Der Cin­de­rel­la-Kom­plex

Noch im­mer ist es für Frau­en schwie­rig, in Füh­rungs­po­si­tio­nen zu ge­lan­gen. Sie müs­sen ler­nen, nach männ­li­chen Re­geln zu spie­len, sagt un­se­re Au­to­rin

Der Tagesspiegel - - WEITERBILDUNG - Von Su­san­ne Klein­henz

Vor fast zehn Jah­ren ha­be ich mit mei­nem ers­ten Buch die The­se „Das 21. Jahr­hun­dert ist weib­lich“auf­ge­stellt. Heu­te wer­de ich oft ge­fragt, aber vor al­lem fra­ge ich mich selbst: „Stimmt das?“, oder ist in den letz­ten Jah­ren ir­gend­et­was da­zwi­schen­ge­kom­men? Die Chan­cen sind da, aber wir müs­sen Sie er­grei­fen – und wir müs­sen dar­um kämp­fen. Für uns, für den Fort­schritt – un­d­ge­gen­da­sEsta­blish­ment der wei­ßen al­ten Män­ner. Da­zu ist es von­nö­ten, ih­re Spielregeln zu er­ler­nen, um in die hei­li­gen Hal­len der Macht­auf­zu­stei­gen un­d­schließ­lich et­was zu ver­än­dern. Je­des Mal, wenn sich ei­ne Frau von ei­nem Mann frei­wil­lig un­ter­drü­cken lässt, al­so die Mög­lich­keit hät­te, Nein zu sa­gen, aber statt­des­sen sich selbst auf­gibt, um ihm zu ge­fal­len, wächst mir ein grau­es Haar. Bit­te hel­fen Sie mir, dass ich blond blei­be – und nicht täg­lich sie fär­ben las­sen muss.

In­denAuf­sichts­rä­ten hat sich der Frauenanteil auf­grund der ge­setz­li­chen Quo­te gut ent­wi­ckelt, liegt aber mit 22 Pro­zent noch weit un­ter dem Er­wünsch­ten. Die Ent­wick­lung der letz­ten zehn Jah­re macht je­doch Hoff­nung. Nicht so gut sieht es hin­ge­gen bei der Ent­wick­lung in den Vor­stän­den aus. Dies soll­te in den nächs­ten Jah­ren un­be­dingt ver­bes­sert wer­den – ent­we­der eben­falls durch Quo­ten­re­ge­lun­gen, die Ein­sicht der Vor­stän­de, dass ge­misch­te Teams mehr Er­folg brin­gen, oder eben da­durch, dass sich vie­le Frau­en den Weg durch die glä­ser­ne De­cke nach oben er­kämp­fen.

Die Un­ter­schie­de zwi­schen Frau­en und Män­nern sind man­nig­fach, und das soll sich auch gar nicht än­dern. Das Letz­te, für das ich hier plä­die­ren möch­te, ist Gleich­ma­che­rei. Uns Frau­en muss je­doch be­wusst sein, dass Män­ner in den meis­ten Un­ter­neh­men die Na­se vorn ha­ben, weil die­se Fir­men eben nach männ­li­chen Re­geln spie­len – und wir Frau­en die­se Re­geln erst ein­mal ler­nen müs­sen. Auch wenn es gut wä­re, wenn sie ir­gend­wann ver­än­dert wür­den, da­mit Or­ga­ni­sa­tio­nen nicht mehr nur ein Platz der Macht, Herr­schaft und oft des Schre­ckens sind, son­dern Or­te, an de­nen sich Men­schen ger­ne auf­hal­ten und ge­sund blei­ben kön­nen. In all mei­nen Coa­chings, aber auch im Rück­blick auf 25 Jah­re Kar­rie­re in Kon­zer­nen kam ich zu fol­gen­dem Schluss: Was uns Frau­en am meis­ten fehlt, ist ein ge­schick­ter und er­folg­rei­cher Um­gang mit Macht. Es sind nicht nur das Ge­schlecht, die Fä­hig­kei­ten oder der Wi­der­stand der herr­schen­den Män­ner, die Frau­en nicht nach oben kom­men las­sen.

