Öl und Feu­er

Ja­cli­ne Mour­aud schimpf­te über die Ben­zin­steu­er – das Vi­deo da­von gilt als Ur­sprung des fran­zö­si­schen Gelb­wes­ten-Pro­tests. Nach Pa­ris wagt sie sich nicht. Der Ge­walt we­gen

Der Tagesspiegel - - DIE REPORTAGE - Von Tan­ja Ku­chen­be­cker, Pa­ris

Akt vier der Pro­tes­te der Gelb­wes­ten, 8000 Po­li­zis­ten sind in Pa­ris am Sams­tag im Ein­satz, fast dop­pelt so vie­le wie ei­ne Wo­che zu­vor. Bis neun Uhr vor­mit­tags gibt es 317 vor­läu­fi­ge Fest­nah­men, am Abend wird In­nen­mi­nis­ter Chris­to­phe Cas­ta­ner von 1385 Fest­nah­men spre­chen. Au­tos wer­den dann bren­nen und 126 Menschen ver­letzt sein. Der Ver­such, Bar­ri­ka­den in Brand zu set­zen, wird ge­lin­gen, der, das Kauf­haus „Pu­b­li­cis“an­zu­zün­den, wird schei­tern. Lan­des­weit sind 89 000 Po­li­zis­ten im Di­enst und auf den Champs-Ely­sées ver­sam­meln sich an die­sem Vor­mit­tag 1500 Leu­te. Ja­cli­ne Mour­aud ist nicht da­bei.

Sie wagt sich nicht mehr nach Pa­ris, wenn die Gelb­wes­ten­be­we­gung de­mons­triert. Da­bei gä­be es die Mas­sen­pro­tes­te, die an die­sem Wo­che­n­en­de zum vier­ten Mal statt­fin­den, oh­ne sie wo­mög­lich gar nicht. Die Zei­tung „Le Fi­ga­ro“nann­te Mour­aud die „Ma­don­na der Gelb­wes­ten“.

Aus den Mas­sen­pro­tes­ten – 125 000 Menschen be­tei­li­gen sich an die­sem Sams­tag in Frank­reich dar­an – ist spä­tes­tens am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de in Pa­ris auch ein ge­walt­tä­ti­ger Auf­stand ge­wor­den. Laut Um­fra­gen sym­pa­thi­sie­ren den­noch 77 Pro­zent der Fran­zo­sen mit den Gelb­wes­ten. 59 Pro­zent äu­ßern sich aber auch be­sorgt über die Ge­walt. Vie­le der am Sams­tag Fest­ge­nom­me­nen ha­ben laut Po­li­zei Mas­ken, St­ein­schleu­dern, Häm­mer und Pflas­ter­stei­ne bei sich ge­habt. Es hand­le sich meist um Ver­däch­ti­ge im Al­ter von rund 30 Jah­ren, die aus dem Um­land nach Pa­ris ge­reist sei­en.

Ja­cli­ne Mour­aud ist Be­sit­ze­rin ei­nes zwölf Jah­re al­ten, vor zwei Jah­ren von ihr ge­kauf­ten All­rad-Vol­vos. Sie ist 51 Jah­re alt und lebt in der Nä­he von Plo­ër­mel zwi­schen Lori­ent und Nan­tes in der Bre­ta­gne. Sie hat am 18. Ok­to­ber mit ih­rem Smart­pho­ne ein Face­book-Vi­deo von vier Mi­nu­ten und 22 Se­kun­den Län­ge ge­dreht. Zu se­hen ist das Ge­sicht ei­ner Frau mit grau­en Haa­ren und Bril­le. Mit spit­zer Stim­me und in sar­kas­ti­schem Ton er­klärt sie, was ihr nicht passt in Frank­reich. Sie fragt in die Han­dy­ka­me­ra: „Was ma­chen Sie mit der Kne­te der Fran­zo­sen?“

