„Brüs­sel ist kei­ne Raum­sta­ti­on“

EU-Haus­halts­kom­mis­sar Oet­tin­ger über Bür­ger­nä­he, den Pro­test der „Gelb­wes­ten“in Frank­reich – und die Eu­ro­pa­po­li­tik der Kanz­le­rin

Der Tagesspiegel - - INTERVIEW - — Das Ge­spräch führ­te Al­brecht Mei­er.

Herr Oet­tin­ger, ha­ben Sie ein­mal zu­sam­men­ge­rech­net, wie viel Sie je­des Jahr mit dem Au­to zwi­schen Brüs­sel, Ber­lin und der so­ge­nann­ten Pro­vinz un­ter­wegs sind? We­gen der Ent­fer­nun­gen bin ich zwangs­läu­fig viel mit dem Flug­zeug un­ter­wegs. Aber auch mit dem Wa­gen kom­men pro Jahr rund 100 000 Ki­lo­me­ter zu­sam­men. Wie häu­fig sit­zen Sie da­bei selbst am Steu­er? Zum Groß­teil wer­de ich ge­fah­ren, aber ge­le­gent­lich fah­re ich auch sel­ber. Was fällt Ih­nen am meis­ten auf, wenn Sie die „Brüs­se­ler Bla­se“ver­las­sen? Brüs­sel ist doch kei­ne Raum­sta­ti­on. Hier im Ber­lay­mont-Ge­bäu­de, dem Sitz der Kom­mis­si­on, tref­fe ich re­gel­mä­ßig Be­su­cher­grup­pen, Ver­tre­ter von Ge­werk­schaf­ten, Wirt­schafts­ver­bän­den. Aber man ist als Po­li­ti­ker im­mer grund­sätz­lich gut be­ra­ten, Sit­zungs­räu­me und Bü­ros ge­le­gent­lich auch zu ver­las­sen und Ein­la­dun­gen an­zu­neh­men. Ich bin viel un­ter­wegs, weil ich als Ge­sprächs­part­ner und Red­ner ein­ge­la­den wer­de. Das reicht dann vom Neu­jahrs­emp­fang des Bau­ern­ver­ban­des über die Ver­ab­schie­dung ei­nes IHK-Prä­si­den­ten bis zum evan­ge­li­schen oder ka­tho­li­schen Kir­chen­tag. Und was ent­ge­gen Sie dann, wenn Sie bei sol­chen Ge­le­gen­hei­ten auf „die da in Brüs­sel“an­ge­spro­chen wer­den? Es war auch in Ba­den-Würt­tem­berg schon mei­ne Auf­ga­be, den Stutt­gar­tern zu er­klä­ren, dass wir Po­li­tik für den länd­li­chen Raum ma­chen, und den Schwarz­wäl­dern, dass wir ei­ne Haupt­stadt mit ei­nem Flug­ha­fen und ei­ner Lan­des­mes­se brau­chen. Nun ist Eu­ro­pa mit sei­nen 28

CMit­glied­staa­ten, 24 Mut­ter­spra­chen, Re­li­gio­nen, sei­ner Ge­schich­te und sei­nen un­ter­schied­li­chen wirt­schaft­li­chen Struk­tu­ren viel kom­ple­xer als Ba­den-Würt­tem­berg. Aber Eu­ro­pa lässt sich trotz­dem sehr gut er­klä­ren, und das tue ich auch. Sie ha­ben den länd­li­chen Raum an­ge­spro­chen. In Frank­reich de­mons­trie­ren seit Wo­chen in den länd­li­chen Re­gio­nen die „Gelb­wes­ten“ge­gen ei­ne Er­hö­hung der Öko­steu­er. Wie kann der Kampf ge­gen den Kli­ma­wan­del ge­lin­gen, oh­ne da­bei die Bür­ger über Ge­bühr zu be­las­ten?

