Der Ball kommt aus dem All

Heu­te Er­öff­nungs­spiel Russ­land ge­gen Sau­di-Ara­bi­en

Der Westallgäuer - - Fußball-wm 2018 -

Mos­kau Die gro­ßen Hoff­nun­gen von 145 Mil­lio­nen Rus­sen auf den Schul­tern – aber den­noch de­mons­tra­tiv lo­cker. „Wir wer­den sehr gut vor­be­rei­tet sein“, be­tont Russ­lands Na­tio­nal­trai­ner Sta­nislaw Tschertsches­sow vor dem WM-Er­öff­nungs­spiel am heu­ti­gen Don­ners­tag (17 Uhr) ge­gen Sau­di-Ara­bi­en. Vor den Au­gen von Wla­di­mir Pu­tin im re­no­vier­ten Mos­kau­er Lu­sch­ni­kiS­ta­di­on und Mil­lio­nen TV-Zu­schau­ern hofft das sport­lich kri­seln­de Rie­sen­reich auf den per­fek­ten Start ins Heim­tur­nier. Zu­letzt wa­ren so­gar Pu­tin Zwei­fel ge­kom­men. „Ich muss lei­der zu­ge­ben, dass un­se­re Mann­schaft jüngst kei­ne gu­ten Er­geb­nis­se er­zielt hat“, sag­te er.

Nach mo­na­te­lan­gen De­bat­ten über Kos­ten, Do­ping und Boy­kott sehnt der Gast­ge­ber den An­pfiff der Welt­meis­ter­schaft her­bei – mit ei­ner Mi­schung aus Zwei­fel und Vor­freu­de. Ein Ge­dan­ke eint das Land: bloß kei­ne Bla­ma­ge! Für die schärfs­ten Kri­ti­ker der Sbor­na­ja ist die Tra­gö­die fast un­aus­weich­lich. Über­al­tert sei das Team, sagt et­wa Sport­jour­na­list Ju­ri Semlja­now, zu­dem feh­le es an ei­ner Grund­idee.

Zu­letzt ha­gel­te es fast nur Nie­der­la­gen, das Team wir­ke wie wahl­los zu­sam­men­ge­wür­felt, meint Semlja­now. Am al­ler­we­nigs­ten in­ter­es­siert das ver­mut­lich Tschertsches­sow. „Wir ar­bei­ten hart und kon­zen­triert“, sagt der eins­ti­ge

Russ­lands Trai­ner lässt sich nicht be­ir­ren

Bun­des­li­ga­pro­fi von Dy­na­mo Dres­den. „Je­der kann sich da­von über­zeu­gen, auch Prä­si­dent Pu­tin. Ich la­de ihn hier­mit ein, sich das Trai­ning per­sön­lich an­zu­schau­en.“

Seit De­zem­ber 2010, als die WM 2018 Russ­land zu­ge­spro­chen wor­den war, konn­te sich das Land auf die Ver­an­stal­tung vor­be­rei­ten. Trai­ner und Ver­band soll­ten ei­ne kon­kur­renz­fä­hi­ge Mann­schaft auf­bau­en. „Die­se Zeit ist aber nicht ge­nutzt wor­den“, schrieb das Mos­kau­er Fach­blatt Sport-Ex­press. Im Aus­land an­ge­wor­be­ne Star­trai­ner wie Guus Hid­dink oder Fa­bio Ca­pel­lo stra­pa­zier­ten zwar die Ner­ven der Fans und die Kas­se des Ver­bands. Aber ei­ne Hand­schrift war bei ih­nen eben­so we­nig aus­zu­ma­chen wie ein Nach­wuchs­pro­gramm. Das Zu­sam­men­stel­len ei­nes Teams – es blieb bloß Stück­werk.

Und Russ­lands Geg­ner? Durch­aus selbst­be­wusst dürf­te das in der Welt­rang­lis­te drei Plät­ze bes­ser als Russ­land no­tier­te Sau­di-Ara­bi­en auf­lau­fen. Das acht­ba­re 1:2 im Test­spiel bei Welt­meis­ter Deutsch­land wird dem Au­ßen­sei­ter Auf­trieb ge­ge­ben ha­ben. Soll­te Russ­land ge­gen Sau­di-Ara­bi­en, Ägyp­ten und Uru­gu­ay die Grup­pen­pha­se über­ste­hen, wä­re das ein Uni­kat. Noch nie schaff­te die Sbor­na­ja den Sprung ins WM-Ach­tel­fi­na­le.

Für den er­sehn­ten Sieg im Er­öff­nungs­spiel be­müht der Gast­ge­ber da­her auch über­ir­di­sche Kräf­te: Der Ball kommt aus dem All. Zwei Mo­na­te lang um­kreis­te das Spiel­ge­rät an Bord der Raum­sta­ti­on ISS die Er­de. Vor we­ni­gen Ta­gen brach­te ein As­tro­naut dann die kos­mi­sche Ku­gel zu­rück.

Fo­to: dpa

Steht vor be­schäf­ti­gungs­rei­chen Ta­gen: Russ­lands lang­jäh­ri­ger Tor­hü­ter Igor Akin­fe­jew.

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