Fol­gen­de Punk­te soll­ten sich Frau­en zu Ge­mü­te füh­ren und ihr ei­ge­nes Denk­mus­ter da­mit ab­glei­chen, um zu­künf­tig nicht mehr der männ­li­chen Kon­kur­renz zu un­ter­lie­gen: 1. Män­ner ver­ste­hen ih­re Füh­rungs­auf­ga­be meist als ei­ne Rol­le, die es aus­zu­fül­len gilt – im Sin­ne der Un­ter­neh­mung, aber auch im Sin­ne des ei­ge­nen Wei­ter­kom­mens. Frau­en hin­ge­gen sind we­sent­lich mehr iden­ti­fi­ziert mit ih­rer Ver­ant­wor­tung als Füh­rungs­kraft. 2. Män­ner ha­ben ei­ne stär­ke­re Kar­rie­re­ori­en­tie­rung, Frau­en häu­fig ei­ne hö­he­re In­halts­ori­en­tie­rung und die Sehn­sucht nach ei­nem an­ge­neh­men Ar­beits­kli­ma. Die Fra­ge, wer im Kon­kur­renz­kampf län­ger durch­hält, lässt sich lei­der schnell zu Un­guns­ten der Frau­en be­ant­wor­ten. (Es geht mir nicht dar­um, zu hin­ter­fra­gen, wel­che Hal­tung ge­sün­der ist, ich will nur auf­zei­gen, war­um die Frau­en noch im Hin­ter­tref­fen sind – und die Mög­lich­kei­ten nen­nen, es zu ver­än­dern.) 3. Macht hat für Män­ner ei­nen ho­hen Stel­len­wert – und sie ver­ste­hen es, die­se stra­te­gisch auf- zu­bau­en. Es geht dar­um, Macht auf­zu­bau­en und ein­zu­set­zen, um den ei­ge­nen Hand­lungs­spiel­raum zu er­wei­tern und sich frem­der Kon­trol­le zu ent­zie­hen.

Es gibt ein Phä­no­men, das sich für uns Frau­en bei Be­för­de­run­gen ex­trem ne­ga­tiv aus­wirkt, da­bei kön­nen wir nichts da­für. Es sind die Vor­stel­lun­gen, die Men­schen, ins­be­son­de­re Män­ner in der Füh­rung, zum ei­nen von Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten und zum an­de­ren von Frau­en ha­ben. Man könn­te es al­so platt so for­mu­lie­ren: „Wir Frau­en schei­tern im­mer wie­der an den ei­gen­ar­ti­gen Vor­stel­lun­gen der Män­ner über uns und über Füh­rung.“Die­ses Phä­no­men nennt man in der So­zio­lo­gie Back­lash, das heißt Ge­gen­re­ak­ti­on, Rück­wir­kung. Es tritt auf, wenn zwei Ste­reo­ty­pe nicht zu­sam­men­pas­sen: Un­ter Füh­rung ver­ste­hen die meis­ten Füh­rungs­kräf­te in ho­hen Po­si­tio­nen, aber auch ein Groß­teil der Mit­ar­bei­ter, Zu­schrei­bun­gen fol­gen­der Art: do­mi­nant, durch­set­zungs­stark, Al­pha­tier, Leit­wolf, kon­kur­renz­ori­en­tiert, hart, ge­rin­ges Mit­ge­fühl, ge­rin­ge Te­a­m­ori­en­tie­rung, ho­he Au­to­no­mie. Man könn­te als sa­gen: „Denkt man an Füh­rung, so denkt man an Män­ner.“Denkt man an Frau­en, so sieht man sie in ers­ter Li­nie im Rah­men ei­ner Fa­mi­lie, sie wer­den mit wei­chen, run­den und har­mo­ni­schen Le­bens­si­tua­tio­nen in Ver­bin­dung ge­bracht. Nicht mit Füh­rung und Kampf. Al­so ent­we­der schei­tert ei­ne Frau be­reits da­ran, dass die­se bei­den Zu­schrei­bun­gen in den Köp­fen nicht zu­sam­men­pas­sen, oder sie schei­tert da­ran, dass sie sehr mas­ku­lin ist und ihr Füh­rungs­ei­gen­schaf­ten zu­ge­schrie­ben wer­den, sie dann aber für den Be­trach­ter ih­re weib­li­che Au­then­ti­zi­tät ver­liert.

