Al­ter Die­sel ge­gen Neu­wa­gen

Um­welt­prä­mi­en sol­len Kauf­an­rei­ze für sau­be­re Fahr­zeu­ge schaf­fen. Geht die­se Stra­te­gie auf?

Der Westallgäuer - - Allgäu-rundschau - VON ULI HAGEMEIER UND AN­JA WORSCHECH

All­gäu Der Die­sel­mo­tor hat ge­ra­de kei­nen gu­ten Ruf, es dro­hen so­gar Fahr­ver­bo­te in Groß­städ­ten - des­halb lo­cken ei­ni­ge deut­sche Au­to­her­stel­ler jetzt mit Rück­nah­mePrä­mi­en für al­te Wa­gen beim Kauf ei­nes neu­en. Nut­zen das die Kun­den schon? ● VW/Au­di „Ja, die ers­ten Kun­den wa­ren am Mitt­woch bei uns“, sagt Mar­tin Os­ter­ber­ger-Seitz. Wer ein Au­to aus dem Volks­wa­gen-Kon­zern kauft (VW, Au­di, Seat, Sko­da), er­hält vom Her­stel­ler ei­ne Prä­mie zwi­schen 2000 und 10 000 Eu­ro. Der Rest­wert des al­ten Die­sel­fahr­zeugs der Eu­ro­nor­men eins bis vier wird da­bei nicht be­rück­sich­tigt. „Vor­aus­set­zung ist, dass der al­te Wa­gen bei ei­nem zer­ti­fi­zier­ten Be­trieb ver­schrot­tet wird“, sagt der Ge­schäfts­füh­rer des Au­to­hau­ses Seitz, das Nie­der­las­sun­gen im gan­zen All­gäu hat.

„Ich fin­de die­se Prä­mie gut“, sagt Os­ter­ber­ger-Seitz, „die Kun­den ha­ben die Mög­lich­keit, zu güns­ti­gen Kon­di­tio­nen ein tech­nisch ak­tu­el­les Au­to zu be­kom­men“. Er rech­net da­mit, dass die Um­welt­prä­mie ein ähn­li­cher Er­folg wird wie die so­ge­nann­te Ab­wrack­prä­mie, die der Staat 2009 beim Neu­wa­gen­kauf zahl­te: „Da­mals ging die Zahl der ver­kauf­ten Au­tos bei uns in den Tau­sen­der-Be­reich.“Beim Kauf von Elek­tro­au­tos gibt es auch jetzt wie­der Zu­schüs­se vom Staat, so­dass der Preis­nach­lass so­gar über 10 000 Eu­ro lie­gen kann - egal, wie alt und maro­de das al­te Au­to ist und von wel­chem Her­stel­ler es stammt. Die Prä­mie hängt nur da­von ab, wel­chen Neu­wa­gen man kauft. ● BMW Bei BMW gibt es ei­ne Um­welt­prä­mie von 2380 Eu­ro, wenn man sein al­tes Die­sel­fahr­zeug in Zah­lung gibt. Vor­aus­set­zun­gen: Man muss seit min­des­tens zwölf Mo­na­ten in Be­sitz des al­ten Fahr­zeugs sein und der Neu­wa­gen darf kei­nen Schad­stoff­aus­stoß über 130 Gramm CO2 pro ge­fah­re­nen Ki­lo­me­ter ha­ben. „Wir ha­ben zum ei­nen na­tür­lich ein In­ter­es­se, neue Au­tos mit neu­es­ter Tech­no­lo­gie zu ver- kau­fen, aber wir wol­len auch für die Um­welt ak­tiv wer­den“, sagt Maximilian Stel­zer, As­sis­tent der Ge­schäfts­füh­rung von BMWRei­sacher in Mem­min­gen. Bei ei­nem Hy­bridfahr­zeug kom­me ei­ne staat­li­che För­de­rung von 3000 und beim Stro­mer i3 von 4000 Eu­ro zur Um­welt­prä­mie da­zu. Bis­her hal­te sich die Nach­fra­ge nach die­sem Tausch-Mo­dell noch in Gren­zen. Sechs Kun­den hät­ten die Um­welt­prä­mie bis zum Frei­tag in An­spruch ge­nom­men. „Wir wer­den se­hen, wie sich das ent­wi­ckelt. Mo­men­tan ist auch Ur­laubs­zeit“, sagt Stel­zer. Doch ei­nes steht für das Au­to­haus Rei­sacher fest: Der Kun­de kommt zur­zeit bei ei­nem Neu­kauf bil­li­ger weg. ● Mer­ce­des „Es ist wich­tig, dass die al­ten Fahr­zeu­ge auch tat­säch­lich aus dem Ver­kehr ge­zo­gen wer­den“, sagt Uwe Wlo­ka, Ver­kaufs­lei­ter des Au­to­haus All­gäu in Kemp­ten. 2000 Eu­ro zahlt Mer­ce­des für ein al­tes Die­sel­fahr­zeug. Da­bei wer­den die Au­tos der Eu­ro-Norm eins bis drei ver­schrot­tet und die Wa­gen mit Eu­ro-Norm vier in Zah­lung ge­nom­men. Die Nach­fra­ge nach der Umtauschprämie sei aber noch „recht ver­hal­ten“, sagt Wlo­ka. Das Pro­blem: Vie­le Au­to­fah­rer ei­nes al­ten Die­sels er­rei­che man mit der Umtauschprämie gar nicht, da die­se ih­re Au­tos fah­ren, bis sie nicht mehr funk­tio­nie­ren. Wlo­ka sieht die Zu­kunft bei Elek­tro-Au­tos: „Dann ha­ben wir we­der mit CO2 noch mit Ruß­par­ti­keln Pro­ble­me.“

Zeich­nung: Man­fred Küch­le

D‘r Balthes: „Was hoißt do ‘gilt nur für Au­tos’? Do stoht doch ... für je­den al­ten Die­sel.“

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