Ein­bre­cher rich­ten 80000 Eu­ro Scha­den an

Un­be­kann­te bre­chen mit bru­ta­ler Ge­walt in das Is­ny­er Fo­to­ge­schäft von Heinz Bu­cher ein und er­beu­ten et­wa 60 Ka­me­ras und Ob­jek­te be­kann­ter Mar­ken. Es ist nicht der ers­te Ein­bruch in die­sem Mo­nat in der Stadt

Der Westallgäuer - - Aus Dem Westallgäu | Nachbarschaft - VON TO­BI­AS SCHU­MA­CHER

Is­ny Schock und Wut sind Heinz Bu­cher im­mer noch an­zu­mer­ken: „Ich ha­be im Mo­ment nur noch Fo­to­al­ben, Bil­der­rah­men und Sta­ti­ve – der Rest ist al­les weg“, sagt er. In der Nacht zum Mitt­woch ha­ben Un­be­kann­te laut Po­li­zei zwi­schen Mit­ter­nacht und 1 Uhr sein Fo­to­ge­schäft in der Was­ser­tor­stra­ße in Is­ny aus­ge­raubt: „Ka­me­ras, Ob­jek­ti­ve und Spei­cher­kar­ten im Wert zwi­schen 70 000 und 80 000 Eu­ro“, sagt Bu­cher nach ei­ner ers­ten Schät­zung. Au­ßer­dem ent­stand ein Sach­scha­den, den er auf „min­des­tens 8000 bis 10 000 Eu­ro“ta­xiert.

Die Ein­bre­cher gin­gen mit bra­chia­ler Ge­walt zu Werk: Sie um­gin­gen ein schmie­de­ei­ser­nes, knapp drei Me­ter ho­hes Git­ter zum Gar­ten hin­ter dem An­we­sen und stie­gen ver­mut­lich über ei­ne ein­ein­halb Me­ter ho­he Mau­er, die den Gar­ten vom Park­platz hin­ter dem Rat­haus trennt. Wohl um nicht ent­deckt zu wer­den, ha­ben die Tä­ter den Be­we­gungs­mel­der der Gar­ten­be­leuch­tung de­mo­liert. „Ich ge­he da­von aus, dass sie das Ter­rain zu­vor er­kun­det ha­ben müs­sen – oder sie hat­ten In­si­der­wis­sen“, ver­mu­tet Bu­cher.

Hin­der­nis­se hät­ten ei­ne ei­ser­ne Git­ter­tür und ei­ne Si­cher­heits­tür am Hin­ter­ein­gang des La­dens dar­stel­len sol­len. Al­ler­dings über­wan­den die Tä­ter bei­de mit bra­chia­ler Ge­walt. Die Si­cher­heits­tür war so­gar mit fünf Stahl­zap­fen im stäh­ler­nen Tür­rah­men ver­rie­gelt, den die Ein­bre­cher je­doch ge­walt­sam, ver­mut­lich mit ei­nem Brech­ei­sen, nach au­ßen bo­gen und so ei­nen Zap­fen nach dem an­de­ren lö­sen konn­ten.

„Nie­mand hat et­was ge­hört, weil es zur Zeit des Ein­bruchs stark ge­reg­net hat“, er­in­nert sich Bu­cher. Er wohnt di­rekt über sei­nem La­den und war zur Tat­zeit noch wach . Das Ge­räusch, das der Re­gen auf ei­nem Son­nen­se­gel über der Ter­ras­se des be­nach­bar­ten Eis­ca­fés aus­löst, ha­be den Ein­bre­chern wohl in die Hän­de ge­spielt. Im La­den ris­sen die Ein­bre­cher die In­lets von 15 Fo­to­ta­schen und Ruck­sä­cken der Mar­ken Lo­we­pro und Pe­ter Had­ley her­aus, um die Beu­te da­rin weg­zu­schlep­pen. Bu­cher ver­misst an die 60 Ka­me­ras und Ob­jek­ti­ve der Mar­ken Ni­kon, Ca­non, Pa­na­so­nic, Olym­pus, So­ny und San­yo, au­ßer­dem „Spei­cher­kar­ten in Mas­sen“der Mar­ken Sun­disk, Tr­ans­cent, Ag­fa und Lexar: „Nur ak­tu­el­le Wa­re“, sagt der Fo­to­graf. An die Tä­ter spricht er ei­ne War­nung aus: „Ich ha­be al­le Se­ri­en­num­mern, von Ka­me­ras und Ob­jek­ti­ven und ich wer­de sie ver­öf­fent­li­chen.“

