Hef­ti­ger Streit um Grenz­po­li­zei

Op­po­si­ti­on spricht von Eti­ket­ten­schwin­del

Der Westallgäuer - - Bayern - VON HEN­RY STERN

Mün­chen Wäh­rend in Ber­lin über die mög­li­che Zu­rück­wei­sung von Flücht­lin­gen an der Gren­ze ge­strit­ten wird, de­bat­tiert der Baye­ri­sche Land­tag in­ten­siv die von Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Sö­der (CSU) an­ge­kün­dig­te Ein­füh­rung ei­ner ei­ge­nen „baye­ri­schen Grenz­po­li­zei“.

Al­lein der Na­me „Grenz­po­li­zei“sei man­gels ei­ge­ner baye­ri­scher Kom­pe­ten­zen für die Grenz­si­che­rung ein „Schum­mel­be­griff“, hielt der SPD-In­nen­ex­per­te Pe­ter Paul Gan­zer nun im In­nen­aus­schuss des Land­tags der CSU vor. Die Wahr­heit sei, dass die CSU-Re­gie­rung bes­ten­falls die Schlei­er­fahn­dung im Hin­ter­land aus­bau­en kön­ne, weil die Grenz­si­che­rung auch un­ter dem CSU-Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer al­lei­ni­ge Auf­ga­be der Bun­des­po­li­zei blei­be. Die Bun­des­po­li­zei se­he die baye­ri­schen Plä­ne des­halb „zu Recht als Miss­trau­ens­vo­tum“.

Mehr Si­cher­heit an der Gren­ze schaf­fe die CSU mit der neu eti­ket­tier­ten Po­li­zei­ein­heit des­halb nicht, glaubt Gan­zer. „Sie wol­len da­mit nur die Ängs­te be­ru­hi­gen, die sie selbst ge­schürt ha­ben.“Der Freie Wäh­ler Joa­chim Ha­nisch warn­te zu­dem vor ei­nem or­ga­ni­sa­to­ri­schen „Was­ser­kopf“: Mit dem Auf­bau ei­ner neu­en, zen­tral von Pas­sau aus ver­wal­te­ten Po­li­zei­ein­heit wer­de „viel Per­so­nal ver­schwen­det, das an­ders­wo drin­gend ge­braucht wür­de“.

Der Na­me „Grenz­po­li­zei“sei in der Tat „ei­ne Re­mi­nis­zenz an al­te Zei­ten“, in de­nen Bay­ern noch ei­ge­ne Kom­pe­ten­zen bei der Grenz­si­che­rung hat­te, räum­te der CSU-Po­li­zei­ex­per­te Man­fred Länd­ner ein. Die neue Grenz­po­li­zei sei da­ge­gen tat­säch­lich vor al­lem „ei­ne Fort­ent­wick­lung der Schlei­er­fahn­dung“. Mehr po­li­zei­li­che An­stren­gun­gen im Grenz­ge­biet sei­en aber nicht nur we­gen il­le­ga­ler Mi­gran­ten, son­dern auch we­gen „rei­sen­der Straf­tä­ter“nö­tig, fin­det Länd­ner. Die Grenz­po­li­zei ver­hin­de­re Straf­ta­ten in ganz Bay­ern. Mehr sicht­ba­re Prä­senz im Grenz­land sei zu­dem „gut für das Si­cher­heits­ge­fühl der Be­völ­ke­rung“. Die Ein­rich­tung der im End­aus­bau rund tau­send Be­am­te um­fas­sen­den Grenz­po­li­zei soll noch vor der Som­mer­pau­se end­gül­tig be­schlos­sen wer­den. »Kommentar

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