Die ers­te Drei Na­tio­nen WM

Die Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft 2026 fin­det in den USA, Ka­na­da und Me­xi­ko statt. Das Ame­ri­ka-Trio setz­te sich ge­gen Ma­rok­ko durch. Das ers­te Tur­nier mit drei Gast­ge­bern lie­fert noch ei­ne wei­te­re Pre­mie­re

Der Westallgäuer - - Fußball-wm 2018 -

Mos­kau US-Prä­si­dent Do­nald Trump ju­bel­te über den WM-Zu­schlag an das Ame­ri­ka-Trio, Kreml­Chef Wla­di­mir Pu­tin ge­noss sei­nen ers­ten gro­ßen Auf­tritt vor dem Welt­tur­nier in Russ­land. Und Fuß­ball-Boss Gi­an­ni In­fan­ti­no nutz­te die Büh­ne für ei­ne Wahl­kampf-An­sa­ge. Bei der Wahl der USA, Me­xi­kos und Ka­na­das als ge­mein­sa­me Gast­ge­ber der Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft 2026 im XXL-For­mat wur­de der Fi­fa-Kon­gress auch zur Büh­ne für die ganz gro­ße Po­li­tik. „Gra­tu­la­ti­on – ein gro­ßes Er­geb­nis har­ter Ar­beit!“schrieb Trump am Mitt­woch auf Twit­ter.

Der ame­ri­ka­ni­sche Drei­er­bund ent­schied das Ren­nen um die ers­te WM mit 48 Teil­neh­mern ge­gen Au­ßen­sei­ter Ma­rok­ko mit de­ren Bot­schaf­ter Lothar Mat­thä­us für sich – auch, weil dort be­reits al­le Sta­di­en ste­hen. „Wir ha­ben oh­ne je­den Zwei­fel ei­ne sehr star­ke und so­li­de Or­ga­ni­sa­ti­on ge­fun­den“, gra­tu­lier­te Fi­fa-Prä­si­dent In­fan­ti­no.

Nach dem Rin­gen um die Gunst der 203 wahl­be­rech­tig­ten Mit­glie­der der Fi­fa, in das sich Trump kräf­tig ein­ge­mischt hat­te, vo­tier­ten 134 Ver­bän­de für den Drei­er­bund. Auch der Deut­sche Fuß­ball-Bund stand auf­sei­ten der Sie­ger, hat­te aber deut­li­che Kri­tik an Trump für des­sen Dro­hun­gen ge­gen Län­der, die für Ma­rok­ko stim­men, ge­übt. Durch das Vo­tum sieht sich der DFB in sei­ner Be­wer­bung für die EM 2024 be­stä­tigt. „Das Vo­tum für die Ge­mein­schafts­be­wer­bung USA, Ka­na­da und Me­xi­ko kann man als Zei­chen wer­ten, dass die gro­ße Mehr­heit der Ver­bän­de auf Nach­hal­tig­keit Wert legt“, sag­te DFBPrä­si­dent Rein­hard Gr­in­del. Dies sei „auch Er­mu­ti­gung für uns, dass wir auf dem rich­ti­gen Weg sind.“Auf Ma­rok­ko ent­fie­len 65 Stim­men. Das Kö­nig­reich schei­ter­te be­reits zum fünf­ten Mal mit ei­ner WM-Be­wer­bung.

Erst­mals seit 1994 steigt ein Welt­tur­nier wie­der in den USA, Me­xi­ko ist nach 1970 und 1986 das drit­te Mal Gast­ge­ber ei­ner WM. Für Ka­na­da ist das Tur­nier ei­ne Pre­mie­re im Män­ner-Fuß­ball. Die drei Na­tio­nal­teams sind aber nicht au­to­ma­tisch qua­li­fi­ziert. Bei sei­ner Last­Mi­nu­te-Prä­sen­ta­ti­on setz­te das Trio auf den Fak­tor Ein­wan­de­rung und Welt­of­fen­heit, der in Gha­na ge­bo­re­ne und aus Li­be­ria ge­flo­he­ne Na­tio­nal­spie­ler Alp­hon­so Da­vies sprach emo­tio­nal vor den De­le­gier­ten.

Russ­lands Prä­si­dent Wla­di­mir Pu­tin, der ei­ne „tol­le, un­ver­gess­li­che“WM 2018 ver­sprach, be­trieb in­des Wahl­wer­bung für In­fan­ti­no, der sei­ne Kan­di­da­tur für ei­ne zwei­te Amts­zeit an. Die­ser ha­be die Or­ga­ni­sa­ti­on durch schwie­ri­ge Zei­ten ge­lei­tet. „Er blieb ru­hig, er ist ein ech­ter Kämp­fer.“Und in die­sem Sti­le in­sze­nier­te sich auch der Fi­fa-Boss als gro­ßer Heils­brin­ger. „Bei mei­nem Amts­an­tritt war die Fi­fa ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on, die kli­nisch tot war“, sag­te der 48-Jäh­ri­ge. „Heu­te zwei Jah­re und vier Mo­na­te spä­ter, lebt die Fi­fa, sie ist kern­ge­sund.“

Nach den neu­en Fi­fa-Sta­tu­ten kann In­fan­ti­no noch zwei­mal für vier Jah­re wie­der­ge­wählt wer­den. In sei­ner bis­he­ri­gen Amts­zeit stell­te der Schwei­zer die Re­form des skan­da­ler­schüt­ter­ten Welt­ver­bands in den Fo­kus. Und auch die Fi­nan­zen wer­te­te er zu sei­nen Guns­ten. Kri­ti­ker wer­fen ihm al­ler­dings vor, Grund­sät­ze des Pro­zes­ses zur De­mo­kra­ti­sie­rung zu miss­ach­ten.

Nach den Skan­da­len um die Ver- ga­be der WM 2018 an Russ­land und 2022 an Ka­tar war auch der Wahl­pro­zess für den Gast­ge­ber 2026 ge­än­dert wor­den. Nicht mehr die Fi­fa-Exe­ku­ti­ve, son­dern die Ver­samm­lung al­ler Mit­glieds­ver­bän­de stimm­te ab.

Bei der WM in acht Jah­ren ste­hen durch die er­höh­te Teil­neh­mer­zahl 80 statt der­zeit 64 Spie­le an. Die 48 Teams wer­den in 16 Vor­run­den­grup­pen ein­ge­teilt, 32 Mann­schaf­ten er­rei­chen die K.-o.-Run­de. 60 Par­ti­en wer­den in den USA und je­weils zehn in Me­xi­ko und Ka­na­da statt­fin­den.

Fo­to: Pa­vel Go­l­ov­kin, dpa

Ju­bel bei den De­le­gier­ten aus den USA so­wie aus Ka­na­da und Me­xi­ko: Die drei Na­tio­nen rich­ten ge­mein­sam die Fuß­ball Welt meis­ter­schaft 2026 aus.

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