„Schwach­sinn!“, den­ken Sie em­pört. Oh ja, da ge­be ich Ih­nen recht. Aber die­ser Schwach­sinn ist in den Köp­fen de­rer, die uns be­för­dern – oder es eben nicht tun. Des­we­gen las­sen Sie uns da­ge­gen vor­ge­hen und die Ste­reo­ty­pe in den Köp­fen ver­än­dern. Wir Frau­en müs­sen ler­nen, da­ran zu glau­ben, dass wir ei­nen Helm ha­ben, mit dem es uns spie­lend ge­lingt, die omi­nö­se glä­ser­ne De­cke zu durch­bre­chen. Je­de Frau, die auf der an­de­ren Sei­te an­ge­langt ist, kann an­de­re Frau­en nach­zie­hen, und so wird es über die Jah­re ge­lin­gen, auch oh­ne ge­setz­li­che Quo­te ei­nen pa­ri­tä­ti­schen An­teil in den Vor­stän­den zu ha­ben. Auf dem Weg dort­hin wer­den wir al­ler­dings ei­ni­ge Dra­chen tö­ten müs­sen, und die ers­ten sind die in un­se­rem Kopf. Ich möch­te Ih­nen die­se Kopf-My­then an­hand ei­nes Ge­sprächs auf­zei­gen, das ich neu­lich mit ei­ner Freun­din führ­te, die ich auch coa­che. Sie ist An­fang drei­ßig, Be­triebs­wirt­schaf­te­rin und ar­bei­tet in ei­ner Bank, wo sie ih­re lie­be Not mit ih­rem Chef hat. Sie ist ge­fan­gen in ih­ren ei­ge­nen My­then und Mus­tern. Ihr Chef hat­te ei­nen männ­li­chen Kol­le­gen zu ei­ner Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­me ge­schickt, zu der sie sich schon lan­ge an­ge­mel­det hat­te. Ich riet ihr, auf die Bar­ri­ka­den zu ge­hen und ih­rem Boss sehr sach­lich, aber deut­lich ih­ren Stand­punkt klar­zu­ma­chen. Die­se Ein­wän­de ka­men von ihr: „Aber mein Boss weiß doch, dass ich die­se Aus­bil­dung ma­chen möch­te, das ha­be ich ihm im­mer mal wie­der ge­sagt.“Über­setzt: Aber ich bin ei­ne Frau, da muss mir der Mär­chen­prinz doch aufs Pferd hel­fen. Ich: „Hast Du denn noch ein­mal in­ter­ve­niert und ganz klar ge­sagt, dass Du un­be­dingt zu die­ser Aus­bil­dung musst, und auch er­klärt, war­um, al­so wel­chen Nut­zen er und die Ab­tei­lung da­von ha­ben?“Über­setzt: Ver­giss es! Es gibt kei­nen Mär­chen­prin­zen. Steig auf und rei­te los. Tö­te die Dra­chen, und die Ster­ne am Him­mel ge­hö­ren Dir. Sie: „Aber er weiß es doch. Da kann ich jetzt nicht schon wie­der was sa­gen. Dann emp­fin­det er mich als ner­vig und un­zu­frie­den.“

Über­setzt sagt sie: Aber ich bin doch ei­ne Frau/ein Mäd­chen. Wenn ich so auf­tre­te, wer­de ich nicht mehr ge­mocht. Ich: „Ja, vi­el­leicht. Aber ehr­lich ge­sagt, ist das auch völ­lig egal. Ei­ne Herr­sche­rin muss nicht ge­mocht wer­den. Sie sorgt da­für, dass ihr Um­feld sie re­spek­tiert, in­dem sie fair, aber un­be­irrt ih­re Zie­le ver­folgt.“Als ich ihr vor­schlug, här­ter für ih­re Be­lan­ge ein­zu­tre­ten, sag­te sie: „Aber so ein Ver­hal­ten ist nicht weib­lich. Nur Män­ner kämp­fen so hart.“Ich: „Ja. Des­we­gen sind auch 97,5 Pro­zent der Vor­stän­de männ­lich.“

Die­se Idee von Frau­en, un­be­dingt ge­mocht wer­den zu wol­len, ist un­ser größ­ter Stol­per­stein, weil wir es mit Män­nern zu tun ha­ben, de­nen es völ­lig egal ist, ob man sie mag. Sie ver­su­chen, sich ans Ge­setz zu hal­ten oder sich nicht er­wi­schen zu las­sen. Frau­en, das Bu­si­ness­le­ben ist kein Po­ny­hof. Es ist ein har­ter Kampf ums be­ruf­li­che Über­le­ben in der höchs­ten Eta­ge. Je hö­her Sie stei­gen, des­to här­ter wird es. Aber hier ist die gu­te Nach­richt: Wenn Sie auf­hö­ren, es per­sön­lich zu neh­men, ist es auf ein­mal ganz leicht – und es macht Spaß. Weil Sie es als das er­ken­nen, was es ist, ein Spiel – ein Spiel um Macht. Nicht mehr und nicht we­ni­ger.

