Auch SPD und Lin­ke sind auf Kirch­ners Sei­te

Brei­te Un­ter­stüt­zung für kran­ken Staats­se­kre­tär

Der Tagesspiegel - - BERLIN - Chris­toph Stol­low­sky

In der rot-rot-grü­nen Ko­ali­ti­on wird es al­ler Vor­aus­sicht nach kei­nen Streit um die Fra­ge ge­ben, ob der schwer er­krank­te und von Ver­kehrs­se­na­to­rin Re­gi­ne Gün­ther (par­tei­los, für Grü­ne) in den einst­wei­li­gen Ru­he­stand ge­schick­te Ver­kehrs­staats­se­kre­tär Jens-Hol­ger Kirch­ner nun doch im Amt blei­ben kann. Auch SPD und Lin­ke un­ter­stüt­zen nach Re­cher­chen des Ta­ges­spie­gels den am Frei­tag ge­äu­ßer­ten Vor­schlag von Wirt­schafts­se­na­to­rin Ra­mo­na Pop (Grü­ne), Kirch­ner seine Funk­ti­on als Staats­se­kre­tär zu er­hal­ten, so­weit er die­se künf­tig ge­sund­heit­lich aus­fül­len kann.

Wie be­rich­tet, will Pop das am Di­ens­tag im Se­nat the­ma­ti­sie­ren. Da Re­gi­ne Gün­ther be­reits den hoch­ran­gi­gen Re­fe­ren­ten in der Bun­des­ver­brau­cher­zen­tra­le Ing­mar Stree­se als de­si­gnier­ten Nach­fol­ger Kirch­ners avi­siert hat, soll die­ser nun im Zu­ge von Pops Vor­schlag ei­ne neue, zu­sätz­lich ge­schaf­fe­ne Stel­le in der Se­nats­ver­kehrs­ver­wal­tung er­hal­ten.

Gün­thers Ab­sa­ge an Kirch­ner hat­te in al­len Ko­ali­ti­ons­par­tei­en so­wie bei der Op­po­si­ti­on Em­pö­rung aus­ge­löst. Zum ei­nen, weil Jens-Hol­ger Kirch­ner par­tei­über­grei­fend als Ver­kehrs­ex­per­te hoch ge­schätzt wird. Zu­man­de­ren aus mo­ra­li­schen Grün­den. „Man kann doch ei­nen er­krank­ten Mit­ar­bei­ter nicht der­art un­sen­si­bel ins Ab­seits stel­len“, sag­te am Sonn­abend der In­nen­po­li­tik-Experte der Lin­ken-Frak­ti­on im Ab­ge­ord­ne­ten­haus Ha­kan Tas. In die­ser Si­tua­ti­on wer­de sich die Lin­ke ge­wiss nicht ge­gen Pops Vor­schlag stel­len. Ho­he SPD-Ver­tre­ter se­hen dies ähn­lich, zu ei­ner of­fi­zi­el­len Stel­lung­nah­me war aber nie­mand be­reit. Und die Spre­cher der Se­nats­ver­wal­tun­gen für Wirt­schaft und Ver­kehr er­klär­ten uni­so­no, kon­kret kön­ne man­nichts sa­gen, es müs­se nun al­les im Se­nat be­spro­chen wer­den. Laut Jan Thom­sen, Spre­cher von Re­gi­ne Gün­ther, ver­han­deln al­le Be­tei­lig­ten be­reits im Vor­feld mit­ein­an­der. Die letzt­li­che Lö­sung kön­nen auch noch an­ders aus­se­hen als Pops Vor­schlag.

Kirch­ner

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.