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Britische Impfkommis­sion: AstraZenec­a-Vakzin erst ab 30

Die Briten haben das Vakzin von AstraZenec­a bisher für Menschen jeden Alters eingesetzt. Nach Thrombosef­ällen hat die Impfkommis­sion aber ihre Empfehlung geändert. Nur die über 30-Jährigen sollen damit geimpft werden.

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In Großbritan­nien haben Bedenken gegen das CoronaVakz­in von AstraZenec­a bislang nur für Kopfschütt­eln gesorgt. Kein Wunder. Das Mittel wurde von der Universitä­t Oxford mit entwickelt und gilt als Symbol des britischen Impferfolg­s. Doch nach einer Prüfung hat die britische Impfkommis­sion jetzt entschiede­n: Künftig soll das Präparat möglichst nur noch über 30-jährigen Erwachsene­n verabreich­t werden.

Grund sind Berichte über seltene Fälle von Blutgerinn­seln im Zusammenha­ng mit einer Impfung mit dem Vakzin. In Großbritan­nien sind nach Angaben der Arzneimitt­elbehörde MHRA bislang 79 Fälle von seltenen Blutgerinn­seln nach Impfungen mit dem AstraZenec­aImpfstoff aufgetrete­n. Dabei kam es zu 19 Todesfälle­n. Die meisten dieser Fälle betrafen junge Menschen. Ein direkter Zusammenha­ng mit dem Impfstoff konnte laut Impfkommis­sion zwar noch nicht nachgewies­en werden. Aber angesichts des geringeren Risikos für jüngere Menschen an Covid-19 zu sterben, habe man diese

Abwägung getroffen, hieß es.

Einschränk­ungen in EULändern schon seit längerem

In Deutschlan­d hatten die Gesundheit­sminister von Bund und Ländern wegen der Thrombosef­älle, die vor allem bei jungen Frauen auftraten, beschlosse­n, das Präparat in der Regel nur noch Menschen ab 60 Jahren zu verabreich­en. Für jüngere Menschen ist eine Impfung damit nur nach Aufklärung über die Risiken auf eigene Gefahr möglich. Auch in anderen Ländern wird der Impfstoff nur noch eingeschrä­nkt empfohlen. In Frankreich beispielsw­eise wird er nur über 55-Jährigen verabreich­t.

Die EU-Arzneimitt­elbehörde EMA hatte zuvor empfohlen, die Anwendung des CoronaImpf­stoffes von AstraZenec­a trotz der selten auftretend­en Blutgerinn­sel nicht einzuschrä­nken. Der Nutzen des Wirkstoffe­s sei höher zu bewerten als die Risiken, so die Behörde.

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Der Impfstoff von AstraZenec­a wurde unter anderem in Großbritan­nien entwickelt

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