Zau­ber­haf­te Blas­mu­sik

Das Po­li­zei­or­ches­ter Bay­ern fei­ert mit ei­nem lau­ni­gen Pro­gramm das zehn­jäh­ri­ge Be­ste­hen des Prä­si­di­ums Schwa­ben Süd/West. Das Pu­bli­kum ju­belt

Der Westallgäuer - - Allgäu-Kultur - VON HA­RALD HOL­STEIN

Vor ge­nau zehn Jah­ren wur­de die Po­li­zei­di­rek­ti­on in Kempten zum Prä­si­di­um auf­ge­wer­tet. Im Zu­ge der Re­form wur­den Struk­tu­ren ge­strafft und das Po­li­zei­prä­si­di­um Schwa­ben Süd/West ge­schaf­fen. Zur Fei­er des run­den Ge­burts­ta­ges spiel­te das Po­li­zei­or­ches­ter Bay­ern un­ter Lei­tung von Pro­fes­sor Jo­hann Mö­sen­bich­ler im Kemp­te­ner Stadt­thea­ter. Mit ei­nem an­spruchs­vol­len und be­schwing­ten Be­ne­fiz­kon­zert lie­fer­te es ei­nen un­ter­halt­sa­men Rah­men, in dem auch der obers­te Di­enst­herr der Po­li­zei in Bay­ern, In­nen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann ei­ne Fe­st­re­de hielt (Ar­ti­kel un­ten). Der Mix aus Klas­sik, Film­mu­sik und Pop kam sehr gut an und sorg­te im voll­be­set­zen Stadt­thea­ter für hei­te­re Stim­mung.

Wohl­tä­tig­keits­ver­an­stal­tun­gen ge­hö­ren zu den Haupt­tä­tig­kei­ten des Baye­ri­schen Po­li­zei­or­ches­ters. Ne­ben re­prä­sen­ta­ti­ven Auf­ga­ben bringt es die Blas­ka­pel­le mit 45 stu­dier­ten Be­rufs­mu­si­ke­rin­nen und -mu­si­kern jähr­lich auf bis zu 60 Be­ne­fiz­kon­zer­te. Nach die­ser Ver­an­stal­tung gin­gen Spen­den je zur Hälf­te an die Kar­tei der Not, das Le­s­er­hilfs­werk un­se­rer Zei­tung, und an die Po­li­zei­stif­tung Bay­ern.

Ge­ne­ral­mu­sik­di­rek­tor Mö­sen­bich­ler er­öff­ne­te den Abend mit der fest­li­chen Fan­fa­re aus der Bal­lett­mu­sik „La Pé­ri“von Paul Du­kas. Die drei fol­gen­den Stü­cke stan­den un­ter dem pro­gram­ma­ti­schen Ti­tel Zau­bers. Da darf Mo­zarts Zau­ber­flö­te nicht feh­len. Mit sei­nen drei mar­kan­ten An­fangs­ak­kor­den eig­net sich die Ou­ver­tü­re der Oper auch gut für Blas­or­ches­ter. Ne­ben den Holz­blä­sern sorg­te ein Kon­tra­bass als ein­zi­ges Streich­in­stru­ment für ei­nen war­men Grund­ton. Im Wal­zer mit der Opus­zahl 170 be­schwört der fran­zö­si­sche Kom­po­nist Emil Wald­teu­fel den „Si­re­nen­zau­ber“. Nach ei­ner ru­hi­gen In­tro­duk­ti­on ka­ta­pul­tiert die Mu­sik die Hö­rer je­doch aus der grie­chi­schen My­tho­lo­gie di­rekt ins Wi­en der Jo­hann-Strauss-Epo­che. Ein be­ach­tens­wer­tes Por­trät des Zau­be­rers Gan­dalf aus dem Ro­man „Der Herr der Rin­ge“zeich­ne­te noch vor der be­rühm­ten Ver­fil­mung der hol­län­di­sche Kom­po­nist Jo­han de Meij in sei­ner 1. Sym­pho­nie aus dem Jahr 1989. Di­ri­gent Mö­sen­bich­ler führ­te mit die­sem Stück das Orches­ter zu ei­nem wuch­ti­gen und vo­lu­mi­nö­sen Klang. Der über­wie­gend jung be­setz­te Klang­kör­per be­ein­druck­te mit at­trak­ti­ven Brü­chen und at­mo­sphä­ri­scher Dich­te. Auch Ot­to­ri­no Re­spig­his klang­star­ke Be­schrei­bung der „Pi­ni­en von Rom“und High­lights aus dem Mu­sci­al „Kö­nig der Lö­wen“über­zeug­des ten, ja be­geis­ter­ten die Zu­hö­rer. Vor al­lem die prä­zi­sen und si­che­ren Ab­schlüs­se wa­ren ein Ge­nuss. Am En­de des lan­ge be­klatsch­ten Kon­zer­tes schaff­te es der Ober­ös­ter­rei­cher Mö­sen­bich­ler, der mit knall­ro­tem Kum­mer­bund, Ein­steck­tuch und Flie­ge di­ri­gier­te, mit dem gan­zen Saal ein „Hap­py Bir­th­day Po­li­zei­prä­si­di­um“an­zu­stim­men.

Mit Zu­ga­ben aus dem Film „Har­ry Pot­ter“und Paul­chen Pan­thers „Wer hat an der Uhr ge­dreht?“ging ein viel zu kur­zes, aber be­zau­bern­des und lau­ni­ges Kon­zert oh­ne Pau­se un­ter star­kem Bei­fall zu En­de.

Fo­to: Cris­toph Köl­le

Be­geis­ter­te im Stadt­thea­ter Kempten: das Po­li­zei­or­ches­ter Bay­ern un­ter Lei­tung von Jo­hann Mö­sen­bich­ler.

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