Zun­gen­bre­cher

Nur die Bü­cher ha­ben sie ret­ten kön­nen. Al­les an­de­re wur­de be­schlag­nahmt, ih­re Sprach­schu­le ge­schlos­sen. Po­li­tisch un­ter­drückt wer­den die Kur­den in der Tür­kei schon lan­ge – nun müs­sen sie auch wie­der um ih­re Mut­ter­spra­che kämp­fen

Der Tagesspiegel - - DIE DRITTE SEITE - Von Han­na An­ders, Istanbul

Es ist eng in dem klei­nen Bü­ro, an der Wand hän­gen Wer­be­schil­der für Au­to­ver­si­che­run­gen und Sport­wa­gen. Ein Tee­ko­cher dampft in ei­ner Ecke, Bü­cher­sta­pel tür­men sich auf dem Schreib­tisch. Sa­mi Tan, Sprach­for­scher und Do­zent für kur­di­sche Spra­che, ent­schul­digt sich für das im­pro­vi­siert ein­ge­rich­te­te Zim­mer, die Un­ord­nung, die feh­len­den Ses­sel. „Ei­ne Fahr­schu­le ver­mie­tet uns jetzt die­se zwei Räu­me“, sagt er.

Zwei Zim­mer in der zwei­ten Eta­ge ei­nes grau­en Bü­ro­blocks im Istan­bu­ler Stadt­teil Fa­tih. Vor­her, als sie noch ein Stock­werk wei­ter oben un­ter­ka­men, „hat­ten wir zwei Klas­sen­zim­mer“, sagt Tan, „ein Bü­ro und ei­ne Bi­b­lio­thek. Jetzt müs­sen wir zu­sam­men­rü­cken.“Es ist eng ge­wor­den bei ihm, eng ist es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren in der gan­zen Tür­kei für vie­le Men­schen ge­wor­den.

Der Grund für die Im­pro­vi­sa­ti­on: In der Nacht zum 31. De­zem­ber wur­de das Kur­di­sche In­sti­tut Istanbul, ein Ver­ein für die För­de­rung und das Er­ler­nen der kur­di­schen Spra­che, we­gen an­geb­li­cher „Ter­ror­ver­bin­dun­gen“per Not­stands­de­kret ge­schlos­sen. Noch in der­sel­ben Nacht ver­sie­gel­te die Po­li­zei die Tür des In­sti­tuts, ei­nen Mo­nat spä­ter wur­den sämt­li­che Pa­pie­re, Un­ter­richts­ma­te­ria­li­en, Com­pu­ter, zwei Pro­jek­to­ren, ein Fern­se­her und al­le Mö­bel be­schlag­nahmt. Die Web­sei­te des Ver­eins wur­de vom Netz ge­nom­men. 330 Schü­ler stan­den vor ver­schlos­se­nen Tü­ren.

Un­auf­fäl­lig ge­le­gen zwi­schen Mu­sik­in­stru­men­ten­lä­den, Schlach­te­rei­en und Im­port-Ex­port-Bü­ros, war das In­sti­tut der viel­leicht wich­tigs­te För­de­rer der kur­di­schen Spra­che in der Tür­kei. Ge­grün­det 1992, in ei­ner Zeit, in der die staat­li­che Re­pres­si­on ge­gen Kur­den in der Tür­kei neue Hö­he­punk­te er­reich­te, nah­men Tau­sen­de hier Un­ter­richt.

Spra­che ist im­mer auch Aus­druck von Hei­mat. In sei­nem Kampf ge­gen die Kur­den hat der tür­ki­sche Staat nun an­schei­nend wie­der die kul­tu­rel­len Wur­zeln der Min­der­heit im Vi­sier.

Seit der Aus­ru­fung des Aus­nah­me­zu­stands am 21. Ju­li 2016, ver­hängt als Fol­ge des ge­schei­ter­ten Put­sches von Mit­te Ju­li, kann der tür­ki­sche Staats­chef Re­cep Tay­yip Er­do­gan per De­kret am Par­la­ment vor­bei­re­gie­ren. Auf die­se Wei­se wur­den tau­sen­de Or­ga­ni­sa­tio­nen, dar­un­ter Bil­dungs­ein­rich­tun­gen, Ver­ei­ne und Me­di­en, un­ter Ter­ro­ris­mus-An­schul­di­gun­gen ge­schlos­sen.

