Das Feu­er soll noch lan­ge bren­nen

Ernst Hut­ter baut jun­ge Leu­te in sei­ne Tra­di­ti­ons­ka­pel­le ein – dar­un­ter die Söh­ne Ste­phan und Mar­tin. Die Qua­li­tät darf aber nicht lei­den, for­dert der Chef

Der Westallgäuer - - Allgäu-kultur -

ich schon jetzt über mich hin­aus“, sagt der 59-Jäh­ri­ge, der seit Ernst Moschs Tod 1999 an der Spit­ze des Orches­ters steht. Die Pflicht zur per­ma­nen­ten Ver­jün­gung ha­be Mosch einst nicht er­füllt und ei­nen Ge­ne­ra­ti­ons­wech­sel zu lan­ge hin­aus­ge­zö­gert. „Die­sen Feh­ler will ich nicht ma­chen.“

Doch jun­ge Mu­si­ker um der Ver­jün­gung wil­len in die Ka­pel­le zu ho­len ist Ernst Hut­ter zu we­nig. Er stellt auch an sie höchs­te An­sprü­che, denn: „Die Qua­li­tät darf nicht lei­den.“Die Mu­si­ker müs­sen Top­leis­tun­gen brin­gen, schließ­lich ha­ben die Eger­län­der ei­nen ex­zel­len­ten Ruf zu ver­lie­ren. Da muss al­les ex­akt und fein ge­spielt wer­den, mit vie­len Nuan­cen und Schat­tie­run­gen. Aber nicht nur er, der Chef, muss­te über­zeugt von den „Nach­wuchs­spie­lern“sein, son­dern auch die Kol­le­gen im Team. Was of­fen­bar kein Pro­blem war. Sie ha­ben sich von den äl­te­ren Mu­si­kern bes­tens auf­ge­nom­men ge­fühlt, ver­si­chern die Hut­ter-Söh­ne. „Das Team trägt ei­nen“, sagt Ste­phan, und Mar­tin fügt an: „Man spielt ei­gent­lich nicht selbst – man wird ge­spielt. Ich ha­be ma­gi­sche Mo­men­te er­lebt.“

In­zwi­schen spielt ei­ne gu­te Hand­voll solch jun­ger Top­mu­si­ker bei den Eger­län­dern mit. Da kam „bei ei­ner spa­ßi­gen Pro­be“fast zwangs­läu­fig die Idee auf, dass sich der Nach­wuchs zu ei­ner ei­ge­nen Grup­pe zu­sam­men­tut, schließ­lich lässt sich Böh­mi­sches und Mäh­ri­sches auch in klei­ne­rer Be­set­zung bes­tens bla­sen. Beim letzt­jäh­ri­gen Auf­tritt in Al­tus­ried ha­ben die Fans schon mal ei­ne Kost­pro­be hö­ren dür­fen.

Klei­ne Be­set­zung nimmt CD auf

Nun brin­gen die bei­den Hut­terSöh­ne so­wie Chris­toph Mosch­ber­ger (Flü­gel­horn), Se­bas­ti­an Hög­lau­er (Trom­pe­te), Alex­an­der Wurz (Te­nor­horn), Micha­el Mül­ler (Ba­ri­ton), Pe­ter Laib (Tu­ba) und Max Ober­mül­ler (Ak­kor­de­on) ei­ne ei­ge­ne CD auf den Markt. Un­ter dem Ti­tel „Eger­län­der Spie­le­rei­en“ha­ben sie 14 Mär­sche, Pol­kas und Wal­zer auf­ge­nom­men. Ganz be­wusst kon­zen­trier­ten sie sich auf Mosch-Hits – ob­wohl sie auch selbst kom­po­nie­ren.

Pa­te und Pro­du­zent der Nach­wuchs-Plat­te ist – Ernst Hut­ter. Wo­bei er be­tont, dass „die jun­gen Wil­den“ein ei­ge­nes künst­le­ri­sches Pro­fil ent­wi­ckeln, ei­nen ei­gen­stän­di­gen Sound fin­den müs­sen. Das tun sie mit dem ei­nen oder an­de­ren wag­den­ke hal­si­gen Lauf, mit ei­ner et­was an­de­ren Phra­sie­rung, und in­dem sie eben ein Ak­kor­de­on als Rhyth­mus-In­stru­ment ein­ge­baut ha­ben. Wie sich die jun­ge Trup­pe an­hört, das kön­nen Blas­mu­sik-Freun­de am 28. Ja­nu­ar 2018 in der Kemp­te­ner Big Box tes­ten. Dort tritt „die klei­ne Eger­län­der-Be­set­zung“zu­sam­men mit Sasˇo Av­se­nik und sei­nen Ober­krai­nern auf (Kar­ten bei un­se­rer Zei­tung, Te­le­fon 0831/206 55 55).

Ei­ne CD ha­ben auch die Eger­län­der Mu­si­kan­ten auf­ge­nom­men. Ernst Hut­ter und sei­ne Man­nen wer­den sie – frisch aus der Pres­se – beim Eger­län­der-Open-Air in Al­tus­ried vor­stel­len, dem fünf­ten in dem Ober­all­gäu­er Dorf. „Das Feu­er brennt wei­ter“heißt die brand­neue Schei­be – was auch als An­spie­lung auf die jun­gen Leu­te in der Ka­pel­le ver­stan­den wer­den kann.

Auf­tritt Beim Open Air am Sams­tag, 26. Au­gust, tre­ten vier En­sem­bles auf der Al­tus­rie­der Frei­licht­büh­ne auf: Von 16.30 bis 17.30 Uhr spielt zum Ein­lass der Mu­sik­ver­ein Er­tin­gen am Vor­platz; von 17.30 bis 18.30 Uhr tre­ten Micha el Mai­er und sei­ne Blas­mu­si­kan­ten auf, von 19 Uhr bis 20 Uhr die Gas­ter­län­der Blas­mu­si­kan­ten. Ab 20.30 Uhr spie­len Ernst Hut­ter & Die Eger­län­der Mu­si kan­ten (oh­ne Pau­se bis 22.30 Uhr).

Fo­to: Mar­ti­na Diemand

Gut auf­ge­legt: Ernst Hut­ter mit sei­nen Söh­nen Mar­tin (links) und Ste­phan (rechts).

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