Sie meint den Prä­si­den­ten Em­ma­nu­el Ma­cron. Sie spricht von ei­ner „Hetz­jagd auf Au­to­fah­rer“, ei­ner an­ge­kün­dig­ten Mi­ne­ral­öl­steu­er­er­hö­hung we­gen, we­gen Buß­gel­dern, Ra­dar­an­la­gen und den ho­hen Kos­ten für die re­gel­mä­ßi­gen Au­to­in­spek­tio­nen. „Wo­hin steu­ert Frank­reich, Herr Ma­cron?“Sie fragt, ob er all das Geld für sein neu­es Ge­schirr im Ely­sée­pa­last aus­gibt und für ei­nen Pool in sei­ner Som­mer­re­si­denz in Süd­frank­reich. Das Vi­deo wurde in­ner­halb ei­nes Mo­nats sechs Mil­lio­nen Mal ge­klickt. Ja­cli­ne Mour­aud traf ei­nen Nerv.

Mour­aud, ge­schie­de­ne Mut­ter von drei Kin­dern, ver­dient mit zwei Jobs als Hyp­no­se-The­ra­peu­tin und Ak­kor­de­on­spie­le­rin an­geb­lich we­ni­ger als 900 Eu­ro net­to. Als dann an­ge­kün­digt wurde, dass Au­tos von au­ßer­halb in Pa­ris Ge­büh­ren zah­len sol­len, um in die Stadt fah­ren zu kön­nen, wurde sie är­ger­lich. Jetzt schaut sie fas­sungs­los von fer­ne da­bei zu, was sie da­mit ins Rol­len ge­bracht hat.

An 14 Or­ten in Pa­ris, am Tri­umph­bo­gen, auf den Champs-Ely­sées, an der Bas­til­le, ste­hen Mas­sen von Po­li­zei­au­tos, so­gar Pan­zer. Die Place de la Con­cor­de ist ab­ge­sperrt, der Eif­fel­turm zu. 36 Sta­tio­nen der U- und der Vo­r­ort­bahn sind ge­schlos­sen. Das Bild des Ta­ges: blaue Pan­zer­wa­gen vor dem Tri­umph­bo­gen. Der In­nen­mi­nis­ter er­klärt: „Wir woll­ten ei­ne star­ke Bot­schaft sen­den.“

Die Bil­der vom Wo­che­n­en­de zu­vor wirk­ten wie wel­che aus ei­nem Bür­ger­krieg. Der Tri­umph­bo­gen war von Trä­nen­gas­wol­ken um­ge­ben. Ra­di­ka­le be­war­fen Po­li­zei­au­tos mit St­ei­nen, be­nutz­ten Me­tall­stan­gen und Ab­sper­rungs­git­ter als Waf­fen, zün­de­ten Au­tos an. Am Tag da­nach war of­fi­zi­ell von 130 Ver­letz­ten die Re­de, lan­des­weit sol­len es 260 ge­we­sen sein. In Mar­seil­le starb ei­ne 80 Jah­re al­te Frau, nach­dem sie von ei­ner Trä­nen­gas­kar­tu­sche am Kopf ge­trof­fen wor­den war.

Ja­cli­ne Mour­aud sagt: „Als ich das Vi­deo auf­nahm, war mir noch nicht klar, dass es so ei­ne Re­so­nanz ha­ben wür­de.“Ei­nem Tref­fen hat­te sie nicht zu­ge­stimmt, aber man kann mit ihr am Te­le­fon sp­re- chen. „Es ist wie ein Tsu­na­mi“, sagt sie, „ei­ne Wel­le, die nicht mehr auf­hört, so­bald sie an­ge­fan­gen hat.“Ge­gen 17 Uhr mel­det die Po­li­zei 55 Ver­letz­te in Pa­ris.

Im Zen­trum von Toulouse es­ka­liert die Ge­walt da eben­falls. De­mons­tran­ten wer­fen mit St­ei­nen, Fla­schen und Do­sen und er­rich­ten Bar­ri­ka­den. Die Po­li­zei ant­wor­tet mit Trä­nen­gas. Re­port­er­fo­tos auf Twit­ter zei­gen Rauch­schwa­den in den Stra­ßen. Laut dem Po­li­zei­chef der Stadt sind 2000 Menschen auf den Stra­ßen.

