Di­rek­tor der Cha­rité, Ul­rich Frei, weist die­sen Vor­wurf zu­rück. „Es gibt kei­ne öko­no­mi­sche Brem­se bei Ein­stel­lun­gen“, sagt er. Er hat mit der Pfle­ge­di­rek­to­rin Judith Hee­pe und der Kin­de­ron­ko­lo­gie-Che­fin An­ge­li­ka Eg­gert zum Ge­spräch ge­la­den. Die Un­ru­he auf der Sta­ti­on be­schäf­tigt sie, und das ist kein Wun­der. Die Men­schen wer­den emo­tio­nal, wenn es um krebs­kran­ke Kin­der geht. Gibt es hier ei­nen Skan­dal, schä­digt das den Ruf der Kli­nik. An­ge­li­ka Eg­gert ver­si­chert, die El­tern müss­ten kei­nes­falls be­un­ru­higt sein. Ob ein Che­mo­block ein paar Ta­ge spä­ter als vor­ge­se­hen be­gin­ne, sei kli­nisch un­er­heb­lich. Die Sa­che mit dem Port-Ka­the­ter sei nichts Le­bens­be­droh­li­ches ge­we­sen. Und ob ein Kind auf ei­ner an­de­ren Sta­ti­on lie­ge, sei eben­falls un­er­heb­lich für die Ge­ne­sung. „Die Qua­li­täts­stan­dards sind über­all die glei­chen.“

Die Pfle­ge­di­rek­to­rin Judith Hee­pe gibt zu, dass die Be­set­zung in der Kin­de­ron­ko­lo­gie in den Som­mer­mo­na­ten „sehr schwach und knapp“war. Das lie­ge am Fach­kräf­te­man­gel in dem Be­reich. Aber sie hät­ten be­reits Stel­len neu be­setzt. Auf der Sta­ti­on selbst greift die Kli­nik zu ei­ner un­ge­wöhn­li­chen Maß­nah­me: An die El­tern wer­den Flug­blät­ter ver­teilt, auf de­nen sich die Cha­rité ent­schul­digt, Ve­rän­de­run­gen ver­spro­chen und zu ei­nem Ge­spräch ge­la­den wird. Dass ei­ne Uni­k­li- nik, die viel auf sich hält, so um Pa­ti­en­ten wirbt, er­lebt man nicht oft.

Me­la­nie und Ge­org Ga­ra­nin wa­ren im ver­gan­ge­nen Jahr mit ih­rem Sohn Nils auf der kin­de­ron­ko­lo­gi­schen Sta­ti­on vom Vir­chow. Nils war drei Jah­re alt, ein biss­chen äl­ter als Oli­via al­so. Die Dia­gno­se: Leuk­ämie. Be­han­delt wur­de Nils zu ei­ner Zeit, als in der Cha­rité für den Ver­di-Ta­rif­ver­trag ge­streikt wur­de, der jetzt al­les bes­ser ma­chen soll. Die Ga­ranins be­ka­men die ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen des Streiks zu spü­ren. Ihr Sohn wur­de zeit­wei­se auf der Ne­phro­lo­gie un­ter­ge­bracht. Er sah wech­seln­de Ärz­te. „Wir hat­ten kei­nen fes­ten An­sprech­part­ner“, sagt Ge­org Ga­ra­nin. Der Va­ter ist selbst Arzt, Fach­ge­biet Hand­chir­ur­gie, hielt sich aber be­wusst raus. „Bes­ser­wis­ser-El­tern ma­chen es Ärz­ten schwer.“

Ga­ra­nin be­schloss zu ver­trau­en. Auch weil er aus ei­ge­ner Be­rufs­er­fah­rung weiß, wie wich­tig das für ei­ne er­folg­rei­che Be­hand­lung ist. „Ich war mir si­cher, dass die Ärz­te wis­sen, was sie tun. Mein Sohn war schließ­lich nicht in ei­nem Dorf­kran­ken­haus, son­dern in der Cha­rité.“Wäh­rend der Che­mo­the­ra­pie be­ginnt Nils über Bauch­schmer­zen zu kla­gen. Die be­han­deln­den Ärz­te spe­ku­lie­ren über Obs­ti­pa­ti­on und Me­teo­ris­mus, al­so Ver­stop­fung und Bläh­bauch, ma­chen zwei Mal ei­ne So­no­gra­fie.

Nils ist mal sta­tio­när im Kran­ken­haus, mal stellt er sich nur ein­mal am Tag im Kran­ken­haus vor und über­nach­tet zu Hau­se. Am 4. Ju­li ist Nils mor­gens das letz­te Mal in der Kli­nik, abends te­le­fo­niert die Mut­ter noch ein­mal mit ei­ner On­ko­lo­gin der Sta­ti­on, weil Nils er­bro­chen hat, in der Nacht stirbt er dann zu Hau­se. Nicht an Leuk­ämie, wie die Ob­duk­ti­on er­gibt, son­dern an ei­ner Pan­krea­ti­tis, zu Deutsch: Bauch­spei­chel­drü­sen­ent­zün­dung. Ei­ne sol­che Krank­heit ist ei­ne mög­li­che Ne­ben­wir­kung der As­pa­ra­gi­nase-Ga­be, die Teil von Nils’ Che­mo­the­ra­pie war. Zu ih­ren Sym­pto­men zäh­len Bauch­schmer­zen und Er­bre­chen.