Theo­re­tisch hät­ten Sa­mi Tan und sei­ne Kol­le­gen das Recht, bei ei­ner von der tür­ki­schen Re­gie­rung ein­ge­setz­ten Kom­mis­si­on Be­ru­fung ein­zu­le­gen. Doch dort war­ten mehr als 100 000 Fäl­le auf Be­ar­bei­tung. Die be­schlag­nahm­ten Ge­gen­stän­de sei­en so­wie­so längst an re­gie­rungs­na­he Stif­tun­gen und das tür­ki­sche Bil­dungs- Der Jour­na­list De­niz Yücel wird in der Tür­kei oh­ne An­kla­ge in Haft fest­ge­hal­ten mi­nis­te­ri­um ver­teilt wor­den, sagt Tan. „Nur die Bü­cher ha­ben wir ge­ret­tet.“Ne­ben dem Ver­ein lei­tet Tan auch ei­nen Ver­lag für kur­di­sche Ti­tel, dar­un­ter Wör­ter­bü­cher, Kin­der­bü­cher und das Stan­dard­werk für kur­di­sche Sprach­kur­se, „Hîn­ker“, das er zu­sam­men mit an­de­ren Lin­gu­is­ten ver­fasst hat. „Da­mit hat die Po­li­zei nichts an­fan­gen kön­nen.“

Im März hat sich der Ver­ein als „Kur­di­sches For­schungs­in­sti­tut“of­fi­zi­ell neu ge­grün­det. „Wir ha­ben un­se­ren Na­men ab­sicht­lich kaum ge­än­dert“, sagt Tan. Ob er mit ei­ner er­neu­ten Schlie­ßung des In­sti­tuts rech­net? Tan lä­chelt. Dies sei die Tür­kei, sagt er. Man kön­ne nie wis­sen.

Seit An­fang Ok­to­ber bie­tet das In­sti­tut auch wie­der Un­ter­richt an. 150 Men­schen hät­ten sich so­fort für Sprach­kur­se ein­ge­schrie­ben, sagt Tan. Über das gro­ße In­ter­es­se nach der Neu­grün­dung ist Tan nicht über­rascht. Wo sol­len die Leu­te auch sonst hin­ge­hen? „Wir sind jetzt der ein­zi­ge of­fi­zi­el­le Ver­ein im Land, der noch Kur­disch­kur­se an­bie­tet“, sagt er. An­ge­sichts des po­li­ti­schen Kli­mas in der Tür­kei ge­hört al­ler­dings schon viel Mut da­zu, sich nur für ei­nen Sprach­kurs an­zu­mel­den. „Als der Frie­dens­pro­zess noch lief, wa­ren die Leu­te ent­spann­ter“, sagt Tan.

Der Frie­dens­pro­zess. 2013 be­gan­nen Ge­sprä­che zwi­schen der tür­ki­schen Re­gie­rung und der ver­bo­te­nen Kur­di­schen Ar­bei­ter­par­tei PKK, im Som­mer 2015 wur­den sie ab­ge­bro­chen. Nach dem über­ra­schen­den Er­folg der pro-kur­di­schen Par­tei HDP bei der Wahl im Ju­ni 2015 rief Er­do­gan Neu­wah­len aus und nutz­te die Zeit bis zum Wahl­ter­min, die HDP als ver­län­ger­ten Arm der PKK zu ver­teu­feln.