In An­gers, ei­ne Ver­söh­nungs­sze­ne: 1000 Menschen de­mons­trie­ren dort für Kli­ma­schutz, 700 neh­men am Gelb­wes­ten­pro­test teil. Die De­mons­tra­ti­ons­zü­ge tref­fen auf­ein­an­der. Ei­ne Wei­le, so be­rich­tet ein Kor­re­spon­dent der Zei­tung „Le Mon­de“, steht man sich ge­gen­über. Dann bricht Ap­plaus aus – auf bei­den Sei­ten. In Pa­ris schen­ken Gelb­wes­ten Po­li­zis­ten gel­be Ro­sen.

Am Abend ge­rät hier auf dem Bou­le­vard Ma­le­s­her­bes ei­ne Grup­pe Ein­satz­kräf­te zwi­schen zwei Grup­pen von De­mons­tran­ten, be­rich­tet „Le Mon­de“. Die

Ein­satz­kräf­te hal­ten die De­mons­tran­ten mit Trä­nen­gas und

Was­ser­wer­fern auf

Ab­stand. Ei­ni­ge flie­hen in die Sei­ten­stra­ßen. Ih­re Au­gen sind ge­rö­tet, sie ru­fen ein­an­der zu:

„Nicht auf­ge­ben“, be­rich­tet ein „Le

Mon­de“-Re­por­ter. Mit­ten­drin ein paar ver­lo­re­ne Tou­ris­ten mit Kin­dern. Die Fi­lia­le der Mo­no­prix-Kauf­haus­ket­te auf dem Bou­le­vard Ma­le­s­her­bes wird ge­plün­dert, am Fuß der Kir­che Saint-Au­gus­tin brennt ein Por­sche.

Trump twit­tert: Das Pa­ri­ser Kli­ma­schutz­ab­kom­men – die Sprit­steu­er­er­hö­hung war öko­lo­gisch be­grün­det wor­den – „wirkt sich nicht so gut aus für Pa­ris“. Die Leu­te rie­fen „We want Trump!“

Er­do­gan sagt, in Pa­ris ge­he die Po­li­zei ge­ra­de „auf die här­tes­te Art vor“. Die „Cha­os-Sze­nen“zeig­ten, dass Eu­ro­pa beim „Test auf De­mo­kra­tie, Menschen- rech­te und Frei­heit“durch­ge­fal­len sei.

Ei­nen Mo­nat nach­dem Mour­aud ihr Vi­deo ver­öf­fent­licht hat­te, am 17. No­vem­ber, kam es zu den ers­ten Blo­cka­den der Gelb­wes­ten an Au­to­bah­nen im gan­zen Land. „Ich ha­be der Ver­zweif­lung der Menschen Wor­te ver­lie­hen“, sagt sie. „Sie ha­ben sich in mir wie­der­er­kannt. Nun wag­ten sie zu spre­chen.“Mour­aud ist be­rühmt ge­wor­den und nun oft Gast in Fern­seh­sen­dun­gen.

Am Te­le­fon ana­ly­siert sie die La­ge: „Durch die Wut hat die Ge­walt zu­ge­nom­men. Hät­te die Re­gie­rung gleich nach dem ers­ten Pro­test­tag Zu­ge­ständ­nis­se ge­macht, hät­te man die Be­we­gung noch auf­hal­ten kön­nen.“Nun brau­che es „ver­mut­lich ei­ne gro­ße Ges­te. Et­wa ei­ne Er­hö­hung des Min­dest­loh­nes.“

Am Tri­umph­bo­gen, dem ein­zi­gen Zu­gang zu den Champs-Ely­sées an die­sem Tag, gibt es Iden­ti­täts­kon­trol­len. Die Po­li­zei hat St­ei­ne von Bau­stel­len ent­fer­nen las­sen, Me­tall­stan­gen auch. Ge­schäfts­leu­te um den Bou­le­vard und die Bas­til­le ha­ben ih­re Fens­ter mit Holz­plat­ten ge­schützt.

