Jo­nas Mül­ler: „Das Sil­ber wirkt nach“

Der Tagesspiegel - - SPORT - In­ter­view: Claus Vet­ter

Jo­nas Mül­ler, hät­te Ih­nen vor ei­nem Jahr je­mand ge­sagt, dass Sie 2018 Ber­li­ner Sport­ler des Jahres wer­den, dann...

...hät­te ich ge­sagt, das kann ich nie wer­den. Schon nicht, weil ich aus ei­ner Mann­schafts­sport­art kom­me. Das ist schon cool jetzt. Wich­tig ist aber, dass Frank Hörd­ler und Mar­cel Noe­bels auch den Preis be­kom­men.

Ih­re bei­den Kol­le­gen aus dem Na­tio­nal­team, das bei Olym­pia so sen­sa­tio­nell Sil­ber ge­wann. Fast wä­re es ja Gold ge­wor­den, nach­dem sie im Fi­na­le ge­gen Russ­land das Tor zum 3:2 ge­schos­sen ha­ben. Was ging Ih­nen in die­sem Mo­ment durch den Kopf?

Ich ha­be nach oben auf die Uhr ge­schaut. Es wa­ren noch drei Mi­nu­ten zu spie­len. Ich dach­te das reicht zu Gold und sag­te: Kommt Jungs, das schaf­fen wir.

Es reich­te aber nicht. Die Rus­sen gli­chen aus und sieg­ten nach Ver­län­ge­rung. Trau­ern

Sie dem ver­lo­re­nen Gold hin­ter­her oder über­wiegt die Freu­de über das Sil­ber.

Jetzt Letz­te­res. Schau­en Sie sich doch nur die Wahl zum Ber­li­ner Sport­ler des Jahres an. Da sind vie­le Sport­ler da­bei, die es auch ver­dient ge­habt hät­ten zu ge­win­nen. Aber Sil­ber im Eis­ho­ckey, das wirkt halt nach.

Auch für das Na­tio­nal­team, wird da jetzt al­les bes­ser ge­macht als frü­her?

Nein. Bei der WM im Mai hät­te es bes­ser lau­fen kön­nen. Das Aus vor dem Vier­tel­fi­na­le war nicht op­ti­mal.

Und nun ist auch Bun­des­trai­ner Mar­co Sturm weg, er ist in den USA. Was be­deu­tet das?

Das ist na­tür­lich scha­de, Mar­co hat uns als Team viel Frei­raum und Selbst­be­wusst­sein ge­ge­ben. Mit ihm be­ka­men wir das Ge­fühl: Mensch, wir kön­nen al­le schla­gen. Jetzt muss man se­hen, wie das wei­ter­geht.

Sie sind 23 Jah­re alt, was kommt noch bei Ih­nen?

Na­tür­lich ist die NHL ein

The­ma und dann noch vie­le Spie­le mit dem Na­tio­nal­team. Die WM 2019 in der Slo­wa­kei ist wich­tig, wir wol­len uns un­be­dingt für Olym­pia qua­li­fi­zie­ren. Denn da ha­ben wir et­was zu ver­tei­di­gen nach 2022 in Pe­king.

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