Hel­mut, Hel­mut!

Der Tagesspiegel - - BERLIN - Ste­fan Ja­cobs

Es ist et­was un­ter­gan­gen in all den Ge­dan­ken und Ge­den­ken zum 9. No­vem­ber, aber Hel­mut Kohl ist jetzt doch zu­rück in der Ber­li­ner Öf­fent­lich­keit, durch die Hin­ter­tür ge­wis­ser­ma­ßen, di­rekt am Spree­bo­gen in Moabit.

Nach­dem die hie­si­ge CDU den 2017 ge­stor­be­nen Alt­kanz­ler qua­si auf die Sie­ges­säu­le he­ben woll­te und schwer be­lei­digt tat, nach­dem fast al­le an­de­ren – auch mit Ver­weis auf die fünf­jäh­ri­ge Ka­renz­zeit im Stra­ßen­ge­setz – die Um­be­nen­nung des Gro­ßen Sterns ab­lehn­ten, hat jetzt die pri­va­te Ernst-Frei­ber­ger-Stif­tung zum 29. Ju­bliäum der Mau­er­öff­nung ei­ne Bron­ze­büs­te von Kohl or­ga­ni­siert – als letz­tes in ei­ner Rei­he von elf Denk­mä­lern mit Per­sön­lich­kei­ten des 20. Jahr­hun­derts, in der auch Kä­the Koll­witz ge­wür­digt wird. Das dürf­te Kohl, ei­nem Fan und För­de­rer der Bild­haue­rei, ge­fal­len.

Si­cher sein kann man sich al­ler­dings nicht. Als 2008 Frau Tus­s­auds Wachs­fi­gu­ren­ka­bi­nett sei­nen Wachs­fi­gu­ren­kohl prä­sen­tier­te, mel­de­te sich der ech­te mit der Be­mer­kung, er über­ge­be die Sa­che sei­nem An­walt, weil das Ex­po­nat so nicht ver­ein­bart wor­den sei. Und tat­säch­lich ist der spä­ter in der Aus­stel­lung ge­zeig­te Wachs­kohl ein an­de­rer als der zu­nächst ge­zeig­te. Und die ak­tu­el­le Büs­te sieht von vorn durch­aus wie Kohl aus, aber von der Sei­te ir­gend­wie – tja, sa­gen wir … nein, sa­gen wir nicht. Se­hen wir’s ein­fach po­si­tiv: Die Ges­te zählt.

be­trach­tet das neue Kohl-Denk­mal von al­len Sei­ten

Fo­to: AFP, G. Fi­scher

Wie­der da. Alt­kanz­ler Hel­mut Kohl thront in Bron­ze am Spree­bo­gen.

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