Wir müs­sen be­grei­fen, dass die Eu­ro­pä­er und ins­be­son­de­re hoch ent­wi­ckel­te Staa­ten wie Deutsch­land und Frank­reich über ih­re Ver­hält­nis­se leben, wenn man die Öko­bi­lanz zum Maß­stab nimmt. Wür­den al­le Menschen auf der Welt so viel Au­to fah­ren wie Fran­zo­sen und Deut­sche – mich ein­ge­schlos­sen –, dann wä­re der Scha­den für das Kli­ma noch viel grö­ßer. Es ist ja auch so, dass wir al­le ge­ne­rell für Kli­ma­schutz sind, und je mehr wir den kon­kre­ten Aus­wir­kun­gen der Er­wär­mung aus­ge­setzt sind, des­to mehr steigt die Zu­stim­mung zum Kli­ma­schutz, et­wa wenn es wie im ver­gan­ge­nen Sommer zu lang an­hal­ten­den Dür­re­pe­ri­oden kommt. Aber wenn es kon­kret dar­um geht, unser ei­ge­nes Ver­hal­ten zu än­dern, dann ist die Be­reit­schaft auf ein­mal über­schau­bar, et­wa wenn wir den Aus­stoß von Koh­len­di­oxid, Stick­oxid und Fe­in­staub bei Fahr­zeu­gen oder den Ver­brauch von Öl und Öl­pro­duk­ten sen­ken sol­len – durch ei­ne ef­fi­zi­en­te­re Tech­nik oder durch hö­he­re Steu­ern. Frank­reichs Prä­si­dent Em­ma­nu­el Ma­cron will durch ei­ne Di­gi­tal­steu­er zu­sätz­li­che

DDer frü­he­re ba­den-würt­tem­ber­gi­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Gün­ther Oet­tin­ger ver­tritt Deutsch­land seit 2010 in der EU-Kom­mis­si­on. Zu­nächst lei­te­te er in Brüs­sel das Ener­gie­res­sort, dann wurde er für die Di­gi­ta­li­sie­rung zu­stän­dig. Seit 2017 ist er Haus­halts­kom­mis­sar. In die­sem Amt hofft der 65-Jäh­ri­ge auf groß­zü­gi­ge Bei­trä­ge aus den EU-Staa­ten für die kom­men­de eu­ro­päi­sche Haus­halt­s­pe­ri­ode bis 2027. Im Ren­nen um die Nach­fol­ge von An­ge­la Mer­kel als CDU-Vor­sit­zen­de ge­hör­te Oet­tin­ger zu den Un­ter­stüt­zern des frü­he­ren Uni­ons-Frak­ti­ons­chefs Fried­rich Merz. Oet­tin­ger hat­te ar­gu­men­tiert, dass für Merz des­sen Er­fah­run­gen in der Wirt­schafts- und Ar­beits­po­li­tik sprä­chen. Ein­nah­men er­zie­len. Was hal­ten Sie von dem Vor­stoß Frank­reichs?

Frank­reich hat ge­mein­sam mit Deutsch­land zu ei­ner Grup­pe von EU-Mit­glied­staa­ten ge­hört, die uns vor ei­nem Jahr auf­ge­for­dert hat, ei­nen Vor­schlag für ei­ne Be­steue­rung von di­gi­ta­ler Wert­schöp­fung und di­gi­ta­len Ge­win­nen vor­zu­le­gen. Dies ha­ben wir ge­macht. An­ge­sichts des Wi­der­stan­des ei­ni­ger Fi­nanz­mi­nis­ter in der EU ge­gen den Vor­schlag ha­be ich nur ei­ne ein­zi­ge Bit­te: Die Di­gi­tal­steu­er darf nicht in end­lo­sen De­bat­ten zer­re­det wer­den, wie es bei der Fi­nanz­trans­ak­ti­ons­steu­er seit 2011 der Fall ist. Im Kern geht es um die Fra­ge: Ha­ben wir den Mut, ei­ne Steu­er ein­zu­füh­ren, die in den USA zu Ver­är­ge­rung füh­ren kann?