Auf den Champs-Ely­sées wan­dern die Gelb­wes­ten mit Pla­ka­ten, „Liebe Bour­geoi­sie, tut mir leid zu stö­ren, aber kön­nen wir al­le in Wür­de leben?“, steht auf ei­nem. Was als Pro­test von Au­to­fah­rern be­gann, die ih­re in Frank­reich ob­li­ga­to­ri­schen neon­gel­ben Warn­wes­ten über­streif­ten und dann Stra­ßen blo­ckier­ten, ist längst ei­ne Be­we­gung der Re­gier­ten ge­gen ih­re Re­gie­rung ge­wor­den und ge­gen de­ren Re­prä­sen­tan­ten. Das Volk – Mour­aud sagt „klei­ne Leu­te“– ge­gen den an­geb­lich von ihm ent­frem­de­ten Staat. Pro­vinz ge­gen Pa­ris. Vor al­lem aber: ge­gen Prä­si­dent Em­ma­nu­el Ma­cron und des­sen Po­li­tik. Es hat­te So­zi­al­leis­tungs­kür­zun­gen und Be­güns­ti­gun­gen für Un­ter­neh­men ge­ge­ben.

Die Gelb­wes­ten for­dern längst auch um­fas­sen­de Steu­er­sen­kun­gen, Ren­ten­und Lohn­er­hö­hun­gen. Sie wol­len mehr di­rek­te De­mo­kra­tie und Re­fe­ren­den.

Ma­cron wird als ar­ro­gan­ter Prä­si­dent der Rei­chen wahr­ge­nom­men. „Das, was er sagt, kommt oft von oben her­ab“, sagt Mour­aud. Ei­nem ar­beits­lo­sen Gärt­ner er­zähl­te er ein­mal, er sol­le doch zum nächs- ten Re­stau­rant ge­hen und dort Ar­beit su­chen. Bei ei­nem Dä­ne­mark-Be­such sag­te er ver­ächt­lich über die Fran­zo­sen, sie sei­en „wi­der­spens­ti­ge Gal­li­er“, die kei­ne Ve­rän­de­run­gen er­tra­gen.

Die Be­we­gung ist un­struk­tu­riert, die Or­ga­ni­sa­ti­on fin­det nur über so­zia­le Me­di­en statt. Seit Beginn der Pro­tes­te ver­su­chen Po­li­ti­ker und His­to­ri­ker, sie ein­zu­schät­zen und füh­ren Re­fe­ren­zen wie die Re­vo­lu­ti­on von 1789 und die Re­vol­te der 68er an, oder ei­nen rechts­ex­tre­men, blu­ti­gen Auf­stand mit 15 To­ten vom 6. Fe­bru­ar 1934. Doch bis­her las­se sich die Be­we­gung mit kei­nem an­de­ren Auf­stand wirk­lich ver­glei­chen, meint His­to­ri­ker Mi­chel Pi­ge­net von der Sor­bon­ne: „Die Gelb­wes­ten ha­ben kei­ne Ver­mitt­ler wie die Ge­werk­schaf­ten.“Ge­werk­schaf­ter wie­der­um rä­so­nie­ren dar­über, wie die Gelb­wes­ten so an­dau­ernd und so zahl­reich Menschen zu mo­bi­li­sie­ren ver­mö­gen. Oh­ne ei­ne wirk­li­che Or­ga­ni­sa­ti­on, oh­ne Chefs und Ein­fluss.

Ja­cli­ne Mour­aud war nicht al­lein. Es gibt Tritt­brett­fah­rer. Es gibt Menschen, die ver­öf­fent­lich­ten eben­falls Vi­de­os über die Sprit­steu­er und Ma­crons Po­li­tik. Zu den ers­ten, die mo­bil mach­ten, ge­hört der Last­wa­gen­fah­rer Eric Drou­et aus Me­lun süd­öst­lich von Pa­ris. Auf Face­book wurde zur ers­ten De­mons­tra­ti­on am 17. No­vem­ber auf­ge­ru­fen, un­ter an­de­rem von ihm.

Drou­et zeig­te dann, wie seine Ver­si­on der Be­we­gung aus­sieht: Be­klei­det mit ei­nem schwar­zen Ka­pu­zen­pul­li er­zähl­te er im Fern­se­hen, dass er in den Ely­sée­pa­last vor­drin­gen möch­te, wenn sich die Ge­le­gen­heit da­zu bie­tet: „Wir ge­hen da rein, die Leu­te wol­len ge­hört wer­den.“Der Auf­ruf brach­te ihm am Frei­tag ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren we­gen Pro­vo­ka­ti­on ei­nes Ver­bre­chens und Or­ga­ni­sa­ti­on ei­ner il­le­ga­len De­mons­tra­ti­on ein.