Im Jahr dar­auf rie­fen Kur­den in Sy­ri­en, ent­lang der Gren­ze zur Tür­kei, ein Ge­biet zur selbst­ver­wal­te­ten Au­to­no­mie­re­gi­on aus. An­ge­sta­chelt da­von er­klär­ten kur­di­sche Ak­ti­vis­ten in meh­re­ren Städ­ten des Süd­os­tens der Tür­kei eben­falls die Selbst­ver­wal­tung. Die AKP-Re­gie­rung re­agier­te mit Här­te: Mo­na­te­lan­ge Aus­gangs­sper­ren wur­den ver­hängt, wäh­rend tür­ki­sche Si­cher­heits­kräf­te mit Pan­zern und an­de­rem schwe­ren Ge­schütz ge­gen die mi­li­tan­te PKK-Ju­gend­or­ga­ni­sa­ti­on vor­gin­gen, die sich hin­ter Bar­ri­ka­den, Grä­ben und Spreng­fal­len ver­schanzt hat­te.

In tür­ki­schen Städ­ten zün­de­ten PKK-Kämp­fer wie­der Bom­ben, laut der In­ter­na­tio­nal Cri­sis Group wur­den in dem Kon­flikt seit 2015 mehr als 3100 Men­schen ge­tö­tet. Hun­dert­tau­sen­de Men­schen ver­lo­ren ihr Zu­hau­se. So zum Bei­spiel in Sur, dem his­to­ri­schen Stadt­kern der Kur­den­me­tro­po­le Diyarba­k­ir.

Was die Ge­schüt­ze nicht zer­stör­ten, fiel ei­ner zu­neh­mend ag­gres­si­ven an­ti-kur­di­schen Po­li­tik der tür­ki­schen Re­gie­rung zum Op­fer. Auch der kur­di­sche Sprach­un­ter­richt ge­riet auf die­se Wei­se wie­der als un­er­wünscht ins Vi­sier.

Für Ah­met, ei­nen Men­schen­rechts­ak­ti­vis­ten aus Diyarba­k­ir, der sei­nen rich­ti­gen Na­men nicht ge­nannt wis­sen will, war der mut­ter­sprach­li­che Un­ter­richt seit Jah­ren ein An­lie­gen. Am Te­le­fon be­rich­tet er da­von, dass er ei­nes sei­ner Kin­der in ei­nen der 20 mehr­spra­chi­gen Kin­der­gär­ten in der Re­gi­on schick­te. „Wir sind Kur­den, wir le­ben in Diyarba­k­ir“, sagt Ah­met. „Für uns ver­steht es sich von selbst, dass un­se­re Kin­der Kur­disch ler­nen.“

Ah­met fin­det es ab­surd, dass die Re­gie­rung die­se Ein­rich­tun­gen jetzt als kri­mi­nell an­zu­schwär­zen ver­sucht und ih­nen För­de­rung von ter­ro­ris­ti­schem Ge­dan­ken­gut vor­wirft. „Ich war oft dort, ha­be mich mit den Leh­rern un­ter­hal­ten, ha­be wirk­lich kon­trol­liert, dass das Sprach­pro­gramm kei­ne In­dok­tri­na­ti­on war“, sagt er. Seit Jah­ren kri­ti­siert er so­wohl die bru­ta­le As­si­mi­la­ti­ons­po­li­tik des tür­ki­schen Staa­tes als auch die Ge­walt der PKK scharf. „Aber es ist die Re­gie­rung, die den Sprach­un­ter­richt jetzt für ih­re Zwe­cke po­li­ti­siert.“

Selbst Sa­mi Tan, der sich we­gen sei­ner Ar­beit schon vie­le Ma­le vor Ge­richt ver­ant­wor­ten muss­te, war von der plötz­li­chen Här­te der Er­do­gan-Re­gie­rung über­rascht. „Wir hät­ten nie ge­dacht, dass wir noch ein­mal an ei­nen Punkt kom­men wür­den, an dem un­se­re Schu­len ge­schlos­sen wür­den“, sagt er.

