Qui­rin Bank wächst mit Com­pu­ter-Be­ra­tung

Ber­li­ner In­sti­tut pro­fi­tiert von sei­nem Ro­bo-Ad­vi­sor

Der Tagesspiegel - - WIRTSCHAFT - Car­la Neu­haus

Ber­lin - Die Ber­li­ner Qui­rin Bank steu­ert nach ei­ge­nen An­ga­ben auf das bes­te Quar­tal seit ih­rer Grün­dung 1998 zu. „Wir sind zu­letzt er­staun­lich stark ge­wach­sen“, sag­te In­sti­tuts­chef Karl Mat­thä­us Schmidt dem Ta­ges­spie­gel.

Die gu­ten Zah­len ver­dan­ke sein Haus vor al­lem sei­nem Ro­bo-Ad­vi­sor Qui­ri­on, bei dem Kun­den im Netz ihr Geld au­to­ma­tisch an­le­gen kön­nen. Im drit­ten Quar­tal sei die Zahl der Kun­den schon jetzt um ein Drit­tel auf 4200 ge­stie­gen. Die Sum­me der über Qui­ri­on an­leg­ten Gel­der leg­te um 23 Pro­zent zu auf 143 Mil­lio­nen Eu­ro. Auch im klas­si­schen Ge­schäft lau­fe es gut, sag­te Schmidt. Sein In­sti­tut hat sich auf die Ho­nor­ar­be­ra­tung kon­zen­triert – das heißt, Pro­vi­sio­nen wer­den an den Kun­den wei­ter­ge­reicht, da­für zah­len sie se­pa­rat für die Be­ra­tung. Ins­ge­samt ver­wal­tet das Ber­li­ner In­sti­tut ak­tu­ell Kun­den­gel­der in Hö­he von 3,4 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Dass es bei Qui­ri­on der­zeit so gut läuft, liegt un­ter an­de­rem an ei­ner Un­ter­su­chung der Stif­tung Wa­ren­test. Bei der ist der Ber­li­ner Ro­boad­vi­sor zu­letzt Test­sie­ger ge­wor­den. Auch wür­den in­zwi­schen mehr Ver­brau­cher das Mo­dell ken­nen, sagt Schmidt. Mitt­ler­wei­le sind di­ver­se An­bie­ter im Markt für die au­to­ma­ti­sche Geld­an­la­ge un­ter­wegs: Sie fragen beim Kun­den on­line ab, wie ri­si­ko­be­reit sie sind und wie kurz- oder lang­fris­tig sie ihr Geld an­le­gen wol­len. An­schlie­ßend in­ves­tie­ren die An­bie­ter die Sum­me in In­dex­fonds. Schmidt glaubt an die­ses Mo­dell, bei dem der Com­pu­ter und nicht der Mensch über die An­la­ge ent­schei­det. „Kein As­set­ma­na­ger kann lang­fris­tig den Markt schla­gen“, sagt er.

Die Min­dest­an­la­ge­sum­me für sei­nen Ro­boad­vi­sor Qui­ri­on hat der Bank­chef zu­letzt test­wei­se von 10 000 auf 5000 Eu­ro her­un­ter­ge­setzt. Schmidt kann sich aber durch­aus vor­stel­len, die Sum­me auch lang­fris­tig und dann auch noch wei­ter zu sen­ken. „Wir wol­len uns ver­stärkt für ei­ne brei­te­re Ziel­grup­pe öff­nen“, sagt er. Der­zeit le­gen die Kun­den bei Qui­ri­on im Schnitt 25 000 Eu­ro an.

Geld ver­dient die Pri­vat­bank mit ih­rem Ro­boad­vi­sor al­ler­dings trotz des Er­folgs noch nicht. Schmidt hält es für rea­li­tisch, dass Qui­ri­on in drei Jah­ren pro­fi­ta­bel wird. Fest­le­gen will er sich aber nicht – wie­viel er da­mit ver­dient, hängt auch von der Ent­wick­lung der Märk­te ab. Die Ge­samt­bank ist seit fünf Jah­ren in den grü­nen Zah­len. zen­der der Qui­rin Bank.

Fo­to: Mi­ke Wolff

Karl Mat­thä­us Schmidt, Vor­stands­vor­sit-

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