Ju­ris­ti­sche Win­kel­zü­ge

Der Westallgäuer - - Meinung & Dialog -

Zu „Von der Will­kom­mens zur Wut­kul­tur“(Sei­te 1) vom 11. Ju­ni: Die­se er­schüt­tern­den und un­sag­bar trau­rig ma­chen­den Mor­de wie im Fall Su­san­na ha­ben nicht in ers­ter Li­nie mit An­ge­la Mer­kels Po­li­tik zu tun: An­wäl­te stop­pen seit län­ge­rem schon die Aus­wei­sung von straf­fäl­lig ge­wor­de­nen Flücht­lin­gen – wie auch im jüngs­ten Fall. Die­se An­wäl­te sind die ei­gent­li­chen Gestal­ter un­se­rer Flücht­lings­po­li­tik in Be­zug auf Ab­schie­bung, weil es ums Ge­schäft geht. Wo Mo­ral zu­guns­ten von Ge­schäft zu­rück­ge­drängt wird, da soll­te der Staat ei­nen Rie­gel schnellst­mög­lich vor­schie­ben. Win­kel­zü­ge und Tricks der An­wäl­te zie­hen die Ver­fah­ren ins End­lo­se und wer­den wohl noch län­ger so trau­ri­ge Fol­gen nach sich zie­hen wie den Mord an der un­schul­di­gen Su­san­na. Da­bei fängt das Wort An­walt doch ge­nau­so an wie das Wort An­stand.

Ha­rald Probst, Ait­rang

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.