Ob­wohl nie aus­drück­lich ver­bo­ten, wur­de Kur­disch in der Tür­kei seit der Zeit der Re­pu­blik­grün­dung als se­pa­ra­tis­tisch kri­mi­na­li­siert. Die nach dem Mi­li­tär­putsch von 1980 ra­ti­fi­zier­te und in Tei­len noch im­mer gül­ti­ge Ver­fas­sung leg­te Tür­kisch als Mut­ter­spra­che al­ler tür­ki­schen Staats­bür­ger fest. Ar­ti­kel 42 ver­bie­tet den mut­ter­sprach­li­chen Schul­un­ter­richt in ei­ner an­de­ren Spra­che. Da­mit war es auch Leh­rern in Kur­den­ge­bie­ten streng un­ter­sagt, Kin­der auf Kur­disch zu un­ter­rich­ten – auch dann, wenn die Schü­ler gar kein Tür­kisch spra­chen.

In der Hoff­nung, bei kur­di­schen Wäh­lern zu punk­ten, er­ließ die Re­gie­rungs­par­tei AKP ab 2012 ei­ne Rei­he von Re­for­men, die Min­der­hei­ten­spra­chen mehr Frei­raum bo­ten. So konn­ten Schü­ler ab der fünf­ten Klas­se zum ers­ten Mal in der Ge­schich­te des Lan­des Kur­disch als Wahl­fach be­le­gen. Durch die­se Maß­nah­me wur­den auch an Uni­ver­si­tä­ten wie­der Kur­disch­leh­rer aus­ge­bil­det. Zwei Jah­re spä­ter folg­ten Ge­set­zes­än­de­run­gen, die so­wohl den Wahl­kampf in an­de­ren „ge­bräuch­li­chen“Spra­chen als auch die Grün­dung pri­va­ter Bil­dungs­ein­rich­tun­gen mit Schwer­punkt auf Min­der­hei­ten­spra­chen er­laub­ten.

Das In­ter­es­se war rie­sig, auch im Kur­di­schen In­sti­tut von Sa­mi Tan.

„Es ka­men so­gar Po­li­zis­ten zu un­se­ren Kur­sen, die ein­fach ih­re Mut­ter­spra­che ler­nen woll­ten“, sagt Sa­mi Tan. „Wir ha­ben nie nach Par­tei­zu­ge­hö­rig­kei­ten ge­fragt. Hier war je­der will­kom­men.“Selbst re­gie­rungs­na­he Zei­tun­gen be­rich­te­ten 2013 be­geis­tert über das neue An­ge­bot, Fern­seh­re­por­ter film­ten die vol­len Klas­sen­zim­mer des Kur­di­schen In­sti­tuts. „Aber jetzt ver­sucht die AKP-Re­gie­rung, die kur­di­sche Spra­che und Kul­tur wie­der zu kri­mi­na­li­sie­ren“, sagt Tan. „Des­we­gen ha­ben vie­le Men­schen Angst, hier ei­nen Kurs zu be­le­gen.“

Er weiß von Leh­rern und ehe­ma­li­gen Schü­lern des In­sti­tuts, die per Not­stands­de­kret – we­gen Ter­ror­ver­dachts – ih­re Ar­beit ver­lo­ren. Tür­ki­sche Be­hör­den schlos­sen kur­di­sche Me­di­en­or­ga­ni­sa­tio­nen, Ver­ei­ne, Schu­len und Kul­tur­ein­rich­tun­gen. Eben­so Sprach­schu­len wie das Kur­di­sche In­sti­tut in Istanbul und den Ver­ein Kur­di-Der mit mehr als 30 Ab­le­gern im gan­zen Land. Sechs Mit­ar­bei­ter der Fa­kul­tät für Le­ben­de Spra­chen in der süd­ost­tür­ki­schen Stadt Mar­din, die Kur­disch­leh­rer aus­bil­de­ten, wur­den ent­las­sen, der Stu­di­en­gang liegt seit­dem brach.

In mehr als 90 pro-kur­di­schen Ge­mein­den wur­den ge­wähl­te Bür­ger­meis­ter durch re­gie­rungs­treue Zwangs­ver­wal­ter er­setzt. In Diyarba­k­ir ent­ließ die AKP-Zwangs­ver­wal­tung al­le Kin­der­gar­ten­leh­rer. Seit­dem sind die Kin­der­gär­ten fak­tisch au­ßer Be­trieb.