Die Kli­nik­che­fin An­ge­li­ka Eg­gert sagt, sie be­daue­re den Tod zu­tiefst und traue­re mit den El­tern. Sie sagt aber auch, dass acht bis neun von zehn Kin­dern wäh­rend der Che­mo­the­ra­pie über Bauch­schmer­zen kla­gen wür­den und die­se am häu­figs­ten durch ein an­de­res Me­di­ka­ment, näm­lich Vin­cris­tin, aus­ge­löst sei­en. „Bei ei­ner Bauch­spei­chel­drü­sen­ent­zün­dung sind krebs­kran­ke Kin­der in der Re­gel schwerst­krank und bett­lä­ge­rig. Bei Nils hat durch die Mil­de der Sym­pto­me nichts auf die­se Art der Er­kran­kung hin­ge­deu­tet.“

In Nils’ Kran­ken­ak­te tau­chen die Bauch­schmer­zen im­mer wie­der auf. Ein Aus­zug: „18.6.: Am Nach­mit­tag wie­der Bauch­schmer­zen. 20.6.: Zum Abend hin kriegt Pa­ti­ent Bauch­schmer­zen. 21.6.: Am Mor­gen wie­der Bauch­schmer­zen.“Der Jun­ge wird so­gar als be­rüh­rungs­emp­find­lich be­schrie­ben. Auch das Er­geb­nis der zwei­ten So­no­gra­fie­un­ter­su­chung fin­det sich in der Kran­ken­ak­te. „Pan­kre­as nicht be­ur­teil­bar“, steht da. Das heißt, die Bauch­spei­chel­drü­se war in der So­no­gra­fie nicht gut zu er­ken­nen. Wie­der­holt wird die Un­ter­su­chung trotz­dem nicht. Kli­nik­che­fin Eg­gert bleibt da­bei: „Ei­nen Fall mit ei­ner solch mil­den Sym­pto­ma­tik hat es in der Leuk­ämie­the­ra­pie in Deutsch­land auch nach Diskussion mit Fach­kol­le­gen bis­lang nicht ge­ge­ben.“

Wenn es um Ärz­te­pan­nen geht, kennt sich in Deutsch­land kaum je­mand so gut aus wie Michae­la Bürg­le. Die An­wäl­tin

Die El­tern be­haup­ten: Nils’ Tod war ver­meid­bar

ist seit 13 Jah­ren auf Arzt­haf­tung spe­zia­li­siert und blickt auf tau­sen­de Fäl­le zu­rück. „Be­hand­lungs­feh­ler sind mei­ner Er­fah­rung nach meist Ma­nage­ment­pro­ble­me“, sagt Bürg­le. „Da fehlt es an Struk­tur und kla­ren Hand­lungs­ab­läu­fen. Im Kran­ken­haus muss es zu­ge­hen wie im Cock­pit.“

Doch ler­nen das die Ärz­te ei­ner Uni­k­li­nik? Sie un­ter­lie­gen oh­ne­hin ei­ner Drei­fach­be­las­tung, sol­len hei­len, for­schen und leh­ren. Und nun auch noch Ar­beits­ab­läu­fe op­ti­mie­ren? Der Me­di­zi­ner Paul Bran­den­burg, frü­her selbst an der Cha­rité und Au­tor des Buchs „Kli­ni­ken und Ne­ben­wir­kun­gen“, ist der Mei­nung, dass die all­täg­li­che Ver­sor­gung an­ge­sichts der Be­mü­hun­gen um wis­sen­schaft­li­che Ex­zel­lenz manch­mal auf der Stre­cke bleibt. „Uni­k­li­ni­ken ha­ben ein Struk­tur­pro­blem. Die Ärz­te sind zu stark für die For­schung ein­ge­spannt. Die Be­hand­lung von Men­schen wird zur Ne­ben­sa­che.“

Für Me­la­nie und Ge­org Ga­ra­nin kom­men je­de Hil­fe, Ein­sicht und Er­kennt­nis zu spät. Ihr Sohn ist tot. Ges­tern war Me­la­nie Ga­ra­nin wie­der ein­mal im Vir­chow-Kli­ni­kum: in der Ka­pel­le beim Ge­denk­tag für die ver­stor­be­nen Kin­der. „Das Ein­zi­ge, was wir uns noch wün­schen, ist, dass Nils nicht um­sonst ge­stor­ben ist“, sagt sie. „Nils soll et­was ver­än­dern. Wir hof­fen so sehr, dass sich et­was tut in der Cha­rité.“

Fo­to: Thi­lo Rück­eis

War­te­schlei­fe. Die klei­ne Oli­via hat­te ei­nen sel­te­nen Hirn­tu­mor. Die vier­te Pha­se ih­rer Che­mo­the­ra­pie wur­de ver­scho­ben – weil das Per­so­nal fehl­te.

Fo­to: Jens Gyar­ma­ty / Vi­sum

Auf wei­tem Flur. Pfle­ge­kräf­te sind rar auf der Sta­ti­on der Kin­de­ron­ko­lo­gie in Wed­ding. Die Cha­rité hat sich am Frei­tag bei den El­tern da­für ent­schul­digt.

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