EIN­LA­DUNG ZUM BLAUMACHEN

Die al­ten Ka­chel­öfen wur­den ganz har­mo­nisch in die Ein­rich­tung in­te­griert

Die Schoensten Landhaeuser - - INHALT 4/2018 - TEXT: A. KAMPMANN, C. REU­TER • FO­TOS: PERNILLA HED/INA AGENCY

War­um Mo­ni­ca Wert auf ein blau-wei­ßes In­te­ri­eur legt.

Mo­ni­ca und Tho­mas lie­ben ihr ty­pisch nor­di­sches Haus. Als In­spi­ra­ti­on für die drin­gend not­wen­di­ge Re­no­vie­rung stö­ber­te das Paar auf Floh­märk­ten – und in dem ein oder an­de­ren al­ten Fo­to­al­bum.

Das Wohn­zim­mer ... bie­tet die per­fek­te An­lei­tung für al­le Weiß-Fans: La­ckier­te Holz­de­cken, hel­le Wän­de und die pas­sen­de So­fa­land­schaft las­sen den licht­durch­flu­te­ten Raum noch grö­ßer wir­ken. Ac­ces­soires wie der Sis­al­tep­pich und der Le­der­bei­stell­tisch die­nen als war­mer Rah­men.

Ein­fach mal ent­spannt in Er­in­ne­run­gen schwel­gen – als Mo­ni­ca und Tho­mas den Um­bau ih­res hun­dert­jäh­ri­gen Hau­ses plan­ten, gin­gen die bei­den erst ein­mal auf Spu­ren­su­che. Wäh­rend sich die meis­ten an­de­ren Haus­be­sit­zer von Ka­ta­lo­gen oder Mö­bel­häu­sern in­spi­rie­ren las­sen, hat­te das Paar sei­ne ganz ei­ge­nen Vor­stel­lun­gen: Kaum hat­ten sie die Schlüs­sel für das Häu­schen mit dem hübsch ver­zier­ten Dach in der Hand, er­kun­de­ten die Schwe­den auch schon die Um­ge­bung, un­ter­hiel­ten sich lan­ge mit Nach­barn und blät­ter­ten in mitt­ler­wei­le leicht ver­gilb­ten Fo­to­al­ben. Wo­zu die gan­ze Ar­beit? Die bei­den woh­nen nicht nur um­ge­ben von un­be­rühr­ter Na­tur am äu­ßers­ten Zip­fel der Stock­hol­mer Schä­ren­gär­ten, son­dern auch in ei­nem An­we­sen, hin­ter des­sen zart­grau­er Holz­fas­sa­de sich ei­ne er­eig­nis­rei­che Ge­schich­te ver­birgt. Dank ih­rer aus­gie­bi­gen Re­cher­che kön­nen die heu­ti­gen Ei­gen­tü­mer fast al­le ehe­ma­li­gen Be­woh­ner samt Stil­ver­än­de­run­gen bis in die Bau­zeit um 1900 zu­rück­ver­fol­gen: „Zu­letzt leb­te hier ein est­ni­scher Fi­scher, der sei­ne He­rings­aus­beu­te an die Tou­ris­ten ver­kauf­te. Ne­ben­an konn­te man dann gleich noch beim Bä­cker und Le­bens­mit­tel­händ­ler vor­bei­schau­en“,

Im Ess­zim­mer ... wird un­ter ei­nem pracht­vol­len Kron­leuch­ter ge­speist. Auch der bunt ge­misch­te Stuhl­kreis vol­ler Floh­markt­schnäpp­chen fin­det hier ei­nen Platz.

In der Kü­che ... hat das schwe­di­sche Paar sei­ne Lei­den­schaft für Blau und Weiß aus­le­ben kön­nen. Die be­tag­ten Mo­sa­ik­flie­sen dien­ten da­bei als In­spi­ra­ti­on. Um die gro­ße Schrank­wand auf der lin­ken Sei­te auf­zu­lo­ckern, hat Mo­ni­ca ge­streif­te Stoff­vor­hän­ge ge­näht.

be­rich­tet Mo­ni­ca schmun­zelnd. Auch im In­ne­ren des Hau­ses, das erst nach neun­mo­na­ti­ger Re­no­vie­rungs­zeit wie­der be­wohn­bar war, zieht sich die­se Nost­al­gie wie ein ro­ter Fa­den durch al­le Räu­me: Im­mer wie­der be­geg­net man nost­al­gi­schen Ka­chel­öfen, de­ren wei­ße Flie­sen heu­te noch ge­nau­so glän­zen wie vor 100 Jah­ren, und auch der Rest der Ein­rich­tung strahlt je­de Men­ge Charme aus. Erb­stü­cke, wie der mit Elch­le­der be­zo­ge­ne Ho­cker von Mo­ni­cas Oma, und al­ler­lei Floh­markt­schät­ze ver­schmel­zen in den gro­ßen, licht­durch­flu­te­ten Zim­mern zu ei­nem fa­mi­li­är-be­hag­li­chen Stil­mix, wäh­rend ma­ri­ti­mes BlauWeiß und nau­ti­sche Sturm­la­ter­nen auf den Fens­ter­bän­ken ei­ne Hom­mage an das Meer dar­stel­len. Hier und da macht sich so­gar die Sport­lei­den­schaft des Haus­herrn be­merk­bar: „Ich ha­be nicht nur ein Fai­b­le für sämt­li­che Sport­ar­ten, son­dern samm­le auch lei­den­schaft­lich ger­ne Ten­nis­schlä­ger aus den 1920er- und 40er-Jah­ren – zum Glück ha­ben wir ge­nü­gend lee­re Wän­de, an de­nen ich mei­ne Kol­lek­ti­on prä­sen­tie­ren kann“, er­klärt der be­geis­ter­te Gol­fer und Ten­nis­spie­ler grin­send. Am meis­ten macht sich Mo­ni­cas und Tho­mas’ Zei­t­rei­se in die Ver­gan­gen­heit aber im Gar­ten be­merk­bar: Durch aus­gie­bi­ge Ge­sprä­che mit alt­ein­ge­ses­se­nen Nach­barn konn­ten sie das ver­nach­läs­sig­te Are­al ori­gi­nal­ge­treu re­kon­stru­ie­ren. Mitt­ler­wei­le ge­langt man wie­der durch nost­al­gi­sche Gar­ten­tör­chen auf schma­le Kies­we­ge, die sich sanft an üp­pi­gen Blu­men und Sträu­chern vor­bei­sch­län­geln. Und wenn man un­ter dem blü­hen­den Ap­fel­baum vor der Ein­gangs­tür steht, kann man manch­mal so­gar das Was­ser in der na­he­ge­le­ge­nen Bucht plät­schern hö­ren.

Klei­ne Bil­der oben: Die un­re­gel­mä­ßi­gen St­ein­flie­sen im Flur pas­sen gut zum Cha­rak­ter des al­ten Hau­ses; blau-wei­ßes Vin­ta­ge-Por­zel­lan. Links: Im Wohn­zim­mer steht ei­ner von ins­ge­samt fünf im­po­san­ten schwe­di­schen Ka­chel­öfen.

Links: Die Mö­bel im Schlaf­zim­mer stam­men al­le­samt aus schwe­di­schen An­ti­klä­den. Mo­ni­cas Lieb­lings­stück ist die ge­blüm­te Chai­se­longue. Oben: Auch von au­ßen ei­ne Au­gen­wei­de: die ver­zier­te Fas­sa­de vor blü­hen­den Ap­fel­bäu­men. Wie hell das Haus von in­nen ist,...

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