„Na­palm Girl“be­kommt Frie­dens­preis

Kim Phuc Phan Thi wur­de in Dres­den ge­ehrt

Der Tagesspiegel - - WELTSPIEGEL -

Dres­den - Die als „Na­palm Girl“be­kannt­ge­wor­de­ne Viet­na­me­sin Kim Phuc Phan Thi ist am Mon­tag mit dem Dresd­ner Frie­dens­preis ge­ehrt wor­den. Die UnescoBot­schaf­te­rin er­hal­te die Aus­zeich­nung, weil sie sich als Op­fer dem Hass ver­wei­ge­re, er­klär­te der Ver­ein Fri­ends of Dres­den Deutsch­land als Ver­an­stal­ter. Als in­ter­na­tio­na­le Frie­dens­ak­ti­vis­tin wer­de die 55-Jäh­ri­ge für ih­ren un­er­müd­li­chen Ein­satz für Ver­söh­nung und Ver­ge­bung ge­ehrt.

Die Viet­na­me­sin war durch ein Fo­to welt­be­rühmt ge­wor­den, das sie im Jahr 1972 als Neun­jäh­ri­ge nackt und schrei­end mit von Na­palm ver­brann­ten Wun­den zeigt. Als „Na­palm Girl“präg­te sich Kim Phuc fort­an ins kol­lek­ti­ve Ge­dächt­nis ein. Die Süd­viet­na­me­si­sche Ar­mee hat­te da­mals fälsch­li­cher­wei­se das Dorf, in dem Phuc leb­te, mit Na­palm be­schos­sen.

Der Preis wur­de der Viet­na­me­sin in der Sem­per­oper vom Preis­trä­ger des Jah­res 2015, dem Her­zog von Kent, über­reicht und ist mit 10 000 Eu­ro do­tiert. Die Lau­da­tio auf Kim Phuc hielt der US-Kriegs­fo­to­graf Ja­mes Nacht­w­ey, der den Frie­dens­preis 2012 be­kom­men hat­te.

Die säch­si­sche Kunst­mi­nis­te­rin EvaMa­ria Stan­ge (SPD) wür­dig­te vor der Ver­lei­hung Kim Phucs „un­er­müd­li­ches En­ga­ge­ment ge­gen Hass und für Ver­ge­bung“. Es rüt­te­le auf und be­we­ge, sei aber auch Mah­nung. Stan­ge er­klär­te, sie be­ob­ach­te mit gro­ßer Sor­ge, wie Hass und Ag­gres­si­on zwi­schen Macht­ha­bern, Na­tio­nen, Re­li­gio­nen und Volks­grup­pen täg­lich grö- ßer wür­den. Da­her freue sie sich sehr, dass die Eh­rung Kim Phucs „die­sen men­schen­ver­ach­ten­den Ge­dan­ken und Ta­ten sicht­bar ein Vor­bild an Mensch­lich­keit und Grö­ße ent­ge­gen­setzt“.

Kim Phuc wur­de im Jahr 1994 UnescoBot­schaf­te­rin und grün­de­te ei­ne Stif­tung für vom Krieg ver­sehr­te Kin­der. Sie sei zum Sym­bol des Lei­dens un­schul­di­ger Kriegs­op­fer ge­wor­den und spre­che je­des Jahr vor Tau­sen­den Men­schen, hieß es. Noch im­mer kämp­fe sie mit den Fol­gen der ihr im Krieg zu­ge­füg­ten Ver­let­zun­gen. Nach dem Na­palm-An­griff hat­te der Fo­to­graf des Bil­des, Nick Ut – da­mals Kriegs­re­por­ter für AP – , das Mäd­chen ins Kran­ken­haus ge­bracht. Nach vie­len Ope­ra­tio­nen we­gen der Ver­bren­nun­gen durf­te Kim Phuc 1982 nach Deutsch­land zur Nach­be­hand­lung aus­rei­sen und trat zum Chris­ten­tum über. Heu­te ist sie „Bot­schaf­te­rin des gu­ten Wil­lens“bei der Unesco und lebt in Ka­na­da. epd

Fo­to: Nick Ut/AP/dpa

Ein Bild wird Sym­bol. Die ver­brann­te Kim Phuc flieht vor Na­palm.

Kim Phuc

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