Es geht nicht um Ihr Le­ben und nicht um das Le­ben ei­nes an­de­ren. Sie ope­rie­ren nie­man­den am of­fe­nen Her­zen. Sie ma­chen in Mar­ke­ting, Fi­nan­ce, HR, Con­sul­tig, Sa­les. Sie ar­bei­ten im Di­enst­leis­tungs-, Fi­nanz-, Im­mo­bi­li­en-, Phar­ma-, Te­le­komu­ni­ka­ti­on­s­ek­tor. Was Sie tun, ist wich­tig, na­tür­lich, es dient der

Volks­wirt­schaft, gibt

Men­schen tol­le Pro­duk­te, macht sie glück­li­cher, rei­cher, vi­el­leicht so­gar ge­sün­der. Aber ei­nes muss Ih­nen klar sein, denn es ist je­dem Ih­rer männ­li­chenKol­le­gen klar, zu­min­dest den we­ni­ger nar­ziss­ti­schen: Sie sind aus­tausch­bar. Wen­nSie­denJob­nicht­mehr­ma­chen, dann stel­len die ei­nen an­de­ren oder ei­ne an­de­re ein. Des­we­gen müs­sen Frau­en ler­nen: Ei­n­en­gu­ten Weg­zu­fin­den, die In­ter­es­sen des Un­ter­neh­mens mit Ih­ren ei­ge­nen zu ver­ein­ba­ren. Das ist im­mer dann ei­ne Win-win-Si­tua­ti­on, wenn Sie sich nicht für un­er­setz­bar hal­ten un­d­da­sUn­ter­neh­men da­zu brin­gen, Sie ad­äquat für Ih­re Leis­tung zu ent­loh­nen. Es sind lei­der im­mer wie­der die Frau­en, die in ih­rer falsch ver­stan­de­nen Müt­ter­lich­keit glau­ben, dass sie un­er­setz­bar sind – und sich we­gen die­ser An­nah­me von ih­ren Chefs aus­beu­ten las­sen. Ge­ra­de im so­zia­len Be­reich ist das ein be­kann­tes Spiel. Schau­en Sie sich mei­ne Cin­de­rel­la-Freun­din an. Sie woll­te un­be­dingt so blei­ben, ei­ne Cin­de­rel­la – und das hält sie an ers­ter Stel­le da­von ab, ei­ne Herr­schen­de zu sein. Sie selbst ist es – nicht die Män­ner. Mer­ken Sie et­was, mei­ne Da­men? Es sind un­se­re Pro­gram­me, die uns da­von ab­hal­ten, wei­ter zu kämp­fen. Die Män­ner ent­mach­ten uns nicht. Wir ge­ben sie ih­nen frei­wil­lig. Wir ge­hen viel zu oft in un­se­re Cin­de­rel­la­rol­le, statt uns zu klug und über­legt zu weh­ren. An die­je­ni­gen von Ih­nen, die jetzt sa­gen: „Aber so ei­ne Bar­bie bin ich nicht, ich weh­re mich und sa­ge dem Idio­ten ganz ge­nau, was ich von ihm hal­te, doch das hat mir auch nichts ge­hol­fen. Mein Chef hat mich mal ein­fach in ei­ne an­de­re Ab­tei­lung ab­ge­scho­ben.“Ja, na­tür­lich hilft das auch nichts. Die Ama­zo­nen un­ter Ih­nen kön­nen sich erst mal be­glück­wün­schen, dass Sie die Män­ner nicht als Heils­brin­ger an sich an­se­hen.

Aber hier geht es dar­um, ein paar Stra­te­gi­en zu er­ler­nen: die der Di­plo­ma­tie und des Cha­mä­le­on­seins. Denn die Ama­zo­nen wer­den so­fort als Ge­fahr er­kannt – und eli­mi­niert. Da­mit mei­ne ich, Sie er­rei­chen die ge­wünsch­ten Eta­gen nicht, in­dem Sie ver­su­chen, die Tür mit dem Fuß ein­zu­tre­ten. Sie brau­chen ein Tro­ja­ni­sches Pferd, Stra­te­gi­en, Tak­ti­ken und Tricks, um die glä­ser­ne De­cke zu durch­bre­chen. Das Trai­ning mit den Ama­zo­nen ist da­hin­ge­hend ein­fa­cher, dass sie mehr auf der Ver­hal­tensebe­ne ar­bei­ten müs­sen, sie sich aber nicht durch ihr Be­dürf­nis nach Lie­be und Har­mo­nie zum Skla­ven der Ma­ni­pu­lie­rer ma­chen.

