WER BRAUCHT SCHON FAR­BE...

Die Schoensten Wohntraeume - - NORWEGEN - TEXT: V. SCHMIDT / FO­TOS: T. THORSEN

... wenn er in war­mes Scho­ko­braun ein­tau­chen kann. Wie woh­lig das Woh­nen in Na­tur­tö­nen sein kann, zeigt Li­ne Dam­mens klei­nes Reich.

Far­ben wird man in Li­ne Dam­mens Woh­nung ver­geb­lich su­chen – au­ßer ih­re klei­nen Töch­ter El­la und An­na sind mit Bunt­stif­ten un­ter­wegs. Sonst be­wegt sich die Ein­rich­tung in ei­ner war­men Farb­pa­let­te zwi­schen Cre­me­weiß, Ka­ra­mell und Scho­ko­braun – in al­len nur er­denk­li­chen Nuan­cen. Herz­stück des Apart­ments mit­ten in Os­lo sind die hel­len Kie­fern­holz­die­len: „In ei­nen gu­ten Holz­bo­den soll­te man in­ves­tie­ren“, fin­det die Haus­her­rin. „Das ist schon die hal­be Ein­rich- tung, dann kann man auch gut auf Mö­bel ver­zich­ten.“Li­ne weiß, wo­von sie spricht: Nach ih­rer Aus­bil­dung in Peru­gia zur In­te­ri­or- und Mö­bel­de­si­gne­rin rich­te­te sie zahl­rei­che Häu­ser ein, spä­ter ar­bei­te­te sie als Chef­re­dak­teu­rin für die nor­we­gi­sche El­le De­co­ra­ti­on. Die 44Jäh­ri­ge liebt es, in ei­nen wah­ren Far­b­rausch ein­zu­tau­chen, zum Bei­spiel bei ih­ren zahl­rei­chen Rei­sen in den Orient – um da­nach in die re­du­zier­te Na­tür­lich­keit ih­rer ei­ge­nen vier Wän­de zu­rück­zu­keh­ren. Vor zwei Jah­ren zog sie mit

ih­rem Le­bens­ge­fähr­ten Pål in das fast 100 Jah­re al­te An­we­sen und die bei­den be­gan­nen, das Haus nach ih­ren Vor­stel­lun­gen um­zu­ge­stal­ten. Sie ver­setz­ten Wän­de, ver­grö­ßer­ten die Fens­ter – und form­ten aus den be­schei­de­nen 83 Qua­drat­me­tern ein ge­müt­li­ches Familiennest. Und in die­sem fin­den an­ti­ke Erb­stü­cke von Li­nes Groß­mut­ter eben­so ih­ren Platz wie De­sign-Ob­jek­te. „Es ist schon ewig her, dass ich selbst et­was ge­kauft ha­be“, be­kennt Li­ne. „Lie­ber set­ze ich be­reits vor­han­de­ne Din­ge neu in Sze­ne, et­wa mit ei­nem fri­schen An­strich. Das ist für mich im Grun­de der span­nends­te Pro­zess beim Ein­rich­ten!“

Schön muss nicht teu­er sein: Die Kü­che ist von Ikea, die Fron­ten hat Li­ne ei­gen­hän­dig in mat­tem Schwarz ge­stri­chen.

Gro­ßes Bild: Das Ge­schirr ist aus­schließ­lich in sanf­ten Na­tur­tö­nen ge­hal­ten. 1. Die schwar­zen Ikea-Re­ga­le set­zen Kü­che­nu­ten­si­li­en de­ko­ra­tiv in Sze­ne. 2. Aufs We­sent­li­che re­du­ziert: In der Kü­che hängt die Pen­del­leuch­te „E 27 So­cket Lamp“von Muu­to. 3. Ein­mach­glä­ser ha­ben im­mer Sai­son, z. B. als Müs­li­be­häl­ter.

Über die Jah­re wur­de der Kran­ken­haus-Schrank fünf Mal um­ge­stri­chen. Jetzt zeigt er sich ganz na­tür­lich im Shab­by-Look.

Gro­ßes Bild: Ganz in Weiß: Das Wohn­zim­mer hat Li­ne be­wusst pu­ris­tisch ge­hal­ten. 1. An die Klei­der­ha­ken im Flur kom­men auch die Klei­nen ran. Dar­über hän­gen Fa­mi­li­en­fo­tos. 2. Ein Werk von Li­nes Lieb­lings­fo­to­graf Tom­my Nor­mann. 3. Die Col­la­ge aus Zeit­schrif­ten-Clip­pings und Bil­dern ih­rer Töch­ter in­spi­riert Li­ne bei der Ar­beit.

Gro­ßes Bild: Für Re­gen­stie­fel­chen und Win­ter­müt­zen: Die pas­send zur Wandfarbe la­ckier­te Bank im Flur bau­te Li­nes Va­ter. 1. Li­ne Dam­men. 2. Fo­to­gra­fie von Mas­si­mo Le­ar­di­ni. 3. Die Ta­ges­de­cke auf dem Bett hä­kel­te Påls Mut­ter. Platz­spa­ren­de Idee: Der schlicht wei­ße Klei­der­schrank rahmt das Bett von al­len Sei­ten ein.

Ein hoch­wer­ti­ger Bo­den war für Li­ne das Wich­tigs­te – die na­tur­be­las­se­nen Kie­fern­holz­die­len zie­hen sich durch al­le Räu­me.

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