UR­TEI­LE

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End­gül­ti­ges Aus für Mehr­ge­schos­ser am Gro­ßen Wann­see

Ei­ne kom­mu­na­le Be­hör­de muss sich an den gel­ten­den Be­bau­ungs­plan hal­ten und darf kei­ne Bau­vor­be­schei­de er­tei­len, die da­mit nicht im Ein­klang ste­hen. Das ent­schied am Don­ners­tag das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig. Es ging um ei­nen Fall aus Ber­lin. Der Be­zirk Ste­glitz-Zeh­len­dorf hat­te ein Bau­vor­ha­ben wohl­wol­lend be­glei­tet: Ein In­ves­tor woll­te in ab­so­lu­ter Pre­mi­um­la­ge ei­nen mehr­ge­schos­si­gen Woh­nungs­neu­bau mit Ge­wer­be­an­teil auf dem Grund­stück des al­ten Ho­tels „Wann­see­blick“un­weit der Wann­see­brü­cke er­rich­ten. Das Ge­bäu­de ver­fällt seit Jah­ren. Der Neu­bau soll­te sechs Eta­gen ha­ben und hät­te die um­lie­gen­den Vil­len und Boots­häu­ser um acht bis zehn Me­ter über­ragt. Da­ge­gen klag­te ein Grund­stücks­nach­bar, der Pots­da­mer Yacht­club. Die ge­plan­te Bau­mas­se wür­de die Sze­ne­rie er­heb­lich be­ein­träch­ti­gen, so lau­te­te das Ar­gu­ment der Was­ser­sport­ler. Dem folg­ten die Leip­zi­ger Rich­ter – nach­dem das Ver­wal­tungs­ge­richt der Kla­ge statt­ge­ge­ben, das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt die Be­ru­fung der Bei­ge­la­de­nen zu­rück­ge­wie­sen hat­te. Der Be­bau­ungs­plan für das Ufer­grund­stück aus dem Jahr 1959 er­laub­te nur zwei Voll­ge­schos­se und hat­te ei­ne größ­te Bau­mas­se von ei­nem Ku­bik­me­ter um­bau­ten Rau­men je Qua­drat­me­ter fest­ge­setzt. Das Vor­ge­hen des Be­zirks­am­tes Ste­glitz-Zeh­len­dorf, in dem Vor­be­scheid die An­zahl der Ge­schos­se zu ver­drei­fa­chen und die Bau­mas­sen­zahl so­gar zu ver­vier­fa­chen, sei „sport­lich“, kom­men­tier­te der Bau- und Ver­wal­tungs­rechts­ex­per­te Micha­el Ter­wie­sche (Düs­sel­dorf) die Ent­schei­dung. (AZ.: 4 C 7.17). Bü.

Rechts­streit in der WEG:

Abrech­nung kann spä­ter kom­men Ver­mie­ter kön­nen Nach­for­de­run­gen aus Be­triebs­kos­ten­ab­rech­nun­gen in be­stimm­ten Fäl­len auch nach Ablauf der vor­ge­schrie­be­nen Frist gel­tend ma­chen. Mög­lich ist das, wenn der Ver­mie­ter die Frist un­ver­schul­det ver­säumt, wie ein Ur­teil des Land­ge­richts Mün­chen I zeigt. Un­ter die­sen Um­stän­den hat der Ver­mie­ter bei Be­en­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses das Recht, die Kau­ti­on bis zur end­gül­ti­gen Abrech­nung zu­rück­zu­be­hal­ten. Hier konn­te der Ver­mie­ter ei­ner Ei­gen­tums­woh­nung die Be­triebs­kos­ten­ab­rech­nung we­gen ei- nes Rechts­streits in­ner­halb der Wohn­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft nicht frist­ge­recht vor­le­gen. (AZ.: 31 S 11267/ 17)

Ver­mie­ter muss Ge­bot der Wirt­schaft­lich­keit be­ach­ten Ver­sto­ßen Ver­mie­ter ge­gen das Ge­bot der Wirt­schaft­lich­keit, kön­nen Mie­ter zu viel ab­ge­rech­ne­te Be­triebs­kos­ten zu­rück­for­dern. Da zeigt ein Ur­teil des Amts­ge­richts Ber­lin-Mit­te. In dem ver­han­del­ten Fall strit­ten Ver­mie­ter und Mie­ter um ei­ne Nach­for­de­rung aus ei­ner Be­triebs­kos­ten­ab­rech­nung. Der Mie­ter soll­te 305,34 Eu­ro nach­zah­len. Al­ler­dings kri­ti­sier­te der Mie­ter wie­der­um die Haus­warts­kos­ten als zu hoch und woll­te die in der Be­triebs­kos­ten­ab­rech­nung auf­ge­führ­ten Kos­ten in Hö­he von 304,72 Eu­ro nicht zah­len. Aus sei­ner Sicht sei­en die Kos­ten für die ent­spre­chen­den Leis­tun­gen viel zu hoch. Das sah auch das Ge­richt so: Laut Ber­li­ner Be­triebs­kos­ten­über­sicht la­gen die Kos­ten für Haus­meis­ter­tä­tig­kei­ten zwi­schen 0,06 Eu­ro und 0,36 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter. In die­sem Fall sei­en aber 0,67 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter ver­an­schlagt wor­den. (AZ.: 18 C 46/ 17)

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