GLÜCKS­GRIFF

Im Her­zen von York­shire ent­deck­te Fa­mi­lie Lamb wie durch ei­nen Wink des Schick­sals das per­fek­te Haus für sich. Es ent­spricht nicht nur ih­ren Wün­schen, son­dern hat vor al­lem ei­ne idea­le La­ge – was kur­ze We­ge zur Ar­beit und Schu­le ga­ran­tiert.

Die Schoensten Landhaeuser - - INHALT - TEXT: ANDREA RAMPL, HEA­THER DIXON FO­TOS: CO­LIN POOLE

In York­shire ent­deck­te Fa­mi­lie Lamb das per­fek­te An­we­sen mit ei­ner idea­len La­ge für al­le.

Auf dem Land le­ben? Ja, ger­ne! Aber nicht um je­den Preis, da­rin sind sich Sa­rah und Mat­t­hew Lamb ei­nig, da­mals wie heute. „Wir hat­ten viel Herz­blut, Schweiß und Trä­nen in den Aus­bau un­se­res letz­ten Hau­ses in­ves­tiert“, er­klärt uns Sa­rah. „Und als es na­he­zu fer­tig war, stell­ten wir fest, dass sich un­se­re Le­bens­um­stän­de der­art ver­än­dert hat­ten, dass der Ort ein­fach nicht mehr der rich­ti­ge für uns war.“Ihr Mann Mat­t­hew wur­de Ge­schäfts­füh­rer ei­nes Lo­gis­tik­un­ter­neh­mens und muss­te mor­gens und abends fast zwei St­un­den Au­to­fahrt zu sei­nem neu­en Bü­ro zu­rück­le­gen. Ih­re Töch­ter Char­lot­te und El­le be­such­ten in­zwi­schen hö­he­re Schu­len und wa­ren ge­zwun­gen, mehr­mals um­zu­stei­gen, um von ei­ner Tür zur an­de­ren zu ge­lan­gen. Die Si­tua­ti­on es­ka­lier­te, die Fa­mi­li­en­stim­mung wur­de im­mer an­ge­spann­ter und schließ­lich stand fest, dass ein Um­zug die ein­zi­ge Lö­sung dar­stell­te. „Es war ei­ne sehr schwe­re Ent­schei­dung“,

er­zählt die sym­pa­thi­sche Bri­tin. „Je­de Fa­ser mei­nes Her­zens hing an die­sem An­we­sen, aber in ers­ter Li­nie muss­ten wir un­se­ren Tag neu struk­tu­rie­ren, um wie­der mehr Zeit für­ein­an­der zu ge­win­nen.“An ei­nen Ver­kauf ih­res Ei­gen­heims war da­mals nicht zu den­ken. Gera­de zu der Zeit lag we­gen der Bör­sen­kri­se der Im­mo­bi­li­en­markt kom­plett brach. Al­so zo­gen die Lambs zu­nächst in ein für al­le güns­tig ge­le­ge­nes Miet­haus und lie­ßen das Ge­bäu­de leer ste­hen. Knapp ein­ein­halb Jah­re spä­ter hat­te sich die wirt­schaft­li­che Si­tua­ti­on er­holt, so­dass sie es in­ner­halb ei­ner Wo­che zu ei­nem gu­ten Preis ver­kau­fen konn­ten. Jetzt wa­ren die Wei­chen für die Su­che nach ei­nem neu­en Do­mi­zil ge­stellt. „Wir ent­wi­ckel­ten uns zu re­gel­rech­ten Be­sich­ti­gungs­tou­ris­ten“, er­in­nert sich Mat­t­hew. „Es ver­ging kein Wo­che­n­en­de, an dem wir nicht min­des­tens vier Ter­mi­ne ge­habt hät­ten.“Aber der zün­den­de Fun­ke sprang bei kei­nem der Ob­jek­te über. Kei­nes kam auch nur an­nä­hernd an die herr­li­che La­ge und den Flair ih­res letz­ten Wohn­sit­zes her­an. Zu­letzt freun­de­te sich die Fa­mi­lie mit ei­nem Bun­ga­low an und über­leg­te be­reits,