Nun zu den drei Ver­hin­de­rungs­ty­pen, die in der hier be­schrie­be­nen Form so­gar wis­sen­schaft­lich iden­ti­fi­ziert wur­den: 1. Der tra­di­tio­nel­le Ma­cho spricht sich of­fen ge­gen Frau­en im hö­he­ren Ma­nage­ment aus und be­grün­det das mit der tra­di­tio­nel­len Rol­le der Frau. Die­ser Typ ist da­hin­ge­hend harm­los, dass Sie ihn so­fort er­ken­nen, er ver­steckt sich nicht. Ver­mut­lich ist er schon äl­ter, und das Pro­blem löst sich mit sei­ner bal­di­gen Pen­sio­nie­rung von al­lei­ne. Brin­gen Sie ihn da­zu, Sie in­ner­lich zu ad­op­tie­ren und sie da­rin zu un­ter­stüt­zen, klei­ne Schrit­te zu be­wäl­ti­gen. Sa­gen Sie ihm nie­mals, wo­hin Sie wirk­lich wol­len, sonst ha­ben Sie ihn nicht mehr auf Ih­rer Sei­te. Er hat ein gro­ßes Schutz­be­dürf­nis und wird Ih­nen hel­fen, klei­ne Er­fol­ge zu er­zie­len, wenn Sie ihm da­für das Ge­fühl ge­ben, dass er Ihr Held ist und ein gu­ter Mensch. Ihm ei­ne neue und mo­der­ne Welt er­klä­ren zu wol­len, dürf­te ein sinn­lo­ses Un­ter­fan­gen sein, aber er ist ein Di­no­sau­ri­er, der sich mit der Zeit selbst er­le­digt.

2. Der po­li­tisch kor­rek­te Kopf­tätsch­ler ist zwar pro for­ma für Gleich­be­rech­ti­gung, hält Frau­en, die et­was er­rei­chen, aber für un­weib­lich und denkt, er müs­se sie vor der Käl­te in den Vor­stands­eta­gen be­schüt­zen. Die­sen Be­schüt­zer­be­kom­men Sie ame­hes­ten auf Ih­re Sei­te, in­dem­Sie ihn im­mer­wie­der um Hil­fe bit­ten. Se­hen Sie zu, dass er Ihr Men­tor wird. Ver­mut­lich ist er nar­ziss­tisch, al­so be­wun­dern Sie ihn. Sa­gen Sie ihm, wie viel Sie von ihm ler­nen kön­nen. Er hat ei­nen gro­ßen Vor­teil: Er hat er­kannt, dass das männ­li­che Spiel in den Vor­stands­eta­gen kalt und grau­sam ist. Er weiß, dass es so, wie es ist, nicht ge­sund ist. Bau­en Sie Kon­takt mit ihm auf. War­um denkt er, dass er Frau­en da­vor be­schüt­zen muss? Denkt er, Frau­en sei­en wert­vol­ler als Män­ner? Oder war­um dür­fen Män­ner sich die­sen schlim­men Strah­lun­gen aus­set­zen – Frau­en aber nicht. Wenn er noch ei­nen Rest Em­pa­thie be­hal­ten hat, wird er Ih­nen hel­fen. Wenn nicht, ler­nen Sie ge­nug von ihm, bis er von je­man­dem ab­ge­löst wird, der mo­der­ner denkt.

3. Der leis­tungs­be­zo­ge­ne Kämp­fer will Kar­rie­ris­ten um sich scha­ren, die nur den Job im Sinn ha­ben. Er schließt da­bei Frau­en kei­nes­wegs aus, so­lan­ge sie nicht Mut­ter wer­den wol­len. Über­zeu­gen Sie ihn durch Leis­tung, Leis­tung und noch mal Leis­tung.

Wir müs­sen die Ste­reo­ty­pe in den Köp­fen ver­än­dern Frau­en muss klar wer­den, dass sie er­setz­bar sind

— Der Text ist ein Aus­zug aus dem Buch „Bos­sy ist das neue freund­lich. Kar­rie­re-Rat­ge­ber mit ta­bu­lo­sen Er­folgs-Stra­te­gi­en“von Su­san­ne Klein­henz, live-aca­de­my-Verlag, 19,90 Eu­ro. Es ist als E-Book un­ter www.fem-tas­tic.com/glä­ser­ne-de­cke- durch­bre­chen er­hält­lich.

Fo­to: dpa

Hin­der­li­cher Weib­lich­keits­my­thos. „Aber mein Chef weiß doch, dass ich die Fort­bil­dung gern ma­chen will.“Vie­le Frau­en den­ken, dass ein Mär­chen­prinz ih­nen aufs Pferd hel­fen muss. Und sie wol­len un­be­dingt ge­mocht wer­den. So ste­hen sie sich selbst im Weg.

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