Kran­ken­haus: Brand­ur­sa­che wei­ter un­klar

Sechs Mo­na­te nach dem Zim­mer­brand in der Lin­den­ber­ger Rot­kreuz­kli­nik er­mit­telt die Staats­an­walt­schaft im­mer noch ge­gen Un­be­kannt. Die Sta­ti­on soll spä­tes­tens An­fang Sep­tem­ber wie­der er­öff­net wer­den

Der Westallgäuer - - Westallgäu - VON PE­TER MIT­TER­MEI­ER

Lin­den­berg Fast sechs Mo­na­te nach dem Brand in der Lin­den­ber­ger Rot­kreuz­kli­nik sind die Er­mitt­lun­gen zur Ur­sa­che des Feu­ers noch im­mer nicht ab­ge­schlos­sen. Das teilt die Staats­an­walt­schaft Kemp­ten auf Nach­fra­ge mit. Auch die Sa­nie­rung der Sta­ti­on 5, die bei dem Feu­er schwer be­schä­digt wor­den ist, hat sich leicht ver­zö­gert. Die Schwes­tern­schaft rech­net jetzt mit ei­ner Er­öff­nung En­de Au­gust, An­fang Sep­tem­ber.

Das Feu­er war am 14. Fe­bru­ar abends in ei­nem Pa­ti­en­ten­zim­mer im drit­ten Stock des Kran­ken­hau­ses aus­ge­bro­chen. Die kom­plet­te Sta­ti­on war stark ver­raucht. Ein Pa­ti­ent kam ums Le­ben, sie­ben er­lit­ten teils schwe­re Ver­let­zun­gen.

Was den ver­hee­ren­den Zim­mer­brand aus­ge­löst hat, ist nach wie vor un­klar. Spe­zia­lis­ten des Lan­des­kri­mi­nal­am­tes hat­ten das Zim­mer un­ter­sucht und Pro­ben ana­ly­sie­ren las­sen. Auf das Gut­ach­ten des LKA war­tet die Staats­an­walt­schaft nach ei­ge­nen An­ga­ben im­mer noch. Sie kön­ne des­halb „kei­ne ge­si­cher­ten Aus­künf­te zur Brand­ur­sa­che“ge­ben. Es gibt der­zeit auch kein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ge­gen ei­nen kon­kre­ten Be­schul­dig­ten, es läuft ge­gen un­be­kannt. Mehr gibt die Staats­an­walt­schaft nicht be­kannt. Die lan­ge Dau­er der Er­mitt­lun­gen hat sie in der Ver­gan­gen­heit mit dem „zeit­li­chen Zu­sam­men­tref­fen meh­re­rer, um­fang­rei­cher Er­mitt­lungs­ver­fah­ren“so­wie der ho­hen „Ar­beits­be­las­tung beim Baye­ri­schen Lan­des­kri­mi­nal­amt“be­grün­det.

Un­klar ist, ob sich je­mals ei­ne Brand­ur­sa­che fin­den lässt. Ent­sp­re- chen­de Zwei­fel wa­ren schon kurz nach dem Brand auf­ge­kom­men. Grund ist der ho­he Grad an Zer­stö­rung, den das Feu­er an­ge­rich­tet hat, der nicht mit den Fol­gen ei­nes nor­ma­len Zim­mer­bran­des ver­gleich­bar ist. Mög­li­cher­wei­se hat Sau­er­stoff den Brand an­ge­facht und für ei­ne star­ke Hit­ze ge­sorgt.

Seit dem Brand ist die Sta­ti­on 5 ge­schlos­sen. Der Be­trieb in der Rot­kreuz­kli­nik ging aber in nor­ma­lem Um­fang wei­ter. „Die Sta­ti­ons­teams sind seit dem Brand noch en­ger zu­sam­men­ge­rückt und ar­bei­ten Hand in Hand“, sagt Ver­wal­tungs­di­rek­tor Mar­co Clo­bes. An­ge­stell­te der Kli­nik hat­ten bei der Eva­ku­ie­rung der Pa­ti­en­ten ge­hol­fen – für ei­ni­ge ein trau­ma­ti­sches Er­leb­nis. „Ei­ni­ge Mit­ar­bei­ter wur­den nach dem Brand psy­cho­lo­gisch be­treut, um das Trau­ma bes­ser ver­ar­bei­ten zu kön­nen“, sagt Clo­bes. Und: „Je nach Be­darf wer­den sie auch heu­te noch be­glei­tet.“

Ur­sprüng­lich soll­te die Sta­ti­on 5 be­reits wie­der in Be­trieb sein. Das ver­zö­gert sich aber. Hin­ter­grund sind nach An­ga­ben der Kli­nik­lei­tung Über­le­gun­gen, den Zu­schnitt der Sta­ti­on zu än­dern.

Zur Hö­he des Scha­dens will sich die Schwes­tern­schaft erst nach Ab­schluss der Sa­nie­rung äu­ßern. Si­cher ist: die kurz nach dem Brand ge­schätz­ten 350000 Eu­ro wer­den nicht rei­chen.

Das Mit­ar­bei­ter-Som­mer­fest hat die Schwes­tern­schaft im Üb­ri­gen ge­nutzt, um al­len Brand­hel­fern, dem Ret­tungs­dienst und der Feu­er­wehr für ih­ren Ein­satz zu dan­ken. „Un­ser Mit­ar­bei­ter­fest war die­ses Jahr auch ein Hel­fer­fest“, sagt Clo­bes.

Fo­to: Pe­ter Mit­ter­mei­er

Die Rot­kreuz­kli­nik ist nach dem Brand im Fe­bru­ar im­mer noch Bau­stel­le. Fens­ter und Tei­le der Fas­sa­de im drit­ten Ober­ge­schoss muss­ten er­neu­ert, be­zie­hungs­wei­se re­pa­riert wer­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.