Wäh­rend die Re­gie­rung im­mer wie­der ei­ne ex­trem­rech­te Un­ter­wan­de­rung der Grup­pe be­tont, se­hen an­de­re lin­ke An­ar­chis­ten am Werk. Ma­ri­ne Le Pen un­ter­stütz­te die Gelb­wes­ten­be­we­gung so­fort.

Der His­to­ri­ker Ni­co­las Le­bourg, Rechts­ex­tre­mis­mus­ex­per­te von der Uni­ver­si­tät in Per­pi­gnan, be­haup­tet, Be­le­ge da­für zu ha­ben, dass Rechts­ra­di­ka­le bei den Gelb­wes­ten mit­lau­fen. „Wir fin­den bei den ak­tu­el­len De­mons­tra­tio­nen ei­ne Ent­wer­tung des Staa­tes, un­ter­stützt von Struk­tu­ren der ex­tre­men Rech­ten“, sagt er. „Die Bru­ta­li­tät der an­ti­se­mi­ti­schen Slo­gans ist frap­pie­rend.“Im­mer wie­der sei dar­in auch die Re­de vom „Jour de colè­re“– dem Tag der Wut –, ei­ner ex­trem­rech­ten De­mons­tra­ti­on im Jahr 2014. Au­ßer­dem wur­den nach De­mons­tra­tio­nen Graf­fi­ti hin­ter­las­sen, die Kel­ten­kreu­ze zei­gen.

Die na­tio­na­lis­ti­sche Be­we­gung „Ac­tion françai­se“be­haup­tet, an Gelb­wes­ten­pro­tes­ten teil­zu­neh­men. De­ren Spre­cher An­toi­ne Berth er­klärt, ver­gan­ge­nen Sams­tag sei­en 300 von ih­nen in Pa­ris da­bei­ge­we­sen und 2000 in ganz Frank-

His­to­ri­ker gr­ü­beln und su­chen Ver­glei­che. 1789? 1968?

Die Fried­li­chen ha­ben Angst. Ih­nen wurde mit dem Tod ge­droht

reich.

Ja­cli­ne Mour­aud sagt: „Die Be­we­gung ist im Ur­sprung pa­zi­fis­tisch. Nur ei­ne Min­der­heit will die Ge­walt.“

Als die Gelb­wes­ten vor ei­ner Wo­che zu ei­nem Ge­spräch mit Pre­mier­mi­nis­ter Edouard Phil­ip­pe ge­la­den wur­den, zeig­te sich die Spal­tung der Be­we­gung. Die fried­li­chen Ver­tre­ter be­ka­men Mord­dro­hun­gen und wag­ten sich nicht in den Ma­ti­gnon, den Amts­sitz Phil­ip­pes – an­geb­lich aus Angst vor an­de­ren Gelb­wes­ten.

Ja­cli­ne Mour­aud sagt am Te­le­fon, sie ha­be vor, am Sams­tag eben­falls zu de­mons­trie­ren. Bei sich da­heim in der Bre­ta­gne. Sie wol­le mit Gleich­ge­sinn­ten die Zu­fahrt zu ei­nem Öl­de­pot blo­ckie­ren.

Sams­tag­abend schreibt sie ei­ne SMS. „Ich hat­te den gan­zen Tag nur Tref­fen mit Jour­na­lis­ten und konn­te zu kei­ner Blo­cka­de ge­hen.“Dann schreibt sie noch ei­ne. Meh­re­re Gelb­wes­ten sei­en Frei­tag­abend vom Pre­mier­mi­nis­ter emp­fan­gen wor­den, sie war da­bei. „Un­se­re For­de­run­gen wur­den er­hört“, schreibt sie. Das Tref­fen sei kon­struk­tiv und freund­lich ge­we­sen. „Die Lö­sung des Kon­flik­tes liegt in den Hän­den des Staats­chefs.“

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