wie man es bau­lich so ver­än­dern kön­ne, dass es zu­min­dest halb­wegs zu ih­nen pass­te. „Es war ei­ne halb­her­zi­ge An­ge­le­gen­heit, ein Kom­pro­miss eben“, ge­steht uns Sa­rah. „Da­mals hat­te ich die Hoff­nung wirk­lich auf­ge­ge­ben und dach­te: Das Glück, so ein pas­sen­des Zu­hau­se zu fin­den, hat man eben nur ein­mal.“Dann, auf dem Weg zu dem Bun­ga­low, ent­deck­te Mat­t­hew beim Vor­bei­fah­ren ein ‘FOR SA­LE’-Schild. Er schau­te Sa­rah an, die so­gleich nick­te, und ei­ne Sei­ten­stra­ße wei­ter fan­den sie sich vor ei­nem um­ge­bau­ten Ge­trei­de­spei­cher aus dem 18. Jahr­hun­dert wie­der. „Wir konn­ten es kaum glau­ben. Es sah un­se­rem al­ten Wohn­sitz so ähn­lich, und der Gar­ten mit sei­nen blü­hen­den Obst­bäu­men war für mich der ab­so­lu­te Traum“, er­in­nert sich Sa­rah. Auch die In­nen­räu­me hiel­ten, was das Äu­ße­re ver­sprach. Al­le Zim­mer sind groß, hell und freund­lich. Auf den Bö­den ge­ben sich Na­tur­stein, Mas­siv­holz und Woll­tep­pi­che ein har­mo­ni­sches Stell­dich­ein, was dem Ge­schmack der Fa­mi­lie ent­spricht. Es war le­dig­lich ei­ne For­ma­li­tät, bis man sich han­dels­ei­nig wur­de. Be­reits we­ni­ge Wo­chen spä­ter konn­ten die Lambs ein­zie­hen. Ih­re ur-

sprüng­li­che Ein­rich­tung, ei­ne wohn­li­che Kombination aus An­ti­qui­tä­ten und mo­der­nen Land­haus­mö­beln, pass­te so per­fekt ins Am­bi­en­te, dass man mei­nen könn­te, das Haus hät­te nur auf sie ge­war­tet. Sa­rah ließ sich mit der De­ko­ra­ti­on von Tex­ti­li­en, Bil­dern und Ac­ces­soires erst ein­mal Zeit. „Ich woll­te zu­nächst ein Ge­spür für die Räu­me ent­wi­ckeln“, meint die glück­li­che Ei­gen­tü­me­rin. „Se­hen, wann und wie das Licht in die Räu­me fällt und wel­ches Stück wo am bes­ten zur Gel­tung kommt.“Ihr Fai­b­le für na­tür­li­che Far­ben und Ma­te­ria­li­en ist über Jah­re hin­weg ent­stan­den. Da­zu kom­men die in­ten­si­ven Ein­drü­cke, die sie auf ih­ren Rei­sen nach Frank­reich, Por­tu­gal, Spa­ni­en, den Ka­na­ri­schen In­seln und Me­xi­ko ge­sam­melt hat. Bei nä­he­rem Hin­se­hen spie­geln sich die­se in der Gestal­tung der Räu­me auch wi­der. „Im Mo­ment ver­mit­telt mir die Ein­rich­tung ei­nen Spa­zier­gang am Strand und er­in­nert an wo­gen­de Korn­fel­der“, fin­det Sa­rah und lä­chelt ver­träumt. „Doch der Grund­riss ist viel­sei­tig, ge­nau wie ich es auch bin. Und dar­um ist es mir ein Leich­tes, mit ein paar Hand­grif­fen ei­ne an­de­re Stim­mung, pas­send zur Jah­res­zeit, zu er­zeu­gen.“

Treff­punkt In der Kü­che kommt die gan­ze Fa­mi­lie zu­sam­men, be­spricht täg­li­che Vor­ha­ben und ge­nießt hier die Mahl­zei­ten. Som­mer­bee­ren End­lich ist es so weit: Die ers­ten Erd­bee­ren aus dem ei­ge­nen Gar­ten schme­cken so süß wie sie aus­se­hen.

Le­bens­raum Na­tür­li­che Far­ben und or­ga­ni­sche Stof­fe ver­mit­teln ei­ne hei­te­re At­mo­sphä­re. Sou­ve­nirs er­in­nern an ma­gi­sche Rei­se­er­leb­nis­se. Lieb­lings­platz Sa­rah gönnt sich hier und da ganz be­wusst ei­ne Aus­zeit, die sie mit ei­ner Tas­se hei­ßem Tee und ei­ner...

Pa­ra­dies im Grü­nen Am liebs­ten hält sich Sa­rah in ih­rem Gar­ten auf. Hier schnei­det sie fri­sche Blu­men, die sie in Va­sen ar­ran­giert und in den Zim­mern ver­teilt. Ter­ri­er Gin­ny passt auf, dass al­les sei­ne Ord­nung hat.

Mäd­chen­zim­mer El­le wünsch­te sich ei­nen hüb­schen Raum in zar­ten Blau­tö­nen, die Toi­le de Jouy-Ta­pe­te war ih­re Idee. Er­ho­lungs­ge­biet Sanf­te Far­ben und zar­te Stof­fe sind ide­al, um Kör­per und Geist in das Traumland zu ent­sen­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.