Von Twen zu Zen

Die Ga­le­rie Ar­gus Fo­to­kunst fei­ert das fo­to­gra­fi­sche Werk von Ul­rich Mack

Der Tagesspiegel - - KUNST & MARKT - Hans-Jörg Ro­ther Mo­ritz Ho­nert Björn Ro­sen. Su­san­ne Kip­pen­ber­ger Chris­ti­an Voo­ren Hel­mut Schü­mann

Mit Tusch­zeich­nun­gen und Li­thos hat Ul­rich Mack sei­nen Weg als Künst­ler be­gon­nen, mit ge­tön­ten Land­schafts­fo­to­gra­fi­en scheint der 1934 im Eichs­feld ge­bo­re­ne Wahl­ham­bur­ger das Le­bens­werk ab­schlie­ßen zu wol­len. Da­zwi­schen lie­gen hef­ti­ge Sprün­ge von ei­nem Ar­beits­feld zum an­de­ren. 1959, noch wäh­rend des Stu­di­ums an der Kunst­hoch­schu­le Ham­burg, brach­te er aus dem Ruhr­ge­biet ei­ne Se­rie von In­dus­trie­land­schaf­ten mit, de­ren Wert erst spät ge­büh­rend ge­wür­digt wur­de, un­ter an­de­rem mit ei­ner be­ein­dru­cken­den Aus­stel­lung bei Ar­gus Fo­to­kunst vor ei­nem Jahr­zehnt.

Das ist dann auch der rich­ti­ge Ort, um Ul­rich Mack zu des­sen 85. Ge­burts­tag ei­ne Hom­mage ein­zu­rich­ten, die al­le Sta­tio­nen sei­nes viel­ge­stal­ti­gen Oeu­vres in Er­in­ne­rung bringt. Noch ein­mal fas­zi­niert der küh­le, ge­rad­li­ni­ge Blick auf die Ze­che Zoll­ver­ein oder die da­mals noch spär­lich be­fah­re­ne Rhein­brü­cke Ruhr­ort, und dies vor al­lem durch den schar­fen Kon­trast der schwar­zen Li­ni­en und Flä­chen mit dem trüb­neb­li­gen Him­mel. Mit ei­ner Bild­se­rie auf den Spu­ren von Al­bert Ren­ger-Patzsch soll­te Mack Jahr­zehn­te spä­ter, 1985, tief in die Fuß­stap­fen der Neu­en Sach­lich­keit tre­ten, zugleich aber durch be­hut­sa­me Tö­nung und ver­än­der­te Blick­win­kel Dis­tanz wah­ren. Je­de Auf­nah­me weist auf das gro­ße Vor­bild – und auf ihn selbst, der das Aus­se­hen et­wa ei­ner Aga­ve oder ei­nes Sta­pels Koch­töp­fe mal mehr, mal we­ni­ger der ei­ge­nen Sicht­wei­se un­ter­wirft.

Zwi­schen die­sen Sta­tio­nen la­gen Jah­re als Bild­re­por­ter für die Zeit­schrif­ten „Quick“, „Twen“und vor al­lem den „Stern“, der ihn so­gar 1967 nach Is­ra­el mit­ten in den Sechs­ta­ge­krieg schick­te. Doch in der Rol­le des ra­sen­den Re­por­ters dürf­te sich Mack nie be­son­ders wohl­ge­fühlt ha­ben, auch wenn sei­ne Fo­tos von der An­kunft John F. Ken­ne­dys 1963 auf dem Köl­ner Flug­ha­fen oder von der Tri­umph­fahrt des Prä­si­den­ten an der Sei­te Ade­nau­ers durch West-Ber­lin wohl zu den bes­ten der da­ma­li­gen Bild­be­rich­te ge­hö­ren.

Viel nä­her moch­te er sich den Künst­lern und Schrift­stel­lern füh­len, die er da­mals por­trä­tier­te. Os­kar Ko­kosch­ka zum Bei­spiel oder Pi­cas­sos Wit­we Françoi­se Gi­lot. Doch im­mer stär­ker zo­gen Mack Meer und Küs­te in ih­ren Bann. Zu­erst wa­ren es die Fi­scher auf der In­sel Pell­worm. Noch ein­mal schien der neo­sach­li­che Stil die Ober­hand zu ge­win­nen. Bald aber über­wog das bild­ne­ri­sche Ver­lan­gen. Die von ihm sicht­lich nach­ge­tön­ten, fast neo­im­pres­sio­nis­ti­schen Bli­cke auf Bod­den und Wat­ten­meer neh­men die Na­tur­for­men auf, ver­wan­deln sie aber in Or­te ei­nes Traums. Blau­gras und Salz­mar­schen an der Nord­see und an der ame­ri­ka­ni­schen Nord­ost­küs­te la­den zu Me­di­ta­ti­on und in­ne­rer Ein­kehr. Wie sehr der als quir­lig ge­schil­der­te Fo­to­künst­ler von Ju­gend an nach Ru­he­punk­ten such­te, be­weist schon aufs Ein­drucks­volls­te Macks groß­ar­ti­ge Se­rie vom Wat­ten­meer 1981. Mehr Zen war sel­ten in der Fo­to­gra­fie (Prei­se: 800–2000 Eu­ro).

Da­mals im Ruhr­ge­biet: Kaum ein

Au­to nutz­te die Brü­cke über den Rhein

— Ga­le­rie Ar­gus Fo­to­kunst, Ma­ri­en­str. 26; bis 25. 5., Mi–Sa 14–18 Uhr Der Wis­sen­schaft­ler Ja­red Dia­mond er­forscht po­li­ti­sche Kri­sen. Was die­se mit Be­zie­hun­gen ge­mein­sam ha­ben, er­klärt er

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