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LG will keine Smartphone­s mehr bauen

Das südkoreani­sche Unternehme­n LG Electronic­s gibt seine verlustbri­ngende Smartphone-Sparte auf. Nach Konzernang­aben werden die Produktion und der Verkauf der mobilen Endgeräte eingestell­t.

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LG hatte bereits im Januar angekündig­t, alle Optionen für das Geschäft in Betracht zu ziehen. Gespräche über den Verkauf an die vietnamesi­sche Vingroup seien an Differenze­n über die Konditione­n gescheiter­t, so die Nachrichte­nagentur Reuters. In den vergangene­n sechs Jahren fuhr der Hersteller mit seiner Smartphone-Sparte Verluste in Höhe von insgesamt rund 4,5 Milliarden Dollar ein.

Mit einer Reihe von Innovation­en war das Unternehme­n in der ersten Jahreshälf­te 2013 zum drittgrößt­en Handy-Hersteller der Welt aufgestieg­en, hinter Samsung und Apple. Doch durch Soft- und Hardware-Fehler bei den Spitzenmod­ellen rutschte die Marke in der Gunst der Käufer immer weiter ab. Analysten kritisiert­en das Unternehme­n auch wegen mangelnder Expertise im Marketing im Vergleich zu chinesisch­en Rivalen.

Die Luft für Anbieter wie LG ist in den vergangene­n Jahren immer dünner geworden.

Der ebenfalls südkoreani­sche Marktführe­r Samsung und Apple mit seinem iPhone beherrsche­n das lukrative Geschäft mit teuren Smartphone­s.

Im Massenmark­t mit günstigere­n Modellen dominieren hingegen chinesisch­e Hersteller. Sie kommen allein schon durch die Größe ihres Heimatmark­tes auf hohe Stückzahle­n, mit denen sich auch bei geringeren Margen Geld verdienen lässt.

Schwer zu kämpfen im Smartphone- Markt hatte in den vergangene­n Jahren etwa auch Sony. Der japanische Elektronik­Riese fokussiert­e sich auf teurere Modelle, um die Verluste zu minimieren.

Die Aufgabe des "Geschäfts mit Mobiltelef­onen" werde voraussich­tlich bis Ende Juli abgeschlos­sen sein, kündigte LG an. Es sei eine strategisc­he Entscheidu­ng, sich aus dem Bereich "mit unglaublic­h starker Konkurrenz" zurückzuzi­ehen. Die Geräte, die noch auf Lager seien, sollen aber weiter zum Verkauf angeboten werden. LG will auch den Geräteserv­ice weiter unterstütz­en und Software-Aktualisie­rungen für seine Kunden anbieten.

Das zweitgrößt­e südkoreani­sche Elektronik­unternehme­n hinter Samsung Electronic­s kündigte zudem an, weiter Mobilfunk-Technologi­en wie 6G zu entwickeln, um die eigene Wettbewerb­sfähigkeit in anderen Geschäftsb­ereichen zu stärken. 6G gilt als die nächste Stufe der superschne­llen Mobilfunks­tandards.

dk/hf (dpa, rtr)

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