WOH­NEN UND AR­BEI­TEN AM SEE

Le­ben und Ar­bei­ten un­ter ei­nem Dach zu ver­ei­nen, ist nicht so ein­fach. Mit viel Fein­ge­fühl und Be­dacht ha­ben Ste­ne und Ul­ri­ka Magnus­son das per­fek­te Gleich­ge­wicht ge­fun­den.

Die Schoensten Landhaeuser - - INHALT -

Heim und B&B-Ho­tel zugleich: Ein Pär­chen macht es vor.

Der Traum, Stock­holm den Rü­cken zu keh­ren und ein ru­hi­ges und fried­li­ches Le­ben auf dem Land zu füh­ren, spuk­te schon lan­ge in den Köp­fen von Ste­ne und Ul­ri­ka Magnus­son her­um. Ver­liebt hat­ten sich der Art Di­rec­tor und die Sty­lis­tin in das klei­ne Städt­chen Ma­rif­red, di­rekt an ei­nem idyl­li­schen See ge­le­gen. Nach zwei Jah­ren Su­che hat­ten sie das pas­sen­de Haus ge­fun­den. „Wir woll­ten un­se­rem Sohn Kas­per, der da­mals zehn Jah­re alt war, ei­ne schö­ne Kind­heit auf dem Land er­mög­li­chen“, er­zählt Ul­ri­ka, „und wir hat­ten die Idee, Woh­nen und Ar­bei­ten un­ter ei­nem Dach zu ver­ei­nen.“Ste­ne und Ul­ri­ka woll­ten von zu Hau­se aus in Teil­zeit ar­bei­ten und ne­ben­bei ei­ne Bed and Bre­ak­fast-Pen­si­on ein­rich­ten. Das Haus, das am An­fang des 20. Jahr­hun­derts er­rich­tet wor­den war, war letzt­end­lich sträf­lich ver­nach­läs­sigt. Zu­vor wur­de es als Bü­ro­ge­bäu­de ge­nutzt. Die zahl­rei­chen klei­nen Räu­me zier­ten schril­le Ta­pe­ten aus den Sieb­zi­gern, und über­all lag Li­n­ole­um-Bo­den. All die­se Ein­rich­tungs­sün­den wur­den her­aus­ge­ris­sen und zahl­rei­che Wän­de ent­fernt. Ste­ne, ein be­gna­de­ter Self­made-Hand­wer­ker, bau­te ei­ne Er­wei­te­rung des Rau­mes über zwei Stock­wer­ke fast ganz aus Glas, die heute im Erd­ge­schoss den Ein­gangs­be­reich und im ers­ten Stock das Ess­zim­mer be­her­bergt. Die Auf­tei­lung des Hau­ses ist oh­ne­hin sehr un­ge­wöhn­lich. Wann

hat man schon das El­tern­schlaf­zim­mer di­rekt ne­ben der Kü­che? Doch ge­nau die­se An­ord­nung schaff­te den ma­xi­ma­len Platz und so konn­ten sich Ste­ne und Ul­ri­ka den Lu­xus ei­nes rie­si­gen Ba­de­zim­mers er­lau­ben, das vom Schlaf­zim­mer nur durch ei­nen klei­nen Gang ge­trennt ist, in dem sich das An­klei­de­zim­mer be­fin­det. Als die Fa­mi­lie das Haus kauf­te, wa­ren im Erd­ge­schoss be­reits zwei Apart­ments aus­ge­baut. Im Jah­re 2002 ver­mie­te­ten Ste­ne und Ul­ri­ka meh­re­re Zim­mer im zwei­ten Stock, die sich gro­ßer Be­liebt­heit er­freu­ten. So be­schlos­sen die bei­den, die Pen­si­on auf das Erd­ge­schoss zu er­wei­tern und ein Jahr spä­ter war „In My Gar­den B&B“ge­bo­ren. Die lu­xu­riö­se Ein­rich­tung der Zim­mer be­kam ei­ne ele­gan­te eng­li­sche No­te. In der Zwi- schen­zeit er­öff­ne­te Ul­ri­ka ei­nen klei­nen La­den in ei­nem Ne­ben­ge­bäu­de aus Holz im Gar­ten. Sie ver­kauf­te dort In­te­ri­eur und Klei­dung ver­schie­de­ner skan­di­na­vi­scher De­si­gner. Doch im Jahr 2004 war die Nach­fra­ge nach ih­rem B&B so groß, dass sie bei­des zeit­lich nicht mehr un­ter ei­nen Hut brin­gen konn­te. Ste­ne hat­te die Idee, das Holz­haus in ein ro­man­ti­sches Re­fu­gi­um zu ver­wan­deln, mit­ten im wun­der­schön ge­le­ge­nen Gar­ten mit di­rek­tem Blick auf den Mä­la­r­ensee. Si­cher­lich kein Wun­der, dass die­ses Apart­ment be­son­ders be­liebt bei Hoch­zeits­rei­sen­den ist. Ste­ne und Ul­ri­ka ha­ben die Ein­rich­tung sehr ein­fach ge­hal­ten und sich an dem rau­en Charme des Holz­hau­ses ori­en­tiert. Bis 2006 lief die Pen­si­on sehr gut, doch Ul­ri­ka und Ste­ne merk­ten,

