Hat mein Hund ’ne Ma­cke?

Tie­re Bel­len, schnap­pen, an der Lei­ne zie­hen: Wenn Hun­de sich nicht so ver­hal­ten, wie sie sol­len, kön­nen Ex­per­ten hel­fen. Was Tier-Trai­ner oder Tier-Psy­cho­lo­gen so ma­chen

Der Westallgäuer - - Sport - VON HE­LE­NA SCHWAR

Meis­tens ist Schmitt ein fried­li­cher Hund. Er geht ger­ne spa­zie­ren und spielt mit sei­nen Be­sit­zern, der Fa­mi­lie Ra­a­be. Doch es gibt ei­nen an­de­ren Hund in der Nach­bar­schaft, den Schmitt nicht mag. Wenn er ihn sieht, fängt er laut an zu bel­len, zieht hef­tig an sei­ner Lei­ne und kann sich nicht mehr be­ru­hi­gen. Neu­lich hat Schmitt auch nach Frau Ra­a­be ge­schnappt. Das hat ihr gro­ße Sor­gen ge­macht. Des­halb kommt seit kur­zem Do­ris La­piz in die Fa­mi­lie.

Do­ris La­piz nennt sich selbst Tier-Psy­cho­lo­gin. Sie hilft, wenn Hun­de sich an­ders ver­hal­ten, als sie sol­len. Do­ris La­piz sucht nach der Ur­sa­che und ar­bei­tet mit dem Hund und mit sei­nen Be­sit­zern dar­an. So et­was ma­chen auch Tier-Trai­ner. Da­bei geht es nicht im­mer nur um Hun­de, son­dern et­wa auch um Kat­zen und Pfer­de.

Die Grün­de für so ein Ver­hal­ten sind ganz un­ter­schied­lich. Es gibt zum Bei­spiel Tie­re, die schlim­me Din­ge er­lebt ha­ben. Sie wur­den viel­leicht ge­schla­gen oder ein­ge­sperrt. Dass Schmitt manch­mal so laut bellt und wü­tend wird, hat aber et­was mit sei­nem Cha­rak­ter zu tun. Die Ex­per­tin sagt: Er will dem an­de­ren Hund durch sein lau­tes Bel­len zei­gen, dass er der Stärks­te in der Nach­bar­schaft ist. Au­ßer­dem pro­vo­zie­re der an­de­re Hund Schmitt, sagt die Ex­per­tin. Pro­vo­zie­ren heißt, dass der an­de­re Hund Schmitt mit Ab­sicht är­gert.

Wenn Schmitt sich so über den an­de­ren Hund är­gert, geht es ihm schlecht. Er ist sehr auf­ge­regt, sein Herz schlägt schnell, er ist ge­stresst und da­nach im­mer sehr er­schöpft. Do­ris La­piz will Schmitt bei­brin­gen, sich von dem an­de­ren Hund nicht är­gern zu las­sen und sich zu be­ru­hi­gen. Das nennt man Im­puls­kon­trol­le. Ein Im­puls ist ei­ne Hand­lung, die Le­be­we­sen in be­stimm­ten Si­tua­tio­nen tun möch­ten. Wie et­wa schrei­en oder schla­gen. Bei Schmitt ist es das Bel­len.

Do­ris La­piz muss bei den Übun­gen sehr streng mit Schmitt sein. Sie hält ihn fest an der Lei­ne und zeigt ihm, dass er ne­ben ihr lau­fen soll. Wenn er viel bellt, be­fiehlt sie ihm, sich hin­zu­le­gen. So be­ru­higt er sich. Das klappt von Mal zu Mal im­mer bes­ser.

„Wenn ich ei­nem Tier hel­fen will, dann muss ich auch dem Be­sit­zer zei­gen, wie er am bes­ten mit sei­nem Tier um­geht“, sagt Frau La­piz. Do­ris La­piz muss Frau Ra­a­be bei­brin­gen, dass sie auch streng mit Schmitt sein muss. Das fällt ihr noch ein we­nig schwer. Do­ris La­piz muss noch ein paar Mal vor­bei­kom­men und mit Schmitt üben. Aber sie hat die Hoff­nung, dass der Hund Schmitt bald ler­nen wird, sich nicht mehr är­gern zu las­sen. (dpa)

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