Ach, Schö­ne­berg!

Der Tagesspiegel - - BERLIN - Bernd Mat­t­hies

Neu­lich: Ver­such, ei­nen Ter­min beim Steu­er­be­ra­ter zu ver­ein­ba­ren. „Wo woh­nen Sie denn?“Ich nen­ne den Ber­li­ner Orts­teil. „Oh Gott“, kommt es zu­rück, „das ist doch das Fi­nanz­amt X!“– mit dem Un­ter­ton „bei die­ser töd­li­chen Krank­heit sind wir lei­der macht­los“. Der Ter­min kam dann nicht zu­stan­de.

Aber sind al­le Ber­li­ner Fi­nanz­äm­ter so? Schö­ne­berg, Ste­glitz und Char­lot­ten­burg nicht, denn die­se drei Äm­ter lie­gen nach ei­ner Um­fra­ge des Por­tals „steuer­tipps.de“in Sa­chen Kun­den­freund­lich­keit, Schnel­lig­keit und Er­reich­bar­keit nicht nur in Ber­lin weit vorn; Schö­ne­berg er­reicht so­gar bun­des­weit den vier­ten Platz nach Ful­da, Lau­ter­bach und St­ein­furt. Im Län­der­ver­gleich er­reicht Ber­lin Platz drei hin­ter Rhein­land-Pfalz und Ham­burg, kei­ne Spur al­so von dys­funk­tio­na­ler Ver­wal­tung.

Die Fra­ge, die uns Steu­er­zah­ler am meis­ten in­ter­es­siert hät­te, wur­de lei­der nicht ge­stellt: Wel­ches Amt schickt am meis­ten Geld zu­rück? Aber das ist si­cher zu po­pu­lis­tisch ge­dacht. Mehr als zü­gi­ge Be­ar­bei­tung und freund­li­che Be­hand­lung darf der Steu­er­bür­ger nicht er­war­ten, das liegt in der Na­tur der Sa­che.

Wel­ches Fi­nanz­amt nun das Amt X ist? Ich bit­te um Ver­ständ­nis: Ich muss mit de­nen ir­gend­wie aus­kom­men und kann da kurz­fris­tig nicht weg­zie­hen. Aber wenn doch, wä­re Schö­ne­berg ganz si­cher ers­te Wahl.

über ei­ne ak­tu­el­le Be­wer­tung der deut­schen Fi­nanz­äm­ter

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