„Un­se­re Pen­si­on wur­de so be­liebt, dass wir den Gäs­te­be­reich bald er­wei­tern muss­ten.“

dass die vie­le Ar­beit und der Man­gel an Pri­vat­sphä­re sie mehr und mehr er­schöpf­ten. „Es gab kaum Rück­zugs­mög­lich­kei­ten für uns als Fa­mi­lie“, er­in­nert sich Ul­ri­ka, „wir fin­den Gäs­te toll, aber wir fühl­ten uns in den ei­ge­nen vier Wän­den ein­fach nicht mehr zu­hau­se.“Wenn Kas­per Freun­de bei sich hat­te, muss­ten sie lei­se spie­len, um die Fe­ri­en­gäs­te nicht in ih­rer Ru­he zu stö­ren. Im­mer häu­fi­ger nah­men Ge­schäfts­leu­te bei Be­spre­chun­gen das Ess­zim­mer in Be­schlag, die Si­tua­ti­on war oft sehr an­ge­spannt. „Wir be­schlos­sen, die Zim­mer im ers­ten Stock für die Fa­mi­lie zu nut­zen und ga­ben ei­nen Teil des B&B auf“, er­zählt Ul­ri­ka und strahlt. Es blieb im­mer noch ge­nug Platz für Gäs­te und die Magnus­sons rich­te­ten sich für all ih­re Be­dürf­nis­se nach In- ti­mi­tät und Fa­mi­li­en­le­ben gut im Ober­ge­schoss ein. Das Erd­ge­schoss wur­de so­gar kom­plett neu ein­ge­rich­tet und auf­ge­teilt. Die klei­ne Kü­che wird jetzt ge­nutzt, um den Gäs­ten das Früh­stück zu­zu­be­rei­ten. Das Ess­zim­mer wur­de in ei­nen mon­dä­nen Früh­stücks­raum im Stil von Anous­ka Hem­pel um­ge­wan­delt. „Die Räu­me der Pen­si­on soll­ten in­tim und ge­müt­lich ge­stal­tet wer­den, ganz an­ders als der of­fe­ne und hel­le Stil des üb­ri­gen Hau­ses“, er­klärt Ul­ri­ka. Die Wän­de ließ sie in ei­nem dunk­len Gr­au­ton strei­chen. Es gibt vie­le Ti­sche für zwei, um das reich­hal­ti­ge Früh­stück zu ge­nie­ßen. Au­ßer­dem wur­den ein se­pa­ra­ter Ein­gang für die Gäs­te und zu­sätz­lich ein Bü­ro für Ste­ne ein­ge­rich­tet. „Es fühlt sich jetzt per­fekt an“, er­zählt Ste­ne, „wir

„Die Gäs­te lie­ben die ver­schie­de­nen Sti­le der Zim­mer und bu­chen im­mer ein an­de­res.“

Oben links: In die­ser Kü­che wird das Früh­stück für die Gäs­te zu­be­rei­tet, die sich ne­ben­an im ge­müt­li­chen Früh­stücks­raum für den Tag stär­ken. Oben rechts: Sämt­li­che Räu­me des B&B ha­ben ei­nen ein­la­den­den Cha­rak­ter. Auch die Gän­ge zwi­schen den Zim­mern...

TEXT: ABIGAIL EDWARS/NAR­RA­TI­VES • FO­TOS: ALUN CALLENDER/NAR­RA­TI­VES

Oben links: Kas­pers Zim­mer ist licht­durch­flu­tet und ge­müt­lich. Die Ta­pe­ten stam­men von „Ralph Lau­ren“(www.ralph lau­ren.de). Der bun­te Tep­pich setzt ei­nen fri­schen Ak­zent. Oben rechts: Das Bett­haupt hat Ul­ri­ka selbst ge­stal­tet. Die Bil­der ge­ben dem Raum...

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