„Bür­ger­be­geh­ren wür­de uns re­la­tiv we­nig be­ein­dru­cken“

Staat­li­ches Bau­amt sieht nur we­ni­ge Va­ri­an­ten für neue Tras­se der B32 bei Op­fen­bach. Ent­eig­nun­gen nicht aus­ge­schlos­sen

Der Westallgäuer - - Westallgäu -

Op­fen­bach Im Ge­mein­de­rat Op­fen­bach hat der neue, für die seit Mo­na­ten dis­ku­tier­te B 32-Orts­um­fah­rung zu­stän­di­ge Lei­ter im Staat­li­chen Bau­amt gleich mehr­fach deut­li­che Wor­te ge­fun­den. Ein Rau­nen in den Rei­hen der gut 30 Zu­hö­rer und Tei­len des Ra­tes lös­te er vor al­lem mit sei­ner Aus­sa­ge zu ei­nem ne­ga­ti­ven Vo­tum bei ei­nem mög­li­chen Bür­ger­be­geh­ren aus. „Das wür­de uns re­la­tiv we­nig be­ein­dru­cken“, sag­te Wer­ner Schmid. Er schließt auch Ent­eig­nun­gen nicht aus.

Schmid ver­wies auf den po­si­ti­ven Be­schluss des Ge­mein­de­ra­tes. Der sei für das Bau­amt das Si­gnal ge­we­sen, dass die Orts­um­fah­rung ge­wünscht sei. Er ver­wies zu­dem auf den Pla­nungs­auf­trag, der sich aus dem Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan er­gibt. Dem­nach sei die ge­plan­te Ver­le­gung der B 32 drin­gend not­wen­dig und auf­grund ei­nes gu­ten Preis-/ Leis­tungs­ver­hält­nis­ses auch zü­gig zu rea­li­sie­ren.

The­ma war die Orts­um­fah­rung auf­grund der jetzt vor­lie­gen­den Er­geb­nis­se der so­ge­nann­ten Rau­m­emp­find­lich­keits­ana­ly­se. Da­für hat ein Münch­ner Pla­nungs­bü­ro im Auf­trag des Stra­ßen­bau­am­tes die mög­li­chen Aus­wir­kun­gen ei­ner neu­en B32-Tras­se in ei­nem ins­ge­samt 145 Hekt­ar gro­ßen Ge­biet un­ter­sucht. Ein­ge­flos­sen sind da­bei mög­li­che Aus­wir­kun­gen auf Men­schen eben­so wie auf Tie­re, Pflan­zen, Kli­ma, Land­schaft, Was­ser so­wie Kul­tur- und Sach­gü­ter.

Das Er­geb­nis in­ter­pre­tier­te Amts­lei­ter Wer­ner Schmid da­hin­ge­hend, dass es für ei­ne neue Tras­se der B 32 „we­ni­ge Va­ria­tio­nen“gibt. In je­dem Fall sei ein Ab­zweig von der jet­zi­gen Stra­ßen­füh­rung süd­lich von Wi­gratz­bad und ein An­schluss der Orts­um­fah­rung öst­lich von Op­fen­bach die ein­zi­ge sinn­vol­le Va­ri­an­te. Ge­naue Tras­sen­vor­schlä­ge kön­ne es aber erst nach nun an­ste­hen­den Ver­mes­sun­gen und Pro­be­boh­run­gen ge­ben, sag­te Schmid. Für die et­wa 700 Me­ter lan­ge neue Stra­ße rech­net der Bund mit Kos­ten von 3,8 Mil­lio­nen Eu­ro. Den Bau ei­nes Tun­nels schließt Schmid aus: „Ich leh­ne ihn nicht ab, hal­te ihn aber auf­grund der Kos­ten nicht für rea­lis­tisch.“

Von Rats­mit­glied Paul St­raub dar­auf an­ge­spro­chen, woll­te Schmid auch Ent­eig­nun­gen nicht aus­schlie­ßen: „Die­se Mög­lich­keit gibt es nach der Pl­an­fest­stel­lung.“Bis da­hin sei es aber noch ein wei­ter Weg. Ziel sei im­mer der Grund­er­werb: „Ei­ne Ent­eig­nung ist die ab­so­lut letz­te In­stanz.“Dem müss­te auch das Land­rats­amt zu­stim­men. So sei ei­ne Ent­eig­nung am En­de auch „ei­ne po­li­ti­sche Ent­schei­dung“, be­ton­te Schmid. St­raub war es auch, der ei­nen mög­li­chen Kreis­ver­kehr zur Ent­schär­fung der Ver­kehrs­si­tua­ti­on in der Orts­mit­te an­sprach. Da­zu feh­le es laut Schmid aber an den not­wen­di­gen Grund­stü­cken. Und: „Ein Kreis­ver­kehr wür­de an den Haus­tü­ren der An­lie­ger vor­bei füh­ren.“Auch ei­ne ab­kni­cken­de Vor­fahrt der B32 wie in frü­he­ren Jah­ren schloss er als Lö­sung aus: „Das soll nicht mehr sein.“

Ei­ne Ge­samt­be­trach­tung der Ver­kehrs­si­tua­ti­on im West­all­gäu sei mög­li­cher­wei­se wün­schens­wert, sag­te Schmid. Al­ler­dings ge­he es jetzt um die Ent­las­tung der Orts­mit­te von Op­fen­bach. Und die sei ver­gleichs­wei­se schnell und kos­ten­güns­tig mit der Orts­um­fah­rung zu rea­li­sie­ren.

Die B 32 ist für Schmid die „un­um­strit­te­ne Num­mer Eins“der an­ste­hen­den Pro­jek­te im West­all­gäu. Da­her ge­he es nun auch Schritt für Schritt wei­ter. Die Ver­mes­sungs­ar­bei­ten sol­len im Som­mer er­fol­gen, die Boh­run­gen zur Bo­den­un­ter­su­chung in Ab­stim­mung mit den Grund­stücks­be­sit­zern „in ei­ner Zeit, in der es we­nig Flur­schä­den gibt“. Sein Ziel sei es, in ei­nem Jahr ei­nen Vor­ent­wurf vor­le­gen zu kön­nen. Die Ge­mein­de ha­be Ge­le­gen­heit, im Rah­men der Bau­pla­nung wie­der Stel­lung zu neh­men.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.