Bu­cher kennt sich aus mit Ge­braucht­wa­ren­platt­for­men im In­ter­net und den dor­ti­gen Ge­pflo­gen­hei­ten. Da er auch im Kun­den­auf­trag ver­kauft, re­cher­chie­re er oft, um den Ver­kaufs­wert zu er­mit­teln. Er kön­ne nur mut­ma­ßen, glaubt aber, dass die Ein­bre­cher sich schwer tun dürf­ten, das Die­bes­gut zu ver­sil­bern. „Im Neu­zu­stand als ge­braucht und oh­ne Rech­nung“sei schwie­rig, sagt Bu­cher, da sie die Ori­gi­nal­ver­pa­ckun­gen zu­rück­lie­ßen.

Ak­tu­ell wür­den Auf­nah­men von Über­wa­chungs­ka­me­ras aus­ge­wer­tet, be­rich­tet Bu­cher, au­ßer­dem ha­be die Spu­ren­si­che­rung der Po­li­zei sei­nen La­den un­ter­sucht, um even­tu­el­le Fin­ger­ab­drü­cke mit an­de­ren Ein­brü­chen ab­zu­glei­chen.

Und die häu­fen sich in Is­ny: Erst wur­den aus ei­nem Sport­ge­schäft Wa­ren im Wert von 10 000 Eu­ro ge­stoh­len. Ver­gan­ge­ne Wo­che bra­chen Un­be­kann­te in meh­re­re Gar­ten­häu­ser und an zwei auf­ein­an­der fol­gen­den Ta­gen in Hal­len und Bü­ro­räu­me zwei­er Is­ny­er Fir­men ein, wo Bar­geld, Bus­schlüs­sel und Lap­tops ver­schwan­den. Im ers­ten Fall be­zif­fert der In­ha­ber den Scha­den auf 2500 bis 3500 Eu­ro, im zwei­ten die Po­li­zei auf 13 000 Eu­ro. Mit den ge­schätz­ten 90 000 Eu­ro von vor­ges­tern sum­miert sich der Ein­bruch­scha­den in knapp ei­nem Mo­nat in Is­ny auf 120000 Eu­ro. Aus dem Kreis der Be­trof­fe­nen ist uni­so­no zu hö­ren, dass Ein­bre­cher in­zwi­schen ge­nau wüss­ten, dass sie un­ge­stört blei­ben, weil der Po­li­zei­pos­ten in Is­ny nicht mehr rund um die Uhr be­setzt ist. (sz)

Hin­wei­se auf die Tä­ter an die Po­li­zei in Wan­gen un­ter (0 75 22) 98 40.

Fo­to: To­bi­as Schu­ma­cher

Heinz Bu­cher vor der lee­ren Aus­la­ge sei­nes La­dens in der Is­ny­er Fuß­gän­ger­zo­ne, auf ei­nem Zet­tel, den er ins Schau­fens­ter ge­klebt hat, steht: „Wir sind in Kür­ze wie­der lie­fer­fä­hig. Durch ei­nen Ein­bruch in der Nacht zum Mitt­woch wur­de un­ser ge­sam­tes ak­tu­el­les Wa­ren­la­ger ge­stoh­len“.

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