„Me­dail­len eher die Aus­nah­me“

Ex­per­ten mit deut­scher Bi­lanz an­ge­sichts der Be­din­gun­gen zu­frie­den

Der Westallgäuer - - Allgäu-sport -

Kran­zegg/Burg­berg Es lief bis­her nicht be­son­ders für die deut­schen Leicht­ath­le­ten bei der Welt­meis­ter­schaft in London. Zwar tritt heu­te noch das hoff­nungs­vol­le Speer­wur­fT­rio Vetter/Röh­ler/Hof­mann an, doch selbst mit Gold, Sil­ber und Bron­ze wür­de sich der DLV le­dig­lich knapp vor Bah­rain (1,5 Mil­lio­nen Ein­woh­ner) ein­rei­hen.

Hoff­nung macht zu­min­dest das so­li­de Ab­schnei­den des deut­schen Nach­wuch­ses bei der U18-WM vor sechs Wo­chen. La­vin­ja Jür­gens (17) vom TSV Kran­zegg hat mit Bron­ze im Hoch­sprung zum Er­folg bei­ge­tra­gen. Trai­niert wird die Gym­na­si­as­tin von ih­rer Mut­ter Co­ra, die die WM in­ten­siv ver­folgt: „Ich in­ter­es­sie­re mich ei­gent­lich für al­le Dis­zi­pli­nen. Be­son­ders span­nend sind die Wett­kämp­fe von Weit­sprin­ge­rin Alex­an­dra Wes­ter und Hoch­sprin­ge­rin Ma­rie-Lau­rence Jung­fleisch. Bei­de ha­ben La­vin­ja und ich ken­nen­ge­lernt.“Ein Pro­blem sieht Jür­gens in der öf­fent­li­chen Wahr­neh­mung: „Vie­le Sport­ar­ten wer­den gar nicht be­ach­tet, bei der Leicht­ath­le­tik ist der Trend im­mer­hin po­si­tiv.“Den­noch zeig­ten sich vie­le ZDF-Zu­schau­er ent­täuscht, als am Di­ens­tag von der WM zum Fuß­ball ge­schal­tet wur­de. Un­ter­schie­de zwi­schen Leicht­ath­le­tik und Fuß­ball gibt es au­ßer in der Wahr­neh­mung auch in der fi­nan­zi­el­len An­er­ken­nung von Spit­zen­leis­tun­gen. Jür­gens: „Es geht nicht dar­um, reich zu wer­den, al­ler­dings ver­ste­he ich, dass sich man­che Ath­le­ten mehr Un­ter­stüt­zung wün­schen.“

Nicht nur mo­ne­tär ste­hen die deut­schen Leich­ath­le­ten im Schat­ten, weiß der All­gäu­er Kreis­vor­sit­zen­de Bo­ris Ott (Burg­berg): „In den USA zum Bei­spiel hat der Sport ei­nen viel hö­he­ren Stel­len­wert.“Be­den­ke man die Be­din­gun­gen, müs­se man mit den Leis­tun­gen in London zu­frie­den sein: „Me­dail­len sind eher glück­li­che Aus­nah­me als die Re­gel.“Im All­gäu sieht Ott vor al­lem ei­ne gu­te Nach­wuchs­ar­beit: „Nach dem Schul­ab­schluss ge­hen zwar vie­le Ta­len­te zum Stu­di­um und wech­seln den Ver­ein, trotz­dem blei­ben auch im­mer wie­der leis­tungs­fä­hi­ge Er­wach­se­ne wie Ham­mer­wer­fer Tris­tan Schwand­ke vom TV Hin­de­lang.“Für Mut­ter und Toch­ter Jür­gens kommt ein Wech­sel der­zeit nicht in Fra­ge. „Die Be­din­gun­gen sind zwar nicht op­ti­mal, aber wir sind krea­tiv“, sagt die Trai­ne­rin. Bei­spiels­wei­se sprin­ten die Kran­zeg­ger Ath­le­ten mit ei­nem Bob­by Car im Schlepp­tau, an­statt ei­nen üb­li­chen Ge­wichts­schlit­ten hin­ter sich her­zu­zie­hen. (bie/ Fo­tos: eno, pri­vat)

Fo­to: Wit­ters

Viel Stim­mung, we­nig deut­sche Er­fol­ge: Bei der Leicht­ath­le­tik WM in London sprin gen an­de­re Na­tio­nen vor­ne­weg.

Co­ra Jür­gens

Bo­ris Ott

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