Zu Hau­se im Pech

Die deut­schen Bi­ath­le­ten su­chen beim Heim-Welt­cup in Ober­hof nach ih­rer Form

Der Tagesspiegel - - SPORT - Andre­as Mor­bach

Ober­hof - Si­mon Sch­empp bot ein Bild des Jam­mers. Nass bis auf die Haut und völ­lig rat­los stand der Bi­ath­let am Sonn­tag im Ober­ho­fer Dau­er­re­gen, nach­dem er den Weg der deut­schen Staf­fel zum ent­täu­schen­den Rang acht ge­eb­net hat­te. Start­läu­fer Erik Les­ser, der am Sams­tag­mor­gen zum ers­ten Mal Va­ter ge­wor­den war, schick­te ihn noch gleich­auf mit den Fran­zo­sen an der Spit­zen­po­si­ti­on auf die Stre­cke. Sch­empp selbst über­gab dann je­doch mit mehr als zwei Mi­nu­ten Rück­stand auf Platz elf an Arnd Peif­fer. Der Nie­der­sach­se leis­te­te sich wie Sch­empp ei­ne Straf­run­de, so­dass Schluss­läu­fer Be­ne­dikt Doll dem ex­trem wet­ter­fes­ten Pu­bli­kum am En­de nur noch ent­schul­di­gend ap­plau­die­ren konn­te.

Be­dient im Team von Chef-Bun­des­trai­ner Mark Kirch­ner war nach dem Sieg der rus­si­schen Staf­fel aber vor al­lem ei­ner: Si­mon Sch­empp. Die Ver­fol­gung am Sams­tag hat­te er mit ei­nem in­dis­ku­ta­blen Rang 70 im Sprint ver­passt. Um wei­te­re Er­kennt­nis­se über sei­ne ak­tu­el­le Ver­fas­sung zu be­kom­men, woll­te der 30-Jäh­ri­ge die Staf­fel un­be­dingt lau­fen. Doch das Vor­ha­ben miss­lang, wie Sch­empp selbst fest­stell­te. „In bei­den Dis­zi­pli­nen passt ge­ra­de nichts zu­sam­men, aber der Haupt­punkt ist das Läu­fe­ri­sche“, sag­te er. „So­bald ich ei­ne ge­wis­se In­ten­si­tät über­schrei­te, ist der Ofen kom­plett aus.“

Über ei­ne mög­li­che Aus­zeit beim Welt­cup in Ruh­pol­ding, der am Mitt­woch mit dem Sprint der Män­ner be­ginnt, un­ter­hiel­ten sich Sch­empp und Bun­des­trai­ner Kirch­ner am Sonn­tag­abend. Ei­ne Pau­se für den eins­ti­gen deut­schen Vor­zei­ge­läu­fer er­scheint durch­aus denk­bar. Ein lan­ges Ge­sicht zog beim Ab­schied aus Ober­hof auch Arnd Peif­fer („ich bin sehr ge­nervt von mir, das war kei­ne gu­te Leis­tung“). Der Sprint-Olym­pia­sie­ger konn­te sich aber im­mer­hin mit sei­nem zwei­ten Rang in der Ver­fol­gung trös­ten. In den Ein­zel­ren­nen von Ober­hof war es der ein­zi­ge Po­dest­platz für das deut­sche Team, dem die deut­sche Frau­en-Staf­fel mit Rang zwei hin­ter Russ­land am Sonn­tag noch ein Er­folgs­er­leb­nis be­scher­te. „Nach ih­rer Auf­hol­jagd in der Ver­fol­gung ha­ben sich die Frau­en wei­ter re­ha­bi­li­tiert“, sag­te Bun­des­trai­ner Kirch­ner.

Sch­empp

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