EIN ZU­HAU­SE IM VIN­TA­GE-LOOK

In ei­ner Alt­bau­woh­nung in München ha­ben Sil­ke und Ralf Bu­e­strich ei­ne ro­man­ti­sche Shab­by Chic-Oa­se ge­schaf­fen. Hier hat je­des Stück ei­ne Ge­schich­te ...

Die Schoensten Landhaeuser - - INHALT - TEXT: K. KÜHL, M. SCHRO­EDER, FO­TOS: WIN­FRIED HEINZE/LI­VIN­G4ME­DIA

Shab­by Chic-Flair in ei­ner Münch­ner Stadt­woh­nung.

Ge­duld ist ei­ne von Sil­ke Bu­e­strichs Tu­gen­den. Ei­ne gu­te Vor­aus­set­zung, wenn man im heiß um­kämpf­ten Im­mo­bi­li­en­markt Mün­chens sei­ne Traum­woh­nung sucht. Doch für Vin­ta­ge-Fans wie Sil­ke und ih­ren Mann Ralf, die fast ih­re ge­sam­te Frei­zeit auf Floh­märk­ten ver­brin­gen, ist schon die Su­che Teil des Ziels. Mit viel Lie­be und ei­nem fei­nen Ge­spür für Far­ben und Ma­te­ria­li­en ha­ben die Bu­e­strichs ih­re Alt­bau­woh­nung in­mit­ten der bay­ri­schen Lan­des­haupt­stadt ein­ge­rich­tet und de­ko­riert. „Als ich ein Kind war, nahm mich mei­ne Mut­ter im­mer mit, wenn sie auf den Floh­markt ging. Und so wur­de ih­re Lei­den­schaft mit der Zeit zu mei­ner ei­ge­nen“, er­klärt die Wahl-Münch­ne­rin. Dass sie dann auch noch den pas­sen­den Mann zu die­ser Lei­den­schaft fand, war ein ech­ter Glücks­fall: „Er lässt mich all mei­ne Ein­rich­tungs­ide­en aus­pro­bie­ren, selbst die fe­mi­n­ins­ten“, lacht sie. „Mitt­ler­wei­le sind ihm die vie­len ro­man­ti­schen Blu­men­mus­ter rich­tig ans Herz ge­wach­sen“,

Kaum zu un­ter­schei­den: Die meis­ten Mö­bel und Ac­ces­soires sind ori­gi­nal Vin­ta­ge – ei­ni­ge Stü­cke se­hen je­doch nur so aus.

fügt sie mit ei­nem Schmun­zeln hin­zu. So wur­de die Woh­nungs­ein­rich­tung zum ge­mein­sa­men Hob­by der bei­den. Wo an­de­re Paa­re ih­re Zeit auf dem Ten­nis­platz oder beim Wan­dern ver­brin­gen, stö­bern Sil­ke und Ralf bei Ebay oder rei­sen quer durch Deutsch­land, Bel­gi­en und Frank­reich auf der Su­che nach neu­en Schät­zen. Das Herz­stück ih­rer Ein­rich­tung ist die 15 Qua­drat­me­ter gro­ße Kü­che: Hier zeigt je­des Mö­bel­stück, je­des Kis­sen und je­de Tas­se ei­ne Pa­ti­na, die das Herz al­ler Shab­by Chic-Fans hö­her schla­gen lässt. Den Bo­den zie­ren hun­dert Jah­re al­te Pi­ni­en­holz-Die­len, die aus ei­ner al­ten Ge­trei­de­müh­le stam­men. Den Kü­chen­tisch er­gat­ter­te Sil­ke auf ei­nem Floh­markt in Ber­lin, die fran­zö­si­schen Gar­ten­stüh­le stam­men aus München. Die ka­rier­ten Kis­sen näh­te die Haus­her­rin selbst – selbst­ver­ständ­lich aus al­ten Stof­fen. Ob­wohl ein Groß­teil der Ein­rich­tung ori­gi­nal Vin­ta­ge ist, se­hen man­che Stü­cke auch nur so aus, als hät­ten sie schon meh­re­re Le­ben hin­ter sich. Die Kü­chen­schrän­ke zum Bei­spiel wur­den von ei­nem be­gab­ten Tisch­ler auf alt ge­trimmt und mit täu­schend ech­ten Holz­wurm­lö­chern ver­se­hen. So bie­ten sie ei­ne schö­ne Ku­lis­se für Sil­kes Por­zel­lan­samm­lung. „Das Bes­te an un­se­rem Zu­hau­se ist, dass je­des Mö­bel­stück und je­des Ac­ces­soire sei­ne ei­ge­ne Ge­schich­te er­zählt“, schwärmt sie. Um die be­tag­ten Stü­cke ge­büh­rend in Sze­ne zu set­zen, ent­schied sich das Ehe­paar, die Wän­de der Woh­nung schlicht in Weiß zu hal­ten. Auch vie­le der grö­ße­ren Mö­bel­stü­cke sind in zar­ten Pa­s­tell­far­ben ge­stri­chen, die Sil­ke zum Teil in meh­re­ren La­gen auf­ge­tra­gen hat, um ei­nen au­then­ti­schen Vin­ta­geLook zu kre­ieren. Trotz der zahl­rei­chen Ac­ces­soires, die je­de noch so klei­ne Ni­sche zie­ren, wirkt die Woh­nungs­ein­rich­tung sehr har­mo­nisch. Sil­kes ge­lieb­te Blu­men­mo­ti­ve wir­ken da­bei wie ein ro­ter Fa­den, der sich durch al­le Räu­me zieht – und auch dar­über hin­aus: Ne­ben dem Shab­by Chic ist das zwei­te Hob­by