Der deut­sche Fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz hat ge­mein­sam mit Pa­ris vor­ge­schla­gen, zu­nächst ein­mal ei­nen Kom­pro­miss mit den USA an­zu­steu­ern und bis 2020 ei­ne Lö­sung zur Be­steue­rung von Di­gi­tal­un­ter­neh­men im Rah­men der OECD zu su­chen. Ich ha­be mit die­sem Da­tum kein Pro­blem. Aber wir soll­ten schon jetzt die Vor­be­rei­tun­gen für die Struk­tur ei­ner eu­ro­päi­schen Di­gi­tal­steu­er vor­an­trei­ben. Denn ich hal­te es für we­nig wahr­schein­lich, dass die USA im Rah­men der OECD bei Ver­hand­lun­gen über ei­ne Di­gi­tal­steu­er mit­ma­chen wer­den. Ich kann mir schwer vor­stel­len, dass die USA in­ner­halb der OECD ei­ne Steu­er ak­zep­tie­ren, die Eu­ro­pa zu­gu­te kommt. Schließ­lich geht es im Kern um die Be­steue­rung ei­ner Wert­schöp­fung, die im Si­li­con Val­ley statt­fin­det. An­ders ge­sagt: Das Neue ei­ner EU-Di­gi­tal­steu­er wür­de dar­in be­ste­hen, dass wir ge­wis­ser­ma­ßen in ei­ner Zer­le­gung der Wert­schöp­fung ei­nen Teil der Ge­win­ne in Eu­ro­pa be­steu­ern kön­nen, die durch die Da­ten eu­ro­päi­scher Bür­ger in den USA ent­ste­hen. Beim EU- Gip­fel in der kom­men­den Wo­che wird es un­ter an­de­rem um ein wei­te­res Pro­jekt von Ma­cron ge­hen: ei­nen ei­ge­nen Haus­halt für die Eu­ro-Zo­ne. Der neue Geld­topf soll, wenn er denn über­haupt ein­ge­rich­tet wird, zum Be­stand­teil des be­ste­hen­den EU-Haus­halts wer­den. Wie be­grün­den Sie das?

Die Idee ei­nes Eu­ro-Zo­nen-Haus­halts stammt aus dem Jahr 2011. In­zwi­schen ist die Zahl der Län­der, die zum Eu­ro ge­hö­ren, von 17 auf 19 ge­stie­gen. Und nach dem Aus­tritt Groß­bri­tan­ni­ens aus der EU wird die Eu­ro-Zo­ne 85 Pro­zent der Wirt­schafts­leis­tung der ge­sam­ten EU um­fas­sen. Auch Bul­ga­ri­en und Kroa­ti­en wol­len dem Eu­ro bei­tre­ten. Un­ter die­sen Um­stän­den ist die Be­deu­tung ei­nes ei­ge­nen Bud­gets für die Eu­ro-Zo­ne längst nicht mehr so groß wie noch im Jahr 2011. Wir ha­ben ja ei­ni­ge maß­vol­le Vor­schlä­ge für die Eu­ro-Zo­ne bei der Dis­kus­si­on über die nächs­te Haus­halt­s­pe­ri­ode zwi­schen 2021 und 2027 ge­macht. Aber ein ech­ter Etat für den ge­mein­sa­men Wäh­rungs­raum, gar in der Grö­ßen­ord­nung ei­nes jähr­li­chen drei­stel­li­gen Mil­li­ar­den­be­tra­ges, scheint mir nicht be­gründ­bar zu sein.

Da­mit die Plä­ne Ma­crons für ein Eu­ro-Zo­nen-Bud­get ver­wirk­licht wer­den kön­nen, muss es ei­ne Ei­ni­gung über die nächs­te Haus­halt­s­pe­ri­ode ge­ben. Wann ist da­mit zu rech­nen?

