Das In­ne­re und die äu­ße­ren Um­stän­de

Rei­sen um die Welt und in die Li­te­ra­tur: Die Ta­ges­spie­gel-Re­dak­ti­on emp­fiehlt Ro­ma­ne über den Kampf der ETA, Er­in­ne­run­gen an Bu­ka­rest, Bü­cher über das Ve­ne­dig des 19. Jahr­hun­derts oder das Bau­haus, Fa­mi­li­en­ge­schich­ten, Auf­sät­ze über die Ab­sur­di­tät die­ser

Der Tagesspiegel - - BUCHTIPPS -

Ro­man. Aus dem Spa­ni­schen über­setzt von Wil­li Zur­brüg­gen. Ro­wohlt Ver­lag,

Rein­bek 2018. 907 Sei­ten, 25 €.

Ein groß­ar­ti­ger, von ei­nem lan­gen epi­schen Atem ge­tra­ge­ner Ro­man über den Ein­fluss der Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on ETA auf das Leben im Bas­ken­land, er­zählt am Bei­spiel von zwei Fa­mi­li­en, in de­nen sich Tä­ter und Op­fer fin­den und die die­se Rol­len nach dem En­de des ETA-Kamp­fes ver­su­chen los­zu­wer­den.

Suhr­kamp Ver­lag, Ber­lin 2018. 192 Sei­ten, 22 €.

Kur­ze Ge­schich­ten sind auf dem Buch­markt nicht mehr so ge­fragt, und doch er­zäh­len sie manch­mal mehr als dicks­te Ro­ma­ne. Die­se Er­zäh­lun­gen tun das, von ei­nem der besten Au­to­ren des Lan­des. Zieg­lers Pro­sa ist sehr ge­nau, strahlt ei­ne ge­wis­se Küh­le ab. Seine Fi­gu­ren je­doch sind enorm le­ben­dig, man spürt die Em­pa­thie, die Zieg­ler für sie hat. Tex­te, die blei­ben soll­ten. Ro­wohlt Ber­lin, Ber­lin 2018. 192 Sei­ten, 18 €.

Ein we­nig skep­tisch war man ja: Muss wirk­lich noch der letz­te auf­find­ba­re Text von Herrn­dorf ver­öf­fent­licht wer­den? Doch, wirk­lich, muss, wie die­se Samm­lung be­weist: schö­ne kur­ze Ge­schich­ten über Kind­heit und ers­te Lie­ben und Sät­ze zum Ein­rah­men: „Falls ich je­mals et­was an­de­res als Fik­ti­on schrei­ben soll­te, er­schie­ßen Sie mich bit­te.“ Al­ko­hol, Rausch und die Ge­schich­ten der Ge­ne­sung. Aus dem Eng­li­schen von Kirs­ten Ries­sel­mann. Han­ser Ber­lin, 2018. 637 S., 28 €.

Die ame­ri­ka­ni­sche Schrift­stel­le­rin und Li­te­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin Les­lie Ja­mi­son er­zählt, wie sie dem Al­ko­hol ver­fiel und da­von wie­der los­kam. Und sie er­zählt, wie es an­de­ren gro­ßen Au­to­ren und Au­to­rin­nen da­mit ge­gan­gen ist, et­wa Da­vid Fos­ter Wal­lace, Je­an Rhys, Ray­mond Car­ver oder John Chee­ver.

Über­setzt von Bernd Go­ckel, Tors­ten Groß, Ju­li­an Ha­efs, Kris­tof Hahn, Ur­ban Hof­stet­ter, Ste­phan Klei­ner. Heyne, Mün­chen 2018. 572 S., vier­far­big il­lus­triert, 40 €. Die Ge­schich­te ei­ner Band, ei­ner Stadt, ei­nes Sounds. Ho­ro­witz und Dia­mond kön­nen wirk­lich er­zäh­len, das Fo­to­ma­te­ri­al ist toll, und un­be­dingt nö­tig war es auch nach dem Tod des drit­ten Beas­tie Boy Adam Yauch im Jahr 2012

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