der Haus­her­rin die Gar­ten­ar­beit. Im Som­mer dient der grün be­wach­se­ne Bal­kon der Bu­e­strichs als zwei­tes Ess­zim­mer und Son­nen­platz für Ka­ter Leo. Auch im Haus fin­den sich in je­dem Raum fri­sche Blu­men, die hübsch in an­ti­ken Krü­gen oder Email­wan­nen ar­ran­giert wur­den. Für Sil­ke ist es wich­tig, die Ein­rich­tung le­ben­dig zu hal­ten – sei es durch Blu­men oder re­gel­mä­ßi­ges Um­de­ko­rie­ren. Ih­re zahl­rei­chen Floh­markt­be­su­che kom­men ihr da­bei zu­gu­te: Wenn ihr et­was aus der Woh­nung nicht mehr ge­fällt, ver­kauft sie es ein­fach wie­der und macht so­mit Platz für neue al­te Fund­stü­cke. „Frü­her ge­fiel mir der bri­ti­sche Cottage-Stil be­son­ders gut, in­zwi­schen be­vor­zu­ge ich eher den fran­zö­si­schen Land­haus-Look“, sagt Sil­ke. Da liegt es na­he, dass das Paar schon vom nächs­ten Kauf träumt: ei­nem klei­nen Châ­teau in Frank­reich.

Die ro­man­ti­schen Blu­men­mo­ti­ve zie­hen sich wie ein ro­ter Fa­den durch al­le Räu­me.

Oben links: Email­lier­te Kü­che­nu­ten­si­li­en wie Sie­be, Kan­nen, Ei­mer und Schöpf­kel­len sind die per­fek­te De­ko für ei­ne Vin­ta­ge-Kü­che. Bei Sil­ke wer­den sie aber auch täg­lich be­nutzt: „Das ist ja kein Mu­se­um, son­dern un­se­re Woh­nung“, schmun­zelt sie. Un­ten...

Rechts un­ten: Sil­ke be­weist ein fei­nes Ge­spür bei der De­ko­ra­ti­on ih­rer Land­haus­kü­che. Ob­wohl sie je­den noch so klei­nen Platz nutzt, um ih­re Floh­markt­fun­de zu prä­sen­tie­ren, wirkt die Ein­rich­tung nicht chao­tisch. Ihr Tipp: Sie kauft bzw. streicht al­le...

Links oben: Die Kis­sen für ih­re fran­zö­si­schen Gar­ten­stüh­le näh­te Sil­ke selbst. Rechts oben: Wei­ße und creme­far­be­ne Mö­bel bie­ten ei­ne schlich­te Ku­lis­se für die vie­len Vin­ta­ge-Ac­ces­soires. Rechts un­ten: Da ist doch der Wurm drin: Ein Tisch­ler ver­pass­te...

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