Im Ent­wurf der Schluss­fol­ge­run­gen für den Gip­fel in der kom­men­den Wo­che heißt es nach ge­gen­wär­ti­gem Stand, dass die EU-Staa­ten ei­ne Ei­ni­gung bis zum Herbst 2019 an­stre­ben. Da­mit wä­re ei­ne Ei­ni­gung noch wäh­rend der Amts­zeit von EU-Rats­chef Do­nald Tusk und wohl auch wäh­rend des Man­da­tes des Kom­mis­si­ons­chefs Je­an-Clau­de Juncker er­reicht. Das wür­de schon ein­mal ei­nen Fort­schritt ge­gen­über den letz­ten Ver­hand­lun­gen über den lang­fris­ti­gen EU-Haus­halt be­deu­ten, als erst kurz vor dem Be- ginn der För­der­pe­ri­ode ein Durch­bruch er­zielt wurde. Ich baue dar­auf, dass schon im kom­men­den April ei­ne weit­ge­hen­de Ei­ni­gung über den Etat zu­stan­de kommt. Denn un­mit­tel­bar nach der Eu­ro­pa­wahl im Mai wird sich das Eu­ro­pa­par­la­ment, das an den Haus­halts­be­ra­tun­gen be­tei­ligt ist, erst ein­mal auf an­de­re Din­ge kon­zen­trie­ren müs­sen – bei­spiels­wei­se die An­hö­run­gen der nächs­ten Ge­ne­ra­ti­on der EU-Kom­mis­sa­re.

Sie selbst wer­den der nächs­ten EU-Kom­mis­si­on nicht mehr an­ge­hö­ren. Ha­ben Sie sich schon Ge­dan­ken ge­macht, wie es für Sie an­schlie­ßend wei­ter­geht?

Ja. Ich ha­be An­ge­bo­te für die Zeit nach dem Aus­schei­den aus der EU-Kom­mis­si­on, und ich füh­re auch Gespräche. Aber ich ha­be al­les noch er­geb­nis­of­fen auf dem Tisch und will mich erst im kom­men­den Jahr nach Os­tern ent­schei­den. Schneller muss es ja auch nicht ge­hen, denn die Kom­mis­si­on wird ja schließ­lich zu­min­dest bis En­de Ok­to­ber 2019 im Amt sein.

Vor­her wer­den Kar­ten bei der Eu­ro­pa­wahl neu ge­mischt. Wie kann ein wei­te­res Er­star­ken der Po­pu­lis­ten im Eu­ro­pa­par­la­ment ver­hin­dert wer­den?

Es gibt kein Pa­tent­re­zept. Wir soll­ten für Eu­ro­pa wer­ben und nicht Eu­ro-Skep­sis ver­brei­ten. Wir soll­ten die gro­ßen Fra­gen der Zu­kunft und den Mehr­wert, den Eu­ro­pa da­bei bringt, an­spre­chen. Und wir soll­ten deut­lich ma­chen, dass der Weg zu­rück zum Na­tio­nal­staat, wie er von Po­pu­lis­ten und Neo-Na­tio­na­lis­ten pro­pa­giert wird, je­den ein­zel­nen Mit­glied­staat zu­rück in die Be­deu­tungs­lo­sig­keit führt. In der Welt von über­mor­gen hat kein Na­tio­nal­staat für Kli­ma­schutz, Frie­dens­si­che­rung, For­schung und Wett­be­werbs­fä­hig­keit die aus­rei­chen­de Grö­ße. Auch Deutsch­land nicht.

Wenn wir schon da­bei sind, in die Zu­kunft zu schau­en: Was er­war­ten Sie von An­ge­la Mer­kel wäh­rend ih­rer ver­blei­ben­den Amts­zeit als Bun­des­kanz­le­rin?

Ich wür­de mir wün­schen – und ich glau­be, dass sie die­sem Wunsch auch ge­recht wer­den könn­te –, dass sie sich stark auf der eu­ro­päi­schen Ebe­ne ein­bringt. Nach der Eu­ro­pa­wahl steht die kom­pli­zier­te Auf­ga­be an, die ge­sam­te ers­te Rei­he der EU neu zu be­set­zen: Wer folgt dem EU-Rats­chef Tusk nach, wer dem Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten Juncker, wer tritt die Nach­fol­ge der Au­ßen­be­auf­trag­ten Mo­g­her­i­ni, des Par­la­ments­chefs Ta­ja­ni und des EZB-Prä­si­den­ten Draghi an? Bei der künf­ti­gen Be­set­zung der eu­ro­päi­schen Spit­zen­äm­ter ist die Au­to­ri­tät der Kanz­le­rin ge­fragt.