Ah­met, der Men­schen­recht­ler, gibt sich kei­ne Mü­he, sei­ne Wut zu ver­ber­gen. Für die Kin­der sei es ein Schock ge­we­sen, dass die Kin­der­gar­ten­er­zie­her von heu­te auf mor­gen nicht mehr hät­ten kom­men kön­nen. Ob es Wi­der­stand ge­be? „Es gibt Al­ter­na­ti­ven“, sagt Ah­met, De­tails will er nicht nen­nen. Aus Si­cher­heits­grün­den, wie er sagt. Auch die Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on, für die er ar­bei­tet, über­le­ge jetzt, Kur­disch­kur­se an­zu­bie­ten. „Frü­her gab es in Diyarba­k­ir so vie­le Kur­se, des­we­gen woll­ten wir nie selbst un­ter­rich­ten“, sagt Ah­met. „Jetzt ist das an­ders.“

Nicht nur die Kur­den, auch an­de­re Min­der­hei­ten lei­den un­ter den Zwangs­ver­wal­tern. In Diyarba­k­ir wa­ren In­ter­net­sei­ten von Be­hör­den oder amt­li­che Mit­tei­lun­gen frü­her fünf­spra­chig ver­fasst: auf Tür­kisch, Kur­disch, Ara­bisch, Ar­me­nisch und As­sy­risch. Im Rat­haus von Sur war je­des Bü­ro, je­der Trep­pen­auf­gang in vier Spra­chen be­schil­dert. Es war ei­ne der ers­ten Amts­hand­lun­gen der Zwangs­ver­wal­ter, die Mehr­spra­chig­keit aus dem öf­fent­li­chen Raum zu ent­fer­nen. Die kur­di­schen In­fo-Pos­ter der Stadt­ver­wal­tung muss­ten tür­ki­schen wei­chen. Vor­über­ge­hend ab­ge­schal­te­te Web­sei­ten kehr­ten spä­ter ein­spra­chig zu­rück, auf Tür­kisch.

Ganz ver­schwan­den Fern­seh­spots, die über Mut­ter­spra­che als Men­schen­recht in­for­mier­ten. In­ter­na­tio­nal ver­an­kert ist die­ses Recht seit 2007 in der Unesco-Kon­ven­ti­on der kul­tu­rel­len Viel­falt. Mehr als 140 Län­der ha­ben das Ab­kom­men bis­lang ra­ti­fi­ziert, die Tür­kei ge­hört nicht da­zu.

Im Kur­di­schen In­sti­tut in Istanbul, un­frei­wil­lig wie­der zum Vor­rei­ter kur­di­scher Sprach­för­de­rung ge­wor­den, will man nicht auf­ge­ben. „Die Ge­sell­schaft hat sich ver­än­dert“, sagt Tan. „Jetzt gibt es die so­zia­len Me­di­en, es gibt Sa­tel­li­ten­fern­se­hen, kur­di­sche Nach­rich­ten­ka­nä­le au­ßer­halb der Tür­kei.“Es sei leicht, von über­all­her so­fort Nach­rich­ten zu er­hal­ten. „Man kann die Uhr nicht ein­fach so zu­rück­dre­hen – und die­se Ge­sell­schaft auch nicht“, sagt Sa­mi Tan und lä­chelt. „Die kur­di­sche Spra­che hat hier schon viel aus­hal­ten müs­sen. Wir wer­den auch die­se Zeit hin­ter uns brin­gen.“

Bis es so weit ist, müs­sen Sa­mi Tan und sei­ne Kol­le­gen das Bes­te aus dem we­ni­gen Platz ma­chen, der ih­nen in ih­rem In­sti­tut noch ge­blie­ben ist.

Selbst kur­di­sche Kin­der­gär­ten gel­ten neu­er­dings als kri­mi­nell Schil­der, Web­sites, Pos­ter – al­les nur noch auf Tür­kisch

Fo­to: AFP/Ya­sin Ak­gül

Un­ter Be­schuss. Vor ei­nem Jahr wur­den Po­li­ti­ker der pro-kur­di­schen Par­tei HDP in­haf­tiert, ge­gen Pro­tes­te ging die Po­li­zei mit Ge­walt vor.

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