In­dus­trie kämpft ge­gen den Müll

Plas­tik­her­stel­ler ge­ben Mil­li­ar­den für Auf­klä­rung

Der Tagesspiegel - - WIRTSCHAFT - Sieg­fried Hof­mann (HB)

Düs­sel­dorf – Die wach­sen­den Men­gen an Plas­tik­müll in den Welt­mee­ren wer­den zu­se­hends zur Be­las­tung für Kunst­stoff­her­stel­ler und -ver­ar­bei­ter. Mit ei­ner groß an­ge­leg­ten Initia­ti­ve wol­len füh­ren­de Che­mie- und Kon­sum­gü­ter­kon­zer­ne den Kampf ge­gen den Müll for­cie­ren. Gut zwei Dut­zend glo­bal tä­ti­ge Kon­zer­ne ha­ben sich da­zu in der „Alliance to End Plas­tic Was­te“(AEPW) zu­sam­men­ge­schlos­sen. Ne­ben Che­mie­kon­zer­nen wie BASF, Dow Che­mi­cal, Lyon­dell­ba­sell und Sa­bic ge­hö­ren der Al­li­anz auch Kon­sum­gü­ter­her­stel­ler wie Proc­ter & Gam­ble und Hen­kel an. Über ei­ne Non-Pro­fit-Ge­sell­schaft wol­len die Un­ter­neh­men in ei­nem ers­ten Schritt rund 1,5 Mil­li­ar­den Dol­lar be­reit­stel­len, um vor al­lem in asia­ti­schen Län­dern ei­nen ver­ant­wor­tungs­vol­le­ren Um­gang mit Plas­ti­k­ab­fäl­len, Pro­jek­te zum Auf­bau ei­ner Kreis­lauf­wirt­schaft für Plas­tik­müll so­wie Re­cy­cling-Tech­no­lo­gi­en zu un­ter­stüt­zen.

Hin­ter­grund der Initia­ti­ve ist Sor­ge, dass Kunst­stof­fe an­ge­sichts der Müll-Pro­ble­ma­tik zu­se­hends in Ver­ruf ge­ra­ten könn­ten. Als Warn­si­gnal gilt et­wa der Be­schluss der EU, be­stimm­te Ein­weg-Kunst­stoff­pro­duk­te künf­tig zu ver­bie­ten. „Das treibt die Bran­che mäch­tig um. Man kann das The­ma nicht mehr weg­dis­ku­tie­ren“, heißt es in In­dus­trie­krei­sen. Markt­for­scher von IHS be­wer­ten das The­ma Nach­hal­tig­keit von Kunst­stof­fen als „kri­ti­sches­ten Fak­tor“für die Che­mie­bran­che in den nächs­ten Jahr­zehn­ten.

Nach Schät­zun­gen von US-Wis­sen­schaft­lern fie­len seit 1950 rund fünf Mil­li­ar­den Ton­nen Plas­ti­k­ab­fall an, die auf De­po­ni­en oder völ­lig un­kon­trol­liert in der Um­welt lan­de­ten. Pro Jahr kom­men mehr als 30 Mil­lio­nen Ton­nen un­kon­trol­lier­ter Ab­fäl­le hin­zu, schät­zungs­wei­se acht Mil­lio­nen Ton­nen da­von ge­lan­gen ins Meer.

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