Was heißt das kon­kret?

Ei­ner­seits ist es die Auf­ga­be der Kanz­le­rin, deut­sche In­ter­es­sen in Eu­ro­pa zu ver­tre­ten. An­de­rer­seits gilt auch: Sie ver­fügt über den nö­ti­gen Über­blick und die Er­fah­rung, wenn bei der Be­set­zung sämt­li­cher eu­ro­päi­scher Spit­zen­pos­ten dem­nächst ei­ne Ba­lan­ce zwi­schen Par­tei­in­ter­es­sen so­wie den Staa­ten im Os­ten und Wes­ten, Nor­den und Sü­den der EU ge­fun­den wer­den muss.

Apro­pos deut­sche In­ter­es­sen: Rech­nen Sie bei der end­gül­ti­gen Ent­schei­dung über den künf­ti­gen Kom­mis­si­ons­chef mit der Un­ter­stüt­zung Mer­kels für den EVP-Spit­zen­kan­di­da­ten Man­fred We­ber? Da die Staats­und Re­gie­rungs­chefs ein Wort bei der Juncker-Nach­fol­ge mit­re­den wol­len, er­scheint die Kan­di­da­tur We­bers nicht zwin­gend wie ein Selbst­läu­fer.

Das Par­la­ment wählt den Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten. Und im Par­la­ment herrscht klar die Mei­nung vor, dass nur je­mand ge­wählt wer­den kann, der oder die zu­vor als Spit­zen­kan­di­dat oder Spit­zen­kan­di­da­tin im Eu­ro­pa­wahl­kampf an­ge­tre­ten ist. Wer sich im Au­gen­blick völ­lig her­aus­hält, kommt für den Chef­ses­sel in der EU-Kom­mis­si­on nicht in­fra­ge. Ich ge­he da­von aus, dass die EVP aus der Eu­ro­pa­wahl er­neut als stärks­te Frak­ti­on in Straß­burg her­vor­geht. Bei ei­nem Wahl­sieg der EVP soll­ten die üb­ri­gen pro-eu­ro­päi­schen Frak­tio­nen im Eu­ro­pa­par­la­ment ei­ner gu­ten de­mo­kra­ti­schen Tra­di­ti­on fol­gen und Man­fred We­ber zum Kom­mis­si­ons­chef wäh­len.

Und Mer­kel soll­te in der Per­so­nal­po­li­tik dem Spit­zen­pos­ten in der Kom­mis­si­on den Vor­zug ge­ben ge­gen­über der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank? Bun­des­bank­prä­si­dent Jens Weid­mann wer­den Am­bi­tio­nen auf den EZB-Chef­pos­ten nach­ge­sagt.

Im Au­gen­blick steht die Fra­ge im Mit­tel­punkt, wie die Eu­ro­pa­wahl aus­geht. Erst da­nach soll­te über Prio­ri­tä­ten und Per­so­nen ge­spro­chen wer­den. Weil für Man­fred We­ber ei­ne kon­kre­te Chan­ce be­steht, Kom­mis­si­ons­chef zu wer­den, scheint mir dies im Lich­te des Wah­l­er­geb­nis­ses die ers­te Prio­ri­tät zu sein.

Tei­len Sie den Ein­druck, dass der eu­ro­pa­po­li­ti­sche Spiel­raum der Kanz­le­rin ge­rin­ger ge­wor­den ist, seit sie ih­ren Ver­zicht auf den CDU-Vor­sitz an­ge­kün­digt hat?

Nein, im Ge­gen­teil. Sie tritt in Gre­mi­en­sit­zun­gen sehr be­freit auf, und das konn­te man auch bei ih­ren Re­den im Eu­ro­pa­par­la­ment und im Bun­des­tag im ver­gan­ge­nen Mo­nat er­le­ben. Die Kanz­le­rin hat vol­le Au­to­ri­tät. Und ich glau­be, dass sie auch ge­willt ist, dies als Che­fin der gro­ßen Ko­ali­ti­on zu nut­zen.

„Die Di­gi­tal­steu­er darf nicht in end­lo­sen De­bat­ten